Papenburg zieht sich zurück
Salzgitter-Aktie: Deutsche Bank sieht neue Hoffnung und stuft auf Buy!
Die EU greift der heimischen Stahlindustrie unter die Arme, Importe sollen begrenzt sein. Die Salzgitter-Aktie schießt prompt nach oben und bekommt zudem Rückendeckung bei der Deutschen Bank.
- EU unterstützt Stahlindustrie, Importgrenzen geplant.
- Salzgitter-Aktie steigt über 8%, Deutsche Bank optimistisch.
- Aktionär Papenburg reduziert Anteil, Niedersachsen bleibt.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Die Papiere des Stahlkonzerns Salzgitter sind am Mittwoch um mehr als 8 Prozent angesprungen. Auslöser war eine überraschend optimistische Studie der Deutschen Bank: Die Analysten hoben ihr Kursziel deutlich von 27 auf 40 Euro an und stuften die Aktie von Hold auf Buy hoch. Nach Jahren schleppender Nachfrage bleiben sie zwar grundsätzlich vorsichtig für die Stahlbranche. Doch der neue industriepolitische Kurs aus Brüssel könnte laut Einschätzung der Bank zu einem echten Wendepunkt werden.
Die Salzigitter-Aktie gehört im laufenden Jahr zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. Seit Anfang Januar haben die Papiere um über 100 Prozent zugelegt.
"In den letzten Jahren waren Stahlaktien mit einer schwachen Nachfrage, Importdruck und politischen Gegenwind konfrontiert. Obwohl fiskalische Ausgaben und Zinssätze das Potenzial haben, die
Nachfrage zu stützen, bleiben wir hinsichtlich der Nachfrageseite vorsichtig", schreiben die Deutsche-Bank-Analysten Bastian Synagowitz und Liam Fitzpatrick. "Die Pläne der Europäischen
Kommission für eine deutliche Verschärfung des Handelsschutzes signalisieren jedoch eine bedeutende Wende hin zu einer stahlfreundlicheren Industriepolitik."
Der Aktionsplan der EU-Kommission ziele darauf ab, die heimische Stahlproduktion stärker zu schützen und zu fördern. Selbst eine teilweise Umsetzung würde den europäischen Werken strukturelle
Vorteile verschaffen, schreiben die Analysten. Der Sektor könne damit in eine ähnliche Position rücken wie Zement- oder Rüstungsunternehmen, die bereits von staatlicher Rückendeckung profitiert
haben. Zu den Branchenfavoriten zählen sie Voestalpine, ArcelorMittal, Aperam und Acerinox.
Parallel zu den Analysten-Lorbeeren meldet Salzgitter eine deutliche Veränderung in der Aktionärsstruktur: Der Bauunternehmer Günter Papenburg reduziert nach seinem gescheiterten Übernahmeversuch Anfang des Jahres seinen Anteil von 24,1 auf 16 Prozent. Schon vorher war er schrittweise ausgestiegen, nachdem Vorstand, IG Metall und das Land Niedersachsen sein Gebot abgelehnt hatten. Niedersachsen hält nun wieder 26,5 Prozent und ist damit größter Anteilseigner.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
