Commerzbank im Visier?

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    Christian Sewing: "Wir wechseln von der Defensive in die Offensive"

    Wurde der Chef der Deutschen Bank früher zur Commerzbank befragt, dann sagte er: "Wir müssen erst unsere Hausaufgaben machen." Der Kapitalmarkttag zeigt, dass die wohl erledigt sind. Widmet er sich jetzt der Commerzbank?

    Für Sie zusammengefasst
    • Deutsche Bank auf Wachstumskurs, Offensive geplant.
    • Ertragsziel bis 2028 auf 37 Mrd. Euro angehoben.
    • KI-Einsatz soll Effizienz und Rendite steigern.
    • Report: Renditeturbo 2026 –
    Commerzbank im Visier? - Christian Sewing: "Wir wechseln von der Defensive in die Offensive"

    Der Kapitalmarkttag der Deutschen Bank in London verdeutlichte vor allem eines. Christian Sewing hat die größte Bank Deutschlands wieder auf Kurs gebracht und deshalb sparte er auch nicht mit Superlativen, wenn er von der Zukunft des Geldinstituts sprach. 

    Der Chef der Deutschen Bank betonte zum einen: "Wir wechseln von der Defensive in die Offensive"! Das Ergebnis der neuen Strategie soll dann sein: "Langfristig wollen wir der europäische Champion sein", so Sewing weiter. Bleibt die Frage: Schafft die Deutsche Bank dies aus eigener Kraft oder wird sie sich nach Übernahmeobjekten umschauen und welche Rolle spielt dabei die Commerzbank? 

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    Die Ergebnisse des Kapitalmarkttages: Ambitionen, Zahlen und ein neuer Ton

    Sewing legte in London ein selbstbewusstes Programm vor – ehrgeiziger, als viele Analysten zuvor erwartet hatten. Die wichtigsten Punkte:

    Ertragsziel wird angehoben:

    Die Deutsche Bank will ihre Erträge bis 2028 von rund 32 Milliarden auf etwa 37 Milliarden Euro steigern – ein Plus von fünf Milliarden, davon sollen zwei Milliarden aus Deutschland kommen. Das ist deutlich mehr als die bislang von Analysten erwarteten 35 Milliarden.

    Rendite soll über 13 Prozent steigen:

    Die Rendite auf das materielle Eigenkapital, derzeit etwas über zehn Prozent, soll bis 2028 auf mehr als 13 Prozent geklettert sein. Das ist ein klarer Schritt Richtung europäische Spitzenklasse.

    Strikte Kostenagenda:

    Trotz leicht steigender Aufwendungen (jährlich etwa zwei Prozent) sollen bis 2028 rund zwei Milliarden Euro brutto eingespart werden – vor allem durch Automatisierung und massiven KI-Einsatz. Das Ziel: eine Aufwand-Ertrags-Relation unter 60 Prozent. Heute liegt sie bei knapp 65 Prozent.

    Ausschüttungsquote auf 60 Prozent:

    Bereits ab 2026 sollen 60 Prozent des den Aktionären zurechenbaren Gewinns ausgeschüttet werden. Zusätzlich schließt das Management Sonderausschüttungen bei Kapitalüberschüssen nicht aus. Für Investoren ein Signal, dass die Bank ihre Transformation für weitgehend abgeschlossen hält.

    Kapitalumschichtung und Fokussierung:

    Ab 2026 will die Bank Kapital gezielt in wachstumsstarke und margenträchtige Bereiche lenken. Bereiche, die die Zielrenditen verfehlen, sollen dagegen schrumpfen. Ein stringenterer Kapitalansatz als in den vergangenen Jahren.

    KI wird zum Effizienzmotor:

    Sewing sieht "erhebliches Potenzial" in der Nutzung von KI und Automatisierung. Zwei Milliarden Euro Effizienzgewinne sind geplant. Das soll die Kostenbasis glätten und die Produktivität erhöhen.

    Der Ausblick: Deutsche Bank auf Wachstumskurs – mit Option auf Offensive

    Sewing sieht die Bank auf Zielkurs für 2025. Die bisherige Transformation scheint zu greifen: Nach neun Monaten lag die Rendite auf das Eigenkapital bei 10,9 Prozent, die Erträge bewegen sich über Plan, der Vorsteuergewinn dürfte etwa zehn Milliarden Euro erreichen.

    Gleichzeitig zeigt der Vorstand eine neue Bereitschaft, über organisches Wachstum hinauszudenken. "Wir haben alle Hebel in der Hand, um unsere Eigenkapitalrendite nach Steuern bis 2028 auf mehr als 13 Prozent zu steigern", sagte Sewing in London – eine Formulierung, die bewusst als Signal verstanden wurde.

    Die Frage, wie die Bank ihre Marktposition weiter ausbauen will, steht nun im Raum. Zwar betonte Sewing erneut das Credo der Globalen Hausbank – Wachstum aus den Kerngeschäften heraus, gestützt durch Technologie, Effizienz und Stärke im Heimatmarkt. Doch der neue Tonfall lässt Raum für Strategien, die über reines organisches Wachstum hinausgehen.

    Mein Tipp: Christian Sewing schaut sich um

    Die Deutsche Bank hat sich unter Sewing stabilisiert und neu ausgerichtet. Der Kapitalmarkttag macht klar: Das Institut traut sich wieder Großes zu. Die Frage, ob die Bank diesen nächsten Schritt allein oder durch Akquisitionen geht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

    Eine Annäherung an die Commerzbank hätte allerdings Sprengkraft – politisch und regulatorisch. Und sie würde Sewing direkt in Konkurrenz zu Andrea Orcel bringen, dessen Unicredit ebenfalls immer wieder mit der Commerzbank in Verbindung gebracht wird.

    Ob Sewing den offenen Schlagabtausch sucht oder sich andere Kandidaten ansieht – etwa Institute in den Niederlanden, Italien oder Skandinavien – ist offen. Geeignete Objekte gibt es mehrere.

    Klar ist: Die Deutsche Bank ist aus der Defensive heraus. Sie ist zurück im Spiel. Und sie hat erstmals seit vielen Jahren wieder die Option, bei der nächsten große Konsolidierungsrunde im europäischen Bankensektor ein Wörtchen mitzureden. 

    Anleger sollten sich nicht davon verunsichern lassen, dass die Aktie zu Wochenbeginn mit einem Minus von rund 3 Prozent aus dem Handel gegangen ist. Der Rücksetzer ist eine Chance und kein Risiko. 

    Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge

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    Verfasst vonRedakteurMarkus Weingran
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