Einfach alles offline
Cloudflare-Blackout: Apps weltweit im Stillstand – Aktie bricht ein
Ein massiver Cloudflare-Ausfall hat am Dienstag weltweit Dienste gestört: X, ChatGPT, PayPal und Uber waren zeitweise offline. Die Reparatur läuft, doch Nutzer sehen weiter Fehlermeldungen – die Aktie sackt ab.
- Massive Cloudflare-Störung: Dienste wie X und PayPal offline.
- Nutzer sehen weiterhin Fehlermeldungen, Aktie fällt.
- Ausfall zeigt Abhängigkeit des Internets von wenigen Anbietern.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Cloudflare hat am Dienstag weltweit für Störungen gesorgt, nachdem ein großflächiger Ausfall zentrale Internetdienste lahmgelegt hatte. Betroffen waren unter anderem X, ChatGPT, PayPal, Uber, League of Legends sowie zahlreiche Websites in den USA und Europa. Selbst der öffentliche Verkehr im US-Bundesstaat New Jersey – vergleichbar mit einem großen Verkehrsverbund wie etwa dem VRS oder RMV in Deutschland – meldete Ausfälle: Website und App seien "vorübergehend nicht verfügbar oder langsam". Die Cloudflare-Aktie fiel im vorbörslichen US-Handel um über 5 Prozent.
Das Unternehmen bestätigte früh einen kritischen Fehler: "Cloudflare ist sich eines Problems bewusst, das mehrere Kunden betrifft, und untersucht dieses derzeit: Es kommt zu weit verbreiteten 500-Fehlern, und auch das Cloudflare-Dashboard und die API funktionieren nicht." Später hieß es, einige Dienste seien wiederhergestellt, jedoch könnten "Kunden möglicherweise weiterhin überdurchschnittlich hohe Fehlerraten beobachten, während wir unsere Bemühungen zur Behebung des Problems fortsetzen".
Welche technische Ursache hinter dem Ausfall steht, ist weiterhin unklar. Cloudflare verwies lediglich darauf, dass am selben Tag eine planmäßige Wartung in einem Rechenzentrum in Santiago (Chile) vorgesehen war. Eine Verbindung dazu bestätigte das Unternehmen jedoch nicht. Zwischenzeitlich war sogar die eigene Statusseite nicht erreichbar – ein Problem, das deutsche Nutzer ebenfalls direkt bemerkten, weil viele betroffene Dienste hierzulande stark verbreitet sind.
Der Ausfall zeigt erneut, wie abhängig der globale Internetverkehr von wenigen großen Infrastrukturbetreibern ist. Cloudflare schützt Hunderttausende Websites weltweit vor Überlastungsangriffen und vermittelt Datenverkehr zwischen Servern und Endnutzern. "Cloudflare ist das größte Unternehmen, von dem Sie noch nie gehört haben", zitierte Bloomberg Alan Woodward, Professor für Cybersicherheit an der University of Surrey. Die Störung sei ein weiteres Beispiel für die Abhängigkeit des Netzes von "relativ wenigen Akteuren". "Die Menschen haben keine andere Wahl, als sich auf relativ wenige große Namen zu verlassen", so Woodward weiter.
Cloudflare war in den vergangenen Jahren mehrfach von schweren Ausfällen betroffen. 2019 führte ein Softwarefehler dazu, dass weltweit Tausende Seiten – darunter in Deutschland genutzte Dienste wie Discord, Shopify oder SoundCloud – für rund 30 Minuten nicht erreichbar waren. 2022 beeinträchtigte ein Routing-Fehler 19 Rechenzentren gleichzeitig und legte wichtige Dienste für etwa anderthalb Stunden lahm. Der aktuelle Vorfall reiht sich in diese Serie ein und wirft erneut Fragen zur Stabilität zentralisierter Internet-Infrastrukturen auf – mit direkten Auswirkungen auch für deutsche Nutzer, Unternehmen und öffentliche Stellen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

