Sorge vor KI-Blase
Analyst: "Das neue Motto an den Börsen lautet Risikoabbau"
Die Angst vor einer KI-Blase drückt weltweit die Aktienkurse. Auch der Bitcoin fällt deutlich. Jetzt warten Anleger auf die verspäteten US-Konjunkturdaten und die bevorstehenden Nvidia-Zahlen. Wie geht es weiter?
- Anleger meiden Risikoanlagen, Aktienkurse fallen.
- Bitcoin unter 90.000 USD, 29% Rückgang seit Hoch.
- Nvidia-Zahlen und US-Arbeitsmarktbericht im Fokus.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Zum Wochenstart herrscht an den Finanzmärkten spürbare Unruhe. Weltweit meiden Anleger riskante Anlagen. Zweifel an hoch bewerteten KI-Tech-Aktien sorgen für Nervosität. Der Nvidia-Quartalsbericht am Mittwoch dürfte ein Stimmungstest werden. Zudem rückt der US-Arbeitsmarktbericht am Donnerstag in den Fokus, der möglicherweise Hinweise auf die weitere Zinspolitik der Federal Reserve liefern wird.
Globale Aktienindizes tendieren deutlich schwächer. So notierte Japans Leitindex, der Nikkei, im späten Nachmittagshandel mit 48.886 Punkten fast 2,9 Prozent im Minus. Der Shanghai Composite verlor 0,5 Prozent und notiert bei 3.959 Punkten. Auch die Futures auf den S&P 500, den Nasdaq 100 und den Euro Stoxx 50 deuten auf weitere Kursverluste hin. Parallel dazu flüchtet Kapital in Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries fiel auf 4,11 Prozent.
Thomas Altmann, CFA bei QC Partners, bringt die Stimmungslage auf den Punkt: "Das neue Motto an den Börsen lautet: Risikoabbau. Und das gilt nicht nur für Aktien, sondern auch für weitere Risikoanlagen wie Kryptowährungen. Der Bitcoin ist erstmals seit April unter die Schwelle von 90.000 gerutscht. Damit beträgt der Drawdown vom Allzeithoch im Oktober jetzt 29 Prozent."
Und weiter: "Auch an den Volatilitäten ist die neue Nervosität ablesbar. Der Volatilitätsindex des Russell 2000 ist gestern auf den höchsten Stand seit April geklettert. Der Volatilitätsindex des NASDAQ 100 hat bereits am Freitag ein 7-Monats-Hoch markiert."
Der US-Dollar hält sich am Devisenmarkt stabil. Gold schwächte sich unter 4.010 US-Dollar je Feinunze ab, was auf schwindende Erwartungen an eine Zinssenkung im Dezember zurückzuführen ist. Unter den Einzelwerten sorgten Verkäufe eines Hedgefonds um Peter Thiel für Druck auf Nvidia.
Die kommenden Tage könnten turbulent bleiben. Erst ein klarer Impuls vom Arbeitsmarkt oder überraschend starke Nvidia-Zahlen dürften die Nervosität mildern. Bis dahin bleibt die Volatilität das bestimmende Thema an den Märkten.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

