Financial Times-Bericht
Elliott steigt groß bei Barrick ein: Was ist da los? Aktie legt zu
Elliott steigt beim Goldriesen Barrick ein und erhöht den Druck auf eine mögliche Aufspaltung. Ein FT-Bericht deutet auf tiefgreifende Veränderungen hin – Die Aktie legt vorbörslich zu.
- Elliott Management investiert 700 Mio. USD in Barrick.
- Mögliche Aufspaltung in stabile und riskante Bereiche.
- Aktienkurs steigt vorbörslich um 2,5 Prozent.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der aktivistische Investor Elliott Management hat eine bedeutende Beteiligung am Goldproduzenten Barrick aufgebaut. Das berichtet die Financial Times (FT) und verweist auf Personen mit Kenntnis der Vorgänge. Demnach zählt Elliott inzwischen zu den zehn größten Anteilseignern des Goldminenkonzerns, was einem Investment von mindestens rund 700 Millionen US-Dollar entsprechen dürfte.
Der Einstieg fällt in eine Phase, in der Barrick trotz eines rekordhohen Goldpreises hinter den Kursgewinnen der Konkurrenz zurückgeblieben ist. Probleme bei wichtigen Projekten, steigende Kosten und der Verlust einer Mine in Mali haben das Unternehmen belastet. Zusätzlich sorgt der überraschende Abgang von CEO Mark Bristow im Herbst für strategische Unsicherheit.
Laut FT sieht Elliott erhebliches Potenzial in einer Neuaufstellung des Unternehmens – insbesondere in der möglichen Abspaltung des nordamerikanischen Kerngeschäfts. Eine Teilung in zwei Gesellschaften, getrennt nach stabilen Regionen und riskanteren Märkten, gilt demnach als eine der diskutierten Optionen. Auch Verkäufe einzelner Assets sollen erwogen worden sein.
Barricks Zukunft könnte sich damit grundlegend verändern. Die Nordamerika-Sparte gilt als stärkster Wachstumstreiber: Ein riesiger Goldfund im Fourmile-Projekt in Nevada hat den Aktienkurs zuletzt auf Mehrjahreshochs gehoben und zählt laut Studien zu den größten Entdeckungen dieses Jahrhunderts.
Interimschef Mark Bristow zeigte sich zuletzt zuversichtlich und betonte die Chancen einer stärkeren Fokussierung auf das nordamerikanische Geschäft. Für Anleger wird nun entscheidend sein, ob der Druck durch einen der einflussreichsten Aktivisten der Wall Street zu einer strukturellen Neuausrichtung führt.
Im vorbörslichen Handel an der Nasdaq stieg der Aktienkurs um fast 2,5 Prozent auf 38,87 US-Dollar je Anteilschein.
Laut S&P Global Market Intelligence ist derzeit die Mehrheit der Analysten bei Barrick bullish. 17 empfehlen die Aktie zum Kauf, vier raten zum Halten und nur einer zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 39,94 US-Dollar und entspricht einem Aufwärtspotenzial von 7,8 Prozent, gemessen am letzten Schlusskurs.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

