Minus 10 Prozent
Der nächste Nackenschlag für Anleger: SFC-Energy rutscht auf 5-Jahres-Tief
Der Brennstoffzellenhersteller SFC Energy hat seine Jahresziele weiter eingedampft. Nun wird nur noch das Ende der ohnehin schon gekappten Prognose angepeilt. Die Aktie weitet ihre Verluste aus.
- SFC Energy senkt Jahresziele, Umsatzprognose reduziert.
- Aktie fällt um 10%, niedrigster Stand seit Juni 2020.
- Auftragseingang steigt, aber Unsicherheiten bremsen.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die Aktie des deutschen Brennstoffzellenspezialisten SFC Energy schleppt sich nach einem verkorksten Jahr mit 30 Prozent Kursverlust dem Jahresende entgegen. Wegen mauer Rüstungsaufträge rechnet der SDAX-Konzern nun nur noch mit einem Umsatz am unteren Ende der zuletzt angepeilten Spanne von 146,5 bis 161 Millionen Euro. Auch beim bereinigten Ebitda (13 bis 19 Millionen Euro) sollen Anleger sich auf die untere Hälfte einstellen.
Zwar zog der Auftragseingang im dritten Quartal deutlich an, doch Unsicherheiten in Kernmärkten und internationale Vergabeverzögerungen bremsen. Bereits im Juli hatte SFC seine ursprüngliche Prognose kassiert. In den ersten neun Monaten schrumpfte der Umsatz um 2,4 Prozent, das operative Ergebnis sackte um 41 Prozent ab. Unterm Strich rutschte SFC in die Verlustzone.
Zwar betonte das Unternehmen, dass man besonders im Bereich "Defense und öffentliche Sicherheit" eine Belebung im Schlussquartal erwarte. Bereits jetzt stammt fast jeder zweite Euro Umsatz aus diesem Segment.
Doch Anlegern reicht das nicht. Sie schicken die Aktie am Dienstag mit einem Minus von rund 10 Prozent auf Talfahrt auf zeitweise nur noch 11,32 Euro. So niedrig stand die Aktie zuletzt im Juni 2020.
Der Konzernumsatz lag in den ersten neun Monaten mit 102,7 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau (9M/2024: 105,2 Millionen Euro). Das bereinigte EBITDA sank deutlich auf 10,8 Millionen Euro (Vorjahr: 18,2 Millionen Euro), auch das EBIT halbierte sich auf 5 Millionen Euro. Hauptgründe waren schwache Wechselkurse in Kanada, den USA und Indien, Verzögerungen bei staatlichen Ausschreibungen sowie ein Rückgang im US-Geschäft.
Dennoch sieht CEO Dr. Peter Podesser das Unternehmen auf Kurs: "Unsere Prognose wurde im Juli angepasst – die Entwicklung verläuft planmäßig. Kostenmaßnahmen greifen, und der Auftragseingang entwickelt sich positiv." Die Segmente Clean Energy und Clean Power Management trugen nahezu unverändert zum Gesamtumsatz bei. Besonders dynamisch zeigt sich das Geschäft mit industriellen Sicherheitslösungen, das um gut 10 Prozent zulegen konnte.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
