Verbündete wenden sich ab
Kritik an US-Präsident Trump: Ist das der Anfang vom Ende?
Donald Trump rutscht in Umfragen ab, verliert Einfluss in der eigenen Partei und steht wegen Wirtschaft, Epstein-Affäre und politischer Fehltritte unter wachsendem Beschuss. Selbst enge Verbündete wenden sich ab.
- Trumps Umfragewerte sinken auf 38 Prozent Zustimmung.
- Loyalität in der Republikanischen Partei bröckelt stark.
- Wirtschaftliche Probleme und Epstein-Affäre belasten ihn.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Donald Trump erlebt die bislang schwierigste Phase seiner Präsidentschaft. Eine neue Reuters/Ipsos-Umfrage zeigt den Präsidenten nur noch bei 38 Prozent Zustimmung – dem niedrigsten Wert seiner zweiten Amtszeit. Besonders problematisch: Selbst innerhalb der Republikaner bröckelt die Loyalität. Trumps Rückhalt in der eigenen Partei fiel von 87 Prozent auf 82 Prozent. Ein Minus, das in Washington aufhorchen lässt.
Der zentrale Auslöser des Stimmungsumschwungs ist die wirtschaftliche Lage. Die hohe Inflation belastet Millionen Amerikaner. Viele Haushalte empfinden Trump als zu passiv im Kampf gegen steigende Lebenshaltungskosten. Nur 26 Prozent der Befragten attestieren ihm eine gute Arbeit bei der Bewältigung der Preisentwicklung – ein drastischer Wert. Strategen warnen, dass der Zorn über Supermarktpreise politisch brandgefährlich werden könnte. Auch Trumps Versuch, Zölle auf vereinzelte Lebensmittel zurückzufahren, wird als spätes und widersprüchliches Manöver wahrgenommen.
Zugleich sorgt die Epstein-Affäre für massiven politischen Schaden. Trumps wochenlange Blockade der Herausgabe von Ermittlungsakten hat einen offenen Riss in der republikanischen Bewegung ausgelöst. Beide Häuser des Kongresses haben jetzt der Veröffentlichung zugestimmt. Selbst Marjorie Taylor Greene, früher eine der loyalsten Trump-Unterstützerinnen, attackierte den Präsidenten scharf und sprach von einer Spaltung der MAGA-Bewegung. Auch andere Republikaner warfen Trump vor, ein mögliches "Vertuschen" zu begünstigen, während Überlebende des Epstein-Netzwerks öffentlich ihre Enttäuschung äußerten.
Parallel wächst der juristische Druck. Ein Bundesgericht stoppte den von Texas angestrebten und Trump unterstützten Neuzuschnitt der Wahlkreise, der den Republikanern fünf zusätzliche Sitze beschert hätte. Der Rückschlag verhindert wichtige strategische Geländegewinne für die anstehenden Zwischenwahlen – und indirekt für Trump. Gleichzeitig scheitert Trumps Versuch, eine ältere Klage gegen Hillary Clinton wiederzubeleben, an deutlicher Skepsis im Berufungsgericht. Die Richter kritisierten bereits die ursprüngliche Einreichung als "politisches Manifest".
Politisch angreifbar macht Trump zudem sein aggressiver Umgang mit Medien. Die Forderung, ABC die Sendelizenz zu entziehen, nachdem ein Reporter kritische Fragen gestellt hatte, sorgte für parteiübergreifendes Stirnrunzeln. Zu einer Reporterin von Bloomberg sagte er, nachdem sie Fragen zu Epstein gestellt hatte: "Sei still, sei still, Schweinchen!" und stellte ihre Kompetenz in Frage. Für viele im Establishment sind dies weitere Beispiele für einen Präsidenten, der zunehmend unkontrolliert handelt und persönliche Fehden über Regierungsführung stellt.
Hinzu kommt ein wirtschaftliches Gesamtbild, das Trump belastet: steigende Arbeitslosenzahlen, schwache Neueinstellungen und ein weiterhin depressiver Immobilienmarkt. Selbst Trumps Idee einer 50-jährigen Hypothek zur Lösung der Wohnungskrise wurde von Experten – und Teilen seiner Anhängerschaft – als kostspieliger Irrweg kritisiert.
All diese Faktoren verstärken einen Trend, der seit Wochen erkennbar ist: Trumps Aura der Unantastbarkeit beginnt zu bröckeln. Strategen sprechen vom "größten Test seiner Präsidentschaft". Wenn wirtschaftliche Sorgen wachsen und die innerparteilichen Risse tiefer werden, könnten die kommenden Monate entscheidend werden.
Der Einfluss Trumps auf seine Partei und seine Anhänger sollte nicht unterschätzt werden, aber es wird jeden Tag deutlicher, dass seine Autorität nicht unendlich ist. Aktuell findet die deutlichste Erosion seiner Macht seit Jahren statt – und sie hat gerade erst begonnen.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


