Panik vor US-Notenbank wächst
Sorgt die Fed für brutalen Preissturz bei Gold? Goldpreis vor dem Knall
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed im Dezember noch einmal die Leitzinsen senken wird? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Jedwede Veränderung in den Erwartungen schlägt auf den Goldpreis durch.
- Fed-Sitzung im Dezember könnte Goldpreis beeinflussen.
- Goldpreis zeigt Robustheit trotz Gewinnmitnahmen.
- US-Dollar-Stärke könnte Gold-ETFs belasten.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Gold, die US-Notenbank und der Dezember
Die Dezember-Sitzungen der US-Notenbank haben es in sich. Das jeweilige Börsenjahr geht zu Ende. Die Blicke richten sich bereits auf das neue Börsenjahr, denn man darf nicht außer Acht lassen, dass es am 10. Dezember nicht nur um die Leitzinsentscheidung als solches gehen wird. Vielmehr veröffentlicht die Fed darüber hinaus aktuelle Projektionen zu Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt, Inflation und Zinsen. Und diese Projektionen bergen bekanntermaßen ein gewisses Überraschungspotenzial für Gold, Silber & Co. und sind nicht selten das eigentliche Ereignis. Einmal mehr wird auch im Dezember die zentrale Frage lauten: Gibt es Veränderungen im Vergleich zur vorherigen Veröffentlichung im September? Den anstehenden Notenbanktermin nur auf die Leitzinsentscheidung zu reduzieren, wäre daher zu kurz gegriffen.
An dieser Stelle sei noch einmal an den Dezember 2024 erinnert. Im Dezember 2024 senkte die Fed zwar noch einmal die Leitzinsen um 25 Basispunkte, doch die Zins-Projektionen sorgten damals für schlechte Stimmung. Unterm Strich ließ sich der Goldpreis davon aber nur temporär beeindrucken.
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Goldpreis robuster als es scheint
Der Goldpreis setzte seine Konsolidierung auch in den letzten Handelstagen fort. In der aktuellen Situation ist das Aufwärtspotenzial begrenzt. Immer wieder kommt es zu Gewinnmitnahmen und Rücksetzern. Mit Blick auf den anstehenden Fed-Termin ist die Nervosität immens. Die eine oder andere Reaktion zeugt gar von einer gewissen Panik. Dabei präsentiert sich der Goldpreis weitaus robuster, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Das bullische Szenario ist bei aktuellen Goldpreisen jenseits der 4.000 US-Dollar überaus vital. Im Übrigen gilt Gleiches für den Silberpreis. Auch Silber hat noch nicht die Grenzen des bullischen Szenarios verlassen und hält noch alle Trümpfe in der Hand.
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US-Dollar, Anleiherenditen und Gold-ETF-Investoren
Die Entwicklung am Devisenmarkt bereitet ein wenig Sorgen. Der wichtige US-Dollar-Index bewegte sich in den letzten Wochen und Monaten innerhalb einer Range von 96,5 Punkten bis 100 Punkten seitwärts. Aktuell bricht der US-Dollar-Index über die Oberseite der Range aus. Damit könnte eine Erholung des Greenbacks initiiert werden. Die nächsten Tage werden jedoch zeigen müssen, wie nachhaltig der Ausbruch ist. Die für die Betrachtung wichtigen Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen konnten sich bislang noch nicht entscheidend von den 4 Prozent lösen.
In der letzten Gold-Kommentierung an dieser Stelle wurde die ambivalente Bestandsentwicklung des weltgrößten physisch besicherten Gold-ETFs, des SPDR Gold Shares, thematisiert. Die Bestandsentwicklung dient als rudimentärer Indikator, um die Befindlichkeiten im Gold-Sektor zu erfassen. Die Bestände des SPDR Gold Shares haben sich auf hohem Niveau stabilisiert. Somit kann weder von einer „Flucht“ der ETF-Investoren gesprochen werden, noch von einer neuen Kaufbereitschaft. Die Bestandsentwicklungen gilt es weiterhin im Auge zu behalten.
Zusammengefasst - Sorgt die Fed für brutalen Preissturz bei Gold?
In den nächsten Tagen werden zahlreiche US-Daten veröffentlicht. Im Hinblick auf die Dezember-Sitzung der Fed dürfte ihre Bedeutung größer sein als ohnehin. Im Zuge der Fed-Sitzung sind größere Turbulenzen nicht auszuschließen. Dabei ist auch eine erleichterte Reaktion des Marktes explizit nicht auszuschließen. Da passt es ins Bild, dass die aktuelle Stimmung im Gold-Sektor eher auf eine gewisse Furcht hindeutet. Das schafft Raum für positive Überraschungen.
Ungeachtet temporärer Verwerfungen bleibt der Goldpreis weiterhin auf Kurs mit Ziel 5.000 US-Dollar. Aus charttechnischer Sicht wäre ein Korrekturboden im Bereich von 3.800 US-Dollar ideal. Rücksetzer auf 3.430 US-Dollar wären aus bullischer Sicht aber auch noch zu tolerieren. Nur darunter sollte es dann nicht mehr gehen.
Rücksetzer sind nach wie vor eher als mittel- bis langfristige Kaufgelegenheit zu begreifen. Die nächsten Tage und Wochen könnten interessante Einstiegschancen bieten – gerade mit Blick auf 2026. Überaus aussichtsreich präsentieren sich unverändert die Aktien der großen Goldproduzenten. Barrick Mining, Newmont Corp., Agnico Eagle Mines, Kinross Gold und viele mehr sind unverändert eine exzellente Alternative zu hochbewerteten Tech-Aktien, wie Nvidia, Palantir etc. Gerade vor dem Hintergrund der zu erwartenden Goldpreisrallye bieten die Goldproduzenten unverändert enormes Aufwärtspotenzial.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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