Vertrauen pulverisiert
DroneShield bestätigt: Chefetage verkaufte Aktien während Falschmeldung
Die Chefetage von DroneShield hat während einer fehlerhaften Meldung zum US-Auftrag Aktien verkauft – jetzt bestätigt das Unternehmen den Vorgang offiziell. Anleger reagieren entsetzt.
- CEO und Chairman verkaufen Aktien während Fehlmeldung
- Vertrauen der Anleger nach CEO-Rücktritt stark gesunken
- DroneShield kündigt Überprüfung der Kommunikationsrichtlinien an
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
DroneShield steht erneut unter Druck. Nachdem der Rücktritt des US-Geschäftsführers Matt McCrann am Mittwoch einen Kurseinbruch um 20 Prozent auslöste, kommen nun weitere belastende Details ans Licht. Aus einer Börsenmitteilung geht hervor, dass CEO Oleg Vornik am 10. November 517.347 Aktien für 1,8 Millionen AUD verkauft hat. Chairman Peter James veräußerte 128.765 Aktien für 443.921 AUD, Direktor Jethro Marks 42.491 Aktien für 146.321 AUD. Die Verkäufe erfolgten ausgerechnet in einem kurzen Zeitfenster, in dem der Markt fälschlicherweise annahm, DroneShield habe neue US-Aufträge über 7,6 Millionen AUD erhalten – eine Meldung, die später zurückgezogen wurde.
Der Fehler war gravierend. Wie das Unternehmen inzwischen klarstellte, handelte es sich nicht um neue Verträge, sondern lediglich um regulierungsbedingte Neu-Ausstellungen bestehender Bestellungen. Der Kommunikationsfehler hatte die Aktie zuvor angetrieben – während drei Top-Manager massiv Kasse machten. In einer neuseitigen Antwort an die ASX räumte DroneShield den Vorgang ein, nachdem Aktionäre das Unternehmen wegen der Diskrepanz zwischen den Verkäufen und der falschen Meldung scharf kritisiert hatten. DroneShield kündigte an, externe Berater hinzuzuziehen, "um die Richtlinien zur kontinuierlichen Informationspflicht sowie den Vorfall selbst zu überprüfen". Über weitere Maßnahmen werde nach Vorlage der Empfehlungen entschieden.
Der Vertrauensverlust verschärft sich zusätzlich durch den überraschenden Rücktritt des US-CEO. Matt McCrann, seit 2019 im Unternehmen und seit 2022 Leiter des US-Geschäfts, verließ DroneShield ohne Übergangsregelung – ein empfindlicher Schlag im wichtigsten Wachstumsmarkt. Die Aktie rutschte daraufhin auf den tiefsten Stand seit Juni. Bloomberg verweist darauf, dass das Papier im November bereits rund 49 Prozent verloren hat und noch immer unter dem Image einer "Meme-Aktie" leidet, dessen früherer Höhenflug vor allem von Privatanlegern getrieben war. Während institutionelle Investoren die Bewertung zunehmend kritisch sehen, notiert DroneShield mit einem KGV von 26 deutlich über dem ASX-200-Durchschnitt von 18.
Am Donnerstag gab die Aktie erneut rund vier Prozent nach. Die frischen Verluste verdeutlichen, wie massiv das Vertrauen angeschlagen ist. Insiderverkäufe, ein abrupter Führungsabgang und Unklarheiten in der Unternehmenskommunikation haben den Titel für viele Anleger zu einem Hochrisikowert gemacht.
DroneShield bemüht sich zwar, seine Position als ernstzunehmender Anbieter von Verteidigungstechnologie auszubauen, steht nun jedoch vor einer doppelten Aufgabe: die regulatorischen Defizite aufzuarbeiten und gleichzeitig die Führungslücke im US-Markt zu schließen. Ob das Vertrauen schnell zurückkehrt, bleibt angesichts der jüngsten Vorgänge offen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

