50-Milliarden-Ansage
Rheinmetall kündigt Rekord-Dimensionen an – Umsatz x5, Aktie zieht deutlich an
Die Rheinmetall-Aktie springt am Kapitalmarkttag nach oben. Der Konzern stellt ein massives Wachstumsprogramm vor: 50 Milliarden Euro Umsatz, neue Marinesparte und zweistellige Margen bis 2030.
- Rheinmetall plant 50 Mrd. Euro Umsatz bis 2030.
- Neue Marinesparte und zweistellige Margen angestrebt.
- Aktie steigt um 3%, optimistische Anleger reagieren positiv.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Rheinmetall gehört am Dienstag zu den wenigen Gewinnern im DAX. Die Aktie stieg am Kapitalmarkttag um rund 3 Prozent und erreichte kurzzeitig mehr als 1.800 Euro, den höchsten Stand seit vier Wochen. Der Rüstungskonzern stellte auf der Investorenveranstaltung neue mittelfristige Ziele vor, die den Optimismus der Anleger stützten.
Das Management kündigte an, den Konzern bis 2030 deutlich größer und profitabler aufzustellen. Rheinmetall peilt für das Jahr einen Umsatz von rund 50 Milliarden Euro an – ein massiver Sprung gegenüber den rund 9,8 Milliarden Euro, die 2024 erzielt wurden. Die operative Marge soll auf über 20 Prozent steigen, nach zuletzt 15,2 Prozent. In dieser Prognose seien mögliche Übernahmen bereits berücksichtigt, erklärte das Unternehmen, mögliche Aufträge aus den USA jedoch nicht.
CEO Armin Papperger verwies auf einen "dramatischen Ausgabenanstieg" im Verteidigungsbereich in Deutschland und Europa. Der anhaltende Rüstungsboom treibe die Nachfrage, während Rheinmetall selbst in neue Segmente vordringt. Die jüngste Übernahme der Marinesparte NVL der Lürssen-Gruppe sowie Kooperationen im Raketentechnikbereich – etwa mit Lockheed Martin – sollen den Konzern schrittweise zu einem umfassenden Systemhaus der Rüstungsindustrie machen.
Zum Ausbau der Wettbewerbsposition führt Rheinmetall ab dem kommenden Jahr eine neue Konzernstruktur ein. Dabei entsteht unter anderem ein eigenständiger Marinebereich, der laut Management bis 2030 ein Umsatzpotenzial von fünf Milliarden Euro besitzt. Weitere neue Bereiche sollen "Air Defence" und "Digital" sein, um das Geschäft mit Flugabwehrsystemen, Drohnenabwehr und digitalen Lösungen auszubauen. Papperger äußerte die Hoffnung, dass die neue Marinesparte "im Januar startklar" sei.
Bisher reichten die mittelfristigen Ziele des Konzerns nur bis 2027 und sahen einen Umsatz von 20 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von 18 Prozent vor. Die neuen Pläne gehen weit darüber hinaus und entsprechen einer Umsatzverfünffachung innerhalb eines Jahrzehnts. Händler sprachen dennoch von Unsicherheiten, ob alle europäischen Regierungen die dafür benötigten Verteidigungsausgaben langfristig mittragen.
Trotz solcher Vorbehalte überzeugte die klare strategische Perspektive viele Investoren. Der Konzern profitiert weiterhin vom sicherheitspolitischen Kurswechsel der NATO-Staaten seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine – und setzt darauf, dass dieser Trend bis zum Ende des Jahrzehnts anhält.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

