Rutsch beim Goldpreis
Gold hat mächtig Schlagseite – und die wahre Gefahr steht erst noch bevor
Der Goldpreis taumelt. Sinkende Zinssenkungshoffnungen und fehlende US-Daten drücken den Markt. Doch ein unsichtbarer Käufer sorgt im Hintergrund dafür, dass eine überraschende Trendwende jederzeit möglich bleibt.
- Goldpreis unter Druck durch Zinssenkungshoffnungen
- Unsichtbare Käufer könnten Trendwende ermöglichen
- Deutsche Bank sieht Gold als relevantes Diversifikationsinstrument
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der Goldpreis steht ordentlich unter Druck:
Nach Angaben der Daten- und Nachrichtenseite Barron’s belasten vor allem gesunkene Erwartungen an eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank in diesem Jahr. Gleichzeitig warten Anleger auf verspätete Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten, die Hinweise auf die kurzfristige Wirtschaftslage liefern sollen. Soojin Kim von MUFG erklärte:
"Die Märkte reduzierten ihre Wetten auf eine Zinssenkung auf unter fünfzig Prozent, nachdem mehrere Fed-Vertreter Zurückhaltung signalisiert hatten, obwohl Gouverneur Christopher Waller seine Unterstützung bekundete."
Gold, das keine laufenden Erträge bietet, reagiert sensibel auf höhere Renditen und profitiert üblicherweise von einem Niedrigzinsumfeld. Nun richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf den Arbeitsmarktbericht für September, der am Donnerstag erwartet wird.
Deutsche Bank Research bewertet die Lage gelassener:
"Gold bleibt als Diversifikationsinstrument für Portfolios relevant, auch wenn positive Korrelationen mit Risiken in den letzten Jahren häufiger geworden sind."
Die Analysten rechnen damit, dass Reserveverwalter bei fallenden Preisen verstärkt zugreifen, während ETF-Anleger angesichts hoher Volatilität vorsichtiger agieren dürften. Die Bank verweist zudem auf die starke offizielle Nachfrage, die Gold nach eigener Einschätzung über seinen finanziellen Fair Value hinaus unterstützt. Sie erwartet, dass dieser Trend anhält und ihre strategisch bullische Haltung rechtfertigt. Für das kommende Jahr nennt sie einen durchschnittlichen Preis von 4.000 US-Dollar je Unze.
Eine verlangsamte Preisentwicklung könnte zudem die zuletzt schwache Schmucknachfrage wiederbeleben. Laut World Gold Council dürfte dieser Bereich in diesem Jahr rund 300 Tonnen und damit etwa achtzehn Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Das derzeit geringe Angebot an recyceltem Gold könnte steigen. Viele Verbraucher hätten zuletzt wegen erwarteter Kursgewinne gezögert, ihre Bestände zu veräußern.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
Gold wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,01 % und einem Kurs von 4.041USD auf Lang & Schwarz (18. November 2025, 13:22 Uhr) gehandelt.
