Ölhandel im Fokus

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    Trotz Sanktionen: Wagen diese Banken den Schritt in Russlands Ölmarkt?

    Indische Banken prüfen, russisches Öl trotz Sanktionen zu finanzieren. Strenge Kontrollen und alternative Währungen sollen Risiken minimieren.

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    Ölhandel im Fokus - Trotz Sanktionen: Wagen diese Banken den Schritt in Russlands Ölmarkt?

    Indiens Banken zeigen sich wieder bereit, Zahlungen für russisches Öl zu unterstützen. Nach Angaben von mit der Sache vertrauten Personen wollen die Kreditgeber Finanzierungen prüfen, sofern Verkäufer nicht auf Sanktionslisten stehen und jede Transaktion den US-Vorgaben entspricht. Die Informanten berichteten Bloomberg, dass dies eine deutliche Abkehr von der Zurückhaltung der vergangenen Wochen darstellt. Zuvor hatten Banken Überweisungen wegen Problemen bei der Überprüfung komplexer Lieferketten blockiert.

    Washington erhöht den Druck

    Indiens Ölkaufverhalten rückt stärker in den Fokus, weil Washington den politischen Druck auf Moskau weiter ausbaut. Gleichzeitig wirbt die US-Regierung für neue Gespräche zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine. Indien zählt zu den wichtigsten Abnehmern russischen Rohöls, auch wenn das Land jederzeit auf teurere Alternativen eines gut versorgten Weltmarkts ausweichen kann.

    Neue Compliance-Strukturen für riskante Zahlungen

    Banken und Raffinerien haben laut Informanten einen neuen Compliance-Mechanismus aufgebaut. Zahlungen könnten künftig in Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate oder in Yuan in China erfolgen. Raffinerien müssen dabei nachweisen, wo das Öl gefördert wurde und welche Schiffe es transportieren. Die Banken kontrollieren die Historie der Tanker und prüfen, ob diese an Schiff-zu-Schiff-Transfers beteiligt waren, die mit sanktionierten Unternehmen in Verbindung stehen.

    Rückschlag für Russlands große Produzenten

    Die meisten indischen Raffinerien verzichteten wegen der US-Sanktionen gegen die großen Produzenten Rosneft und Lukoil auf Dezember-Bestellungen für russisches Rohöl. Damit verschärften sich auch die Einschränkungen für Gazprom Neft und Surgutneftegas. Insgesamt traf diese Entwicklung einen Ölhandel hart, der seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 rasant gewachsen war und Indien zum wichtigsten Abnehmer russischer Seetransporte gemacht hatte.

    Preisnachlass steigt – Risiko bleibt

    Wegen der verschärften Vorgaben hat sich der Preisabschlag für Russlands wichtigste Rohölsorte Urals gegenüber dem Referenzöl Dated Brent auf rund sieben US-Dollar je Barrel vergrößert. Dated Brent zeigt, was Käufer aktuell für real verfügbares Nordseeöl zahlen müssen – und dient deshalb weltweit als Orientierung für viele andere Rohölsorten.

    Zuvor betrug die Differenz rund drei US-Dollar. Für Indiens preissensible Raffinerien wächst damit der Anreiz, günstige Lieferungen zu prüfen. Doch laut Informanten bleibt die Branche vorsichtig, weil jede Verbindung zu sanktionierten Produzenten zu Zahlungsstopps oder zu kostspieligen Schiedsverfahren führen kann. Die strengeren Kontrollen könnten zwar Buchungen verzögern, dürften jedoch einen Teil der russischen Ströme sichern.

    Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurSaskia Reh
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