Nvidia vor den Zahlen
Analyst: "Wenn es Nvidia gut geht, geht es auch dem Markt gut"
Heute, nach US-Börsenschluss, legt Nvidia seine Zahlen für das 3. Quartal vor. Für die Börsen ist es ein "Alles oder nichts Moment": Liefert Nvidia gute Zahlen, geht die KI-Rallye weiter. Wenn nicht, dann nicht.
- Nvidia-Zahlen heute: Alles oder nichts für den Markt.
- Nervosität an den Märkten steigt vor Quartalsbericht.
- Analysten erwarten über 50% Wachstum bei Umsatz/Gewinn.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Kurz vor der Vorlage der Quartalszahlen steht Nvidia im Mittelpunkt eines Marktes, der plötzlich nervös auf jede Meldung zum Thema Künstliche Intelligenz reagiert. Der KI-Chipgigant wird seine Ergebnisse nach US-Börsenschluss vorlegen – und die Investoren hoffen auf ein Signal, dass die Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur weiterhin fließen werden.
"Das ist ein Quartalsbericht nach dem Motto: Wenn es Nvidia gut geht, geht es auch dem Markt gut", sagte Scott Martin, Chief Investment Officer bei Kingsview Wealth Management, gegenüber Bloomberg.
Ein zusätzlicher Belastungsfaktor ist die spürbar gestiegene Nervosität an den Märkten. Thomas Altmann, CFA bei QC Partners, beschreibt die Lage wie folgt: "Das eigentliche Highlight des heutigen Börsentages steht erst nach Börsenschluss an. Mit Nvidia veröffentlicht der aktuell wertvollste Konzern seine Geschäftszahlen für das 3. Quartal. Beim Gewinn wird das bisher beste Quartal der Unternehmensgeschichte erwartet. Noch mehr als auf die Zahlen an sich wird es aber wohl auf den Ausblick ankommen. Die Lage ist angespannt, die Stimmung auf den Parketten der Börsenwelt ist nervös."
Altmann verweist zudem darauf, dass die Volatilitätsindizes zuletzt auf mehrmonatige Höchststände geklettert sind – ein Signal, dass die Märkte deutliche Schwankungen für die kommenden Wochen einpreisen.
Analysten rechnen bei Nvidia für das dritte Fiskalquartal mit einem Wachstum von deutlich über 50 Prozent bei Umsatz und Gewinn. Grund dafür ist, dass Tech-Schwergewichte wie Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta ihre KI-Ausgaben in den kommenden zwölf Monaten um rund ein Drittel auf 440 Milliarden US-Dollar erhöhen sollen. Diese vier Unternehmen stehen inzwischen für mehr als 40 Prozent von Nvidias Erlösen.
Doch die Unsicherheit wächst. Anleger fürchten, dass der Milliardenstrom versiegen könnte – insbesondere, wenn große, nicht börsennotierte Akteure wie OpenAI ihre Ausbaupläne verschieben müssen. Marktstrategen warnen vor überhöhten Erwartungen, die sich die Branche selbst auferlegt hat. Bleiben die Investitionen hoch, profitiert Nvidia überproportional. Nach einem Kursrückgang von mehr als 12 Prozent binnen vier Wochen ist die Stimmung jedoch angeschlagen.
Denn eines ist klar: Fällt der Nvidia-Ausblick schwächer aus, könnte dies die gesamte KI-Rallye ins Wanken bringen. Wenn Nvidia hingegen optimistisch bleibt, dürfte der Markt zunächst aufatmen.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

