USA alarmiert
Kaum Sojabohnenkäufe: Chinas Stillstand lässt den Handelsfrieden bröckeln!
Der fragile Handelsfrieden zwischen den USA und China droht zu kippen. Neue Daten und verdeckte Strategien zeigen, wie brüchig die Einigung wirklich ist.
- Handelsfrieden USA-China bröckelt, erste Risse sichtbar.
- China kauft kaum Sojabohnen, Zusagen wackeln stark.
- Rohstoffkonflikte und Unsicherheit belasten Märkte.
- Report: Renditeturbo 2026 - 5 Aktien mit Potenzial
Der im Oktober verkündete Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China zeigt bereits Risse. Beide Seiten versuchen parallel, ihre strategischen Schwachstellen zu schließen. Erste Zusagen geraten ins Wanken, besonders bei Agrarkäufen. China hat laut Daten des Landwirtschaftsministeriums seit Ende Oktober nur 332.000 Tonnen Sojabohnen gekauft. Das entspricht weniger als drei Prozent der angekündigten Menge, die Washington bis Januar erwartet hatte.
Daniel Kritenbrink, Partner bei The Asia Group und ehemaliger ranghoher Staatssekretär für Ostasien, warnt dennoch vor vorschneller Panik. Er sagt, beide Seiten hätten bereits die Bereitschaft gezeigt, sich gegenseitig zu schaden und genau das sei ein Grund, Eskalationen zu vermeiden. Sie halten sich vermutlich zurück, weil Chinas Wirtschaft schwächelt und die Trump-Regierung im kommenden Herbst bei den Zwischenwahlen ein politisches Risiko fürchten müsse.
Umsetzung schafft Streit
Kritenbrink mahnt jedoch, die Historie spreche eine klare Sprache. "Es war immer die Umsetzung, die im vergangenen Jahr zu Herausforderungen und Eskalationen geführt hat", sagt er. Auch Chinas Botschaft betont zwar, man habe Pläne zur Erfüllung des Malaysia-Abkommens veröffentlicht. Doch konkrete Zahlen zu Sojabohnen fehlen weiterhin.
Währenddessen steigen in den USA die Belastungen der Landwirtschaft. Bankrotte Farmen häufen sich und ländliche Regionen spüren den Handelskampf besonders stark.
Rohstoffe als Brennstoff für neue Konflikte
Parallel verschärfen beide Länder ihre langfristige Absicherung. China hat zugesagt, eine Ausweitung der Exportkontrollen für seltene Erden zu pausieren. Gleichzeitig stellt das Handelsministerium so viele Kontrolleure ein wie seit 2002 nicht mehr, berichtet Analyst Jack Burnham.
Auch die Vereinigten Staaten beschleunigen ihre Gegenmaßnahmen. Washington schließt Abkommen mit Malaysia und Australien, beteiligt sich an Rohstoffkonzernen wie MP Materials und sucht nach Alternativen. Unternehmen ziehen nach: Tesla verlangt von Zulieferern, keine chinesischen Teile zu verbauen. Lockheed-Chef James Taiclet beschreibt die Komplexität der Lieferketten. Er sagt:
"Wirtschaftliche Sicherheit und nationale Sicherheit sind miteinander verflochten."
China investiert dreimal so viel wie die USA
Ein Expertengremium unter Leitung der Ex-Handelsministerin Gina Raimondo und dem ehemaligen stellvertretenden Finanzminister Justin Muzinich fordert ein neues wirtschaftliches Sicherheitszentrum im Handelsministerium. Der Grund: China hat in den vergangenen zehn Jahren 900 Milliarden US-Dollar in die sicherheitsrelevanten Felder Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Biotechnologie investiert. Das ist das Dreifache der US-Ausgaben. Zudem hängt Amerika bei Antibiotika, Fiebermitteln, Biotech-Zulieferteilen und nahezu allen schweren seltenen Erden von China ab.
Raimondo zeigt sich dennoch optimistisch und verweist auf die Stärke der US-Kapitalmärkte. Doch auch Muzinich betont, dass mehr Sicherheit höhere Kosten bedeuten werde.
Dauerhafte Unsicherheit für die Märkte
Leland Miller von China Beige Book warnt Anleger davor, den Deal als abgeschlossen zu betrachten. Viele Details seien offen. "China geht davon aus, dass es jetzt zu einer gegenseitigen garantierten Zerstörung gekommen ist. Sie glauben, dass sie eine Formel gefunden haben, um Trumps Einfluss zu stoppen", fasst er die Haltung Pekings scharf zusammen und fuhr fort:
"Sie werden um alles mit allen Mitteln kämpfen."
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

