Halbleiter-Deal
Nvidia-Arm-Partnerschaft schafft neue Optionen für Serverchips
Arm und Nvidia haben am Montag eine Partnerschaft vorgestellt, die den Markt für maßgeschneiderte Rechenzentrumsprozessoren aufmischen dürfte.
- Arm und Nvidia kooperieren für maßgeschneiderte Chips.
- NVLink-Fusion verbindet Arm-CPUs mit Nvidia-Beschleunigern.
- Hyperscaler entwickeln eigene Chips für mehr Unabhängigkeit.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Künftig können Arm-basierte CPUs nahtlos mit Nvidias KI-Beschleunigern über die neue NVLink-Fusion-Technologie verbunden werden – ein Schritt, der insbesondere Hyperscaler ansprechen soll, die eigene Chips entwickeln und ihre Infrastruktur stärker kontrollieren wollen.
Die Arm-Aktie schloss den Handel bei 140 US-Dollar und lag 0,35 Prozent im Plus. Nvidia hingegen gab nach und schloss bei 186 US-Dollar, was 1,9 Prozent Minus entspricht.
Offener NVLink-Standard stärkt Arm-Ökosystem
Mit dem Schritt öffnet Nvidia seine NVLink-Plattform erstmals breiter für kundenspezifische Chips, statt sie primär an hauseigene Produkte zu binden. Bislang setzte Nvidia vor allem auf eigene Kombinationen wie Grace Blackwell, bei denen mehrere GPUs mit einer Nvidia-CPU auf Arm-Basis gekoppelt sind. Alternativ waren KI-Server mit Intel- oder AMD-Prozessoren verbreitet.
Arm wiederum lizenziert nicht nur seine Befehlssatzarchitektur, sondern bietet auch Referenzdesigns an, mit denen Partner schnell eigene CPUs entwickeln können. Die neuen, angepassten Neoverse-Chips sollen ein Protokoll enthalten, das Datenströme besonders effizient mit GPUs verbindet.
Gerade bei generativer KI, bei der bis zu acht GPUs mit einem einzelnen Prozessor zusammenarbeiten, wird die Verbindung zwischen CPU und Beschleuniger zum kritischen Leistungsfaktor.
Hyperscaler treiben chippolitische Unabhängigkeit voran
Die großen Cloudanbieter – Microsoft, Amazon und Google – entwickeln seit Jahren eigene Arm-Prozessoren, um sich technologisch unabhängiger zu machen und Kosten in ihren hochspezialisierten Rechenzentren zu senken.
Die Öffnung von NVLink für diese Chips ist daher ein wichtiger strategischer Schritt: Sie erlaubt den Hyperscalern, maßgeschneiderte CPUs enger an die dominierenden Nvidia-Beschleuniger anzubinden, ohne auf Nvidias eigene CPU-Roadmap angewiesen zu sein.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

