Droht 2026 gewaltiges Beben?
Das große Zittern beginnt für Canopy Growth, Tilray, Aurora Cannabis & Co.
Das Jahr 2025 war in vielerlei Hinsicht ein schwieriges Jahr für den Cannabis-Sektor. Eine grundlegende Verbesserung der fundamentalen Rahmenbedingungen blieb aus. Was könnte den Cannabis-Aktien 2026 blühen?
- DEA muss Cannabis neu einstufen für Sektorverbesserung.
- Tilray zeigt Lichtblick mit Rekordumsatz und Gewinn.
- 2026 könnte Wendepunkt sein, wenn DEA aktiv wird.
- Report: Vorsicht, geheim!
DEA als Zünglein an der Waage
Eine grundlegende bzw. strukturelle Verbesserung der Rahmenbedingungen für Cannabis-Unternehmen kann nur mit einer Neueinstufung von Cannabis durch die DEA (Drug Enforcement Administration) einhergehen. Noch immer wird Cannabis in Schedule I geführt. In dieser Risikoklasse befinden sich neben Cannabis Substanzen wie unter anderem LSD und Heroin. Seit Monaten wird auf eine Neueinstufung von Cannabis in Schedule III gehofft. Diese Neueinstufung würde für Cannabis-Unternehmen zahlreiche Vorteile bieten.
Ursprünglich sollten bereits im Januar 2025 die für den Entscheidungsprozess eminent wichtigen Anhörungen beginnen. Dazu kam es nicht. Ein Einspruch verhinderte die Anhörungen. Bis zur vollständigen Prüfung des Einspruchs wurde der Prozess vom zuständigen Verwaltungsrichter Mulrooney gestoppt. Und eben jener Verwaltungsrichter ging zum 1. August in den Ruhestand. Der Rescheduling-Prozess ruht daher seit Monaten.
Ungeachtet zahlreicher politischer Willensbekundungen, die Neueinstufung von Cannabis voranzubringen, ist noch nicht abzusehen, wann sich die schwerfällig wirkende DEA in Bewegung setzen wird. Die zuletzt zu beobachtenden Erholungsversuche der Cannabis-Aktien entpuppten sich daher immer als Strohfeuer. Erst eine Neueinstufung würde Canopy Growth, Tilray, Aurora Cannabis & Co. die Chance auf eine nachhaltige Erholung geben.
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Ist 2025 ein verschenktes Jahr?
Angesichts der noch immer ausstehenden Neueinstufung von Cannabis ist man geneigt, das Jahr 2025 als ein verschenktes Jahr zu bezeichnen. Doch man sollte die Lichtblicke, und von denen gab es durchaus einige, nicht unerwähnt lassen.
Als beispielsweise Tilray Anfang Oktober die Finanzergebnisse für das 1. Quartal (gleichbedeutend mit dem 3-Monats-Zeitraum zum 31. August 2025) 2026 veröffentlichte, kannte die Aktie kein Halten mehr. Nach der einen oder anderen herben Enttäuschung in den Vorquartalen legte Tilray dieses Mal bärenstarke Daten vor. Das Unternehmen verzeichnete mit knapp 210 Mio. US-Dollar einen Rekordumsatz. Der Umsatzanstieg wurde von allen Geschäftsbereichen getragen. Zudem gelang es dem Unternehmen, einen kleinen Gewinn (+1,5 Mio. US-Dollar) zu erzielen. Das bereinigte EBITDA wurde mit starken 10 Mio. US-Dollar veröffentlicht. Zugleich bestätigte Tilray die Prognose hinsichtlich des bereinigten EBITDA für das Fiskaljahr 2026 mit 62 Mio. US-Dollar. bis 72 Mio. US-Dollar. Zum Vergleich: Im Fiskaljahr 2025 (endete per 31. Mai 2025) belief sich das bereinigte EBITDA auf 55 Mio. US-Dollar.
Zusammengefasst - Droht 2026 gewaltiges Beben im Cannabis-Sektor?
Es ist, als ob ein ganzer Sektor Winterschlaf halten würde und nur darauf wartet, aus diesem zu erwachen. Doch der Weckruf - durch die DEA - lässt ebenso auf sich warten. Bis dahin müssen sich die Unternehmen mit den schwierigen Rahmenbedingungen arrangieren und das Beste daraus machen. Einigen gelingt das immer besser – wie unter anderem Tilray; anderen hingegen weniger gut. Diejenigen, die es verstehen, angesichts der schwierigen Bedingungen ein tragfähiges Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen, werden sehr wahrscheinlich auch diejenigen sein, die vorn mit dabei sind, wenn der Weckruf ertönt. Ob das nun bereits 2026 sein wird, bleibt nicht zuletzt aufgrund der Schwerfälligkeit der Behörde DEA abzuwarten.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte

