Der Countdown läuft
95 % aller Bitcoins sind gemined
Bitcoin rückt seinem Emissionsende immer näher und verstärkt damit die Erwartung, dass die zunehmende Verknappung einen endlosen Aufschwung auslösen könnte.
- Bitcoin erreicht 95% der maximalen Menge im Umlauf.
- Halving 2028 senkt Belohnung auf 1,5625 BTC.
- Letzte 1% bis 2140; Preisbildung durch Knappheit.
- Report: Vorsicht, geheim!
Die weltweit größte Kryptowährung hat in dieser Woche einen Meilenstein erreicht, denn 95 Prozent der maximalen Bitcoin-Menge sind nun im Umlauf. Der Moment trat ein, als der Mining-Pool Antpool Block 923.999 fand – und damit den 19.950.000. Bitcoin erzeugte. Die Obergrenze liegt bekanntlich bei 21 Millionen BTC, wobei die tatsächliche Menge durch Rundungs- und Protokollbesonderheiten minimal darunter liegt.
Ein Meilenstein mit Signalwirkung
Tausende Full Nodes auf der ganzen Welt erzwingen die hart kodierte Angebotsgrenze. Obwohl es in den Anfangsjahren vereinzelt Inflations-Bugs gab, hat sich das Netzwerk stabilisiert, und die Community gilt heute als strikt entschlossen, am 21-Millionen-Cap festzuhalten.
Die wirtschaftliche und symbolische Bedeutung dieses Moments ist erheblich: Mit jedem Prozentpunkt, der sich dem Maximum nähert, wird die Knappheit greifbarer – ein Kernnarrativ vieler Bitcoin-Bullen.
Die Geschichte des Halvings: Vom Hobby zur Industrie
Seit dem Start 2009 verringerte sich die Blocksubvention mehrfach durch die sogenannten Halvings. Das nächste Halving steht im April 2028 an und wird die Belohnung auf 1,5625 BTC senken. Mit jeder Halbierung steigt der Druck auf Miner, effizientere Hardware und günstigere Energiequellen zu nutzen. Was einst ein Hobby für PC-Besitzer war, ist heute eine globale Industrie – dominiert von milliardenschweren, börsennotierten Unternehmen, die um Stromverträge und strategische Standorte verhandeln.
Wie geht es weiter? Die letzten Prozent ziehen sich über ein Jahrhundert
Auch wenn 95 Prozent nach einem fast vollständigen Mining aussieht, relativiert der Blick auf die Mathematik das Bild. 99 Prozent der Bitcoins werden erst 2035 gemined sein. Die letzten 1 Prozent ziehen sich – wenn das Protokoll unverändert bleibt – bis ins Jahr 2140. Grund dafür ist der exponentielle Abfall der Blockbelohnungen. Während in den ersten Jahren Hunderttausende BTC pro Jahr erzeugt wurden, wird in den kommenden Jahrzehnten nur noch ein Bruchteil dessen neu hinzukommen.
Auswirkungen auf Markt, Miner und Regulierung
Der zunehmende Supply-Engpass dürfte langfristig eine Rolle für die Preisbildung spielen, insbesondere bei institutionellen Investoren, die BTC verstärkt als digitales Gegenstück zu knappen Rohstoffen betrachten.
Für Miner entsteht dagegen ein anderes Bild: Sinkende Blocksubventionen machen Transaktionsgebühren zur immer wichtigeren Säule ihres Geschäftsmodells. Gleichzeitig zwingt der Wettbewerb Unternehmen dazu, Energiekosten zu optimieren – oft durch Deals mit Kommunen oder den Einsatz überschüssiger Energiequellen wie Wasserkraft, Geothermie oder abgefackeltem Erdgas.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

