Magnet-Offensive
Seltene Erden: Indiens riskanter Angriff auf Chinas Marktbeherrschung
Indien investiert Milliarden in Seltene Erden und attackiert damit Chinas Dominanz. Der Magnet-Plan soll die Industrie neu ordnen – und Konzerne stehen bereit.
- Indien investiert 704,87 Mio. Euro in Seltene Erden.
- Reaktion auf Chinas Exportbeschränkungen geplant.
- Fünf Werke mit 1.200 Tonnen Kapazität in drei Jahren.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Die indische Regierung hat ein Förderprogramm im Wert von 72,8 Milliarden Rupien (rund 704,87 Millionen Euro) beschlossen. Das Paket zielt darauf ab, die Produktion von Seltenen Erden und Hochleistungsmagneten im Land massiv auszubauen. Technologieminister Ashwini Vaishnaw erklärte in Neu-Delhi, das Programm solle die Versorgungslücke schließen und eine jährliche Kapazität von 6.000 Tonnen schaffen.
Antwort auf Chinas Exportpolitik
Indien reagiert damit auf die verschärften Exportregeln Chinas. Das Land verarbeitet rund 90 Prozent der weltweiten Produktion Seltener Erden und hatte im April im Zuge des Handelskonflikts mit den Vereinigten Staaten neue Beschränkungen eingeführt. Diese Maßnahmen setzten vor allem die globale Autoindustrie unter Druck. Indien versucht nun, sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen und einen größeren Anteil der Magnet-Wertschöpfungskette zu erlangen.
Aufbau einer integrierten Industrie
Das Programm läuft sieben Jahre und setzt auf vollständig integrierte Produktionsstandorte. Innerhalb der ersten drei Jahre sollen fünf Werke entstehen, jedes mit einer Kapazität von 1.200 Tonnen. Vaishnaw betonte die strategische Tragweite des Vorhabens. Er sagte:
"Dies wird ein großer strategischer Gewinn für das Land sein. Ohne dauerhafte Seltenerdmetalle und Halbleiterchips ist praktisch keine Fertigung möglich."
Industriekonzerne signalisieren Interesse
Nach Informationen von Bloomberg haben bereits mehrere große indische Unternehmensgruppen ihr Interesse angemeldet. Dazu zählen die Vedanta Group des Milliardärs Anil Agarwal sowie die von Sajjan Jindal geführte JSW Group. Das deutet darauf hin, dass sich rasch ein industrielles Konsortium bilden könnte, das Indiens Ambitionen im Markt für Hochleistungsmagnete vorantreibt.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

