Cloud-Beben in Europa
Cloud-Giganten: Zerschlägt die EU die Macht von AWS und Microsoft?
Amazon und die Cloud-Dienste von Microsoft stehen im Zentrum von drei Untersuchungen der Europäischen Kommission. Diese soll prüfen, ob sie gegen Wettbewerbsregeln verstoßen, teilte die Regierungsbehörde am Dienstag mit.
- EU untersucht Amazon und Microsoft auf Wettbewerbsverstöße.
- Einstufung als "Torwächter" könnte strenge Auflagen bringen.
- AWS betont Dynamik und Wahlfreiheit im Cloud-Sektor.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Zwei der Untersuchungen werden demnach bewerten, ob Amazon Web Services und Microsoft Azure als "Torwächter" im Sinne des Digital Markets Act eingestuft werden sollten. Als "Torwächter" werden
Firmen mit einer marktbeherrschenden Stellung bezeichnet.
Eine solche Einstufung würde eine stärkere Kontrolle und strengere Auflagen zur Förderung des Wettbewerbs in diesem Sektor nach sich ziehen. Eine Entscheidung solle innerhalb der nächsten zwölf
Monate fallen. Microsoft erklärte, sich an der Untersuchung der EU-Kommission zu beteiligen. Amazon Web Services (AWS) äußerte sich zuversichtlich, dass die Behörden die Dynamik des Sektors
und die Wahlfreiheit der Kunden anerkennen würden.
"Wir sind zuversichtlich, dass die Europäische Kommission bei der Prüfung der Fakten zu derselben Einschätzung gelangt wie wir alle", erklärte ein Sprecher von AWS in einer an MT Newswires
übermittelten Stellungnahme.
"Der Cloud-Computing-Sektor ist äußerst dynamisch: Unternehmen haben eine große Auswahl, profitieren von beispiellosen Innovationsmöglichkeiten und niedrigen Kosten. Die Einstufung von
Cloud-Anbietern als Torwächter birgt das Risiko, Innovationen zu hemmen oder die Kosten für europäische Unternehmen zu erhöhen", so der Sprecher weiter.
AWS und Microsoft Azure gehören neben Google Cloud zu den sogenannten Hyperscalern. Sie sind die weltweit größten Anbieter von Cloud-Dienstleistungen. Kritikern zufolge nutzen sie ihre Marktmacht,
um Kunden den Wechsel zur Konkurrenz zu erschweren. Die Alphabet-Tochter Google hatte deswegen vor rund einem Jahr bei der EU Beschwerde gegen Microsoft eingelegt.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

