Rote Zahlen überall
Nikkei rutscht ab: Asiens Börsen folgen Tech-Sell-off aus den USA
Asiens Börsen geraten nach einem weltweiten Tech-Sell-off und steigenden Japan-Renditen stark unter Druck, während die Märkte auf Nvidias Zahlen blicken.
- Asiens Börsen fallen stark nach Tech-Sell-off.
- Japanische Anleiherenditen erreichen Mehrjahreshoch.
- Geopolitische Spannungen belasten Märkte zusätzlich.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die asiatischen Aktienmärkte haben am Dienstag deutlich nachgegeben, nachdem ein erneuter Ausverkauf von Technologiewerten an der Wall Street die Stimmung belastete. Besonders stark traf es Japan und Südkorea. Zudem verschärften steigende japanische Staatsanleiherenditen, politische Unsicherheiten in Tokio und geopolitische Spannungen mit China die Risikoaversion der Anleger.
Der japanische Leitindex Nikkei fiel im frühen Handel um rund 3 Prozent und rutschte auf 49.428 Punkte ab – den niedrigsten Stand seit dem 24. Oktober. Der breitere Topix verlor bis zu 2,7 Prozent.
Tech-Sektor unter Druck: Anleger warten auf Nvidia
Die Schwäche im Technologiebereich setzte sich in Japan nahtlos fort. SoftBank Group verlor 3,5 Prozent, während chipbezogene Werte unter Druck blieben: Tokyo Electron rutschte 2,46 Prozent ab, Advantest gab 0,35 Prozent nach. Hintergrund sind die deutlichen Verluste bei US-Technologiewerten, nachdem Nasdaq und S&P 500 erstmals seit Ende April unter wichtige technische Unterstützungen gefallen waren.
Die Nervosität steigt, da Nvidia am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Quartalszahlen vorlegt.
Japanische Anleiherenditen steigen auf Mehrjahreshochs
Parallel zu den Aktienmärkten gab es kräftige Verkäufe bei japanischen Staatsanleihen. Die Rendite 20-jähriger JGBs kletterte um fast 4 Basispunkte auf 2,78 Prozent – den höchsten Stand seit 1999. Die Rendite 10-jähriger Anleihen stieg auf 1,751 Prozent.
Neben anhaltenden Spekulationen über die geldpolitische Linie der Bank of Japan sorgen mögliche hohe Ausgaben der neuen Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi für zusätzliche Unsicherheit.
China-Spannungen setzen Tokio zusätzlich zu
Belastend wirkte zudem der diplomatische Konflikt zwischen Japan und China über die Taiwan-Frage. Nachdem Peking seinen Bürgern von Reisen nach Japan abgeraten hatte, versuchte Tokio zuletzt zu deeskalieren. Die chinesischen Aktienmärkte selbst standen ebenfalls unter Druck: Der Shanghai Composite fiel um 1,01 Prozent, der Hang Seng in Hongkong verlor 1,97 Prozent.
Südkorea und Australien im Sinkflug
Auch Südkoreas Leitindex Kospi gab 3,15 Prozent nach, der technologielastige Kosdaq verlor 2,72 Prozent. Australien rutschte nach Veröffentlichung der RBA-Protokolle um 1,94 Prozent auf ein Viermonatstief.
Fazit
Asiens Märkte stehen unter dem kombinierten Einfluss fallender US-Techwerte, steigender japanischer Anleiherenditen, geopolitischer Spannungen und wachsender Unsicherheit vor einer entscheidenden Woche voller Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun klar auf Nvidia und die US-Arbeitsmarktdaten, die entscheidende Impulse für die globale Marktrichtung liefern könnten.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

