Nach 550%-Kursplus
Dieses Rallye-Monster schlägt Strategy – und stürmt in den S&P 500
Ein Small Cap wird zur Mega-Story: 550 Prozent Kursplus seit Jahresbeginn, dann der Durchmarsch in den S&P 500 – und das vor Strategy. Wer ist der Highflyer?
- Sandisk springt in den S&P 500, Aktie +550% 2023
- Übernahme von Interpublic schafft Platz für Sandisk
- KI-Boom treibt Umsatz und Neubewertung der Aktie an
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Sandisk schafft überraschend den Sprung in den S&P 500 und sorgt damit für einen der eindrucksvollsten Index-Aufstiege des Jahres. S&P Dow Jones Indices teilte mit, dass der Flash-Speicherhersteller ab dem 28. November den Platz der Interpublic Group einnimmt. Die Nachricht ließ die Aktie um über 13 Prozent steigen – nach einem bereits spektakulären Kursplus von rund 380 Prozent in den vergangenen drei Monaten. Am Dienstag geht die Rallye weiter. Seit Jahresbeginn haben sich die Titel um rund 550 Prozent verteuert.
Der Schritt in die Aufnahme des S&P 500 kommt früher als erwartet. Viele Marktbeobachter gingen davon aus, dass Sandisk oder das ebenfalls qualifizierte Softwareunternehmen Strategy (ehemals MicroStrategy) erst bei der regulären Index-Neugewichtung im Dezember berücksichtigt würden. S&P nutzte jedoch seinen Ermessensspielraum, wie in der Vergangenheit bereits mehrfach geschehen. Dass Sandisk Strategy aussticht, überrascht einige Anleger – beide galten als aussichtsreiche Kandidaten.
Sandisk hatte nach der Abspaltung von Western Digital im Februar eine Marktkapitalisierung von rund 33 Milliarden US-Dollar erreicht und war damit bereits deutlich zu groß für den S&P Small Cap 600, in dem es bisher gelistet war. Die Aufnahme in den S&P 500 gilt als strategisch bedeutend, weil sowohl passive Indexfonds als auch aktive Portfoliomanager die Aktie künftig verstärkt kaufen müssen.
Das Unternehmen profitiert stark vom KI-Boom und dem steigenden Bedarf an schnellen Speicherlösungen. Sandisk verkauft Hochleistungs-Flashspeicher für Gaming-PCs, Kameras und Überwachungssysteme und baut parallel sein Geschäft mit Rechenzentrumsbetreibern aus. Im jüngsten Quartal stieg der Umsatz um 23 Prozent auf 2,31 Milliarden US-Dollar, getragen von einer 31-Prozent-Steigerung der gelieferten Exabytes. Die starke operative Entwicklung gilt als einer der Hauptgründe für die rasante Neubewertung der Aktie seit der Abspaltung.
Zum Hintergrund der Indexverschiebung gehört auch die Übernahme der Interpublic Group durch Omnicom, die inzwischen kartellrechtlich genehmigt wurde. Dadurch wird der Platz für Sandisk im Leitindex frei. Parallel nimmt der S&P Small Cap 600 mehrere Änderungen vor: Upwork ersetzt Premier, First Interstate BancSystem ersetzt Hanesbrands, und PTC Therapeutics rückt für Sandisk nach.
Mit dem S&P-500-Aufstieg reiht sich Sandisk in eine Liste junger Tech-Unternehmen ein, die 2025 den Sprung in den Index geschafft haben – darunter AppLovin, Datadog, DoorDash und Robinhood. Für Anleger gilt der Schritt als Ritterschlag: Unternehmen im S&P 500 gewinnen an Sichtbarkeit, Liquidität und institutionellem Interesse. In Sandisks Fall unterstreicht er vor allem eines: den außergewöhnlichen Aufstieg eines Unternehmens, das vor einem Jahr noch als Small Cap gehandelt wurde.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

