Goldenes Händchen
1.710.000.000 US-Dollar Gewinn in 2 Monaten – Buffett hat wieder zugeschlagen
Aus 4 Milliarden wurden in kürzester Zeit 5,71 Milliarden US-Dollar. Berkshire Hathaway hat mit Alphabet einen Volltreffer gelandet. Die Mega-Wette ist einer der erfolgreichsten Buffett-Deals.
- Berkshire investiert 4 Mrd. in Alphabet-Aktien.
- Kurssteigerung auf bis zu 5,87 Mrd. in kurzer Zeit.
- Buffett oder Manager? Erfolg spricht für gute Nachfolgeentscheidung.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Warren Buffett ist bekannt dafür, im richtigen Moment zuzuschlagen und dabei oft gegen den Markt zu handeln. Doch dieses Mal sah es zunächst so aus, als wäre Berkshire Hathaway viel zu spät dran. Während Alphabet schon seit Jahren zu den wertvollsten Tech-Unternehmen der Welt zählt, stieg Berkshire erst im dritten Quartal 2025 ein. Nun zeigt sich: Spät ist nicht gleich schlecht.
Berkshire kaufte 17,85 Millionen Alphabet-Aktien zu geschätzten 225 US-Dollar pro Stück. Das Investitionsvolumen lag damit bei rund 4 Milliarden US-Dollar, zeigen Berechnungen von Barron‘s. Heute steht die Aktie bei über 320 US-Dollar, ein Plus von gut 42 Prozent in wenigen Wochen. Damit ist der Anteil nun rund 5,71 Milliarden US-Dollar wert – ein Gewinn von mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar. Zeitweise hatte der Gewinn sogar 1,87 Milliarden US-Dollar betragen, bebor es an den vergangenen drei Handelstagen wieder etwas bergab ging..
Der Grund für den rasanten Kursanstieg liegt in einer Mischung aus KI-Euphorie und starken Geschäftszahlen. Alphabet hat sich mit der Integration generativer KI ins Suchgeschäft neu erfunden. Die Aktie legte seit Beginn des 4. Quartals etwa 31,5 Prozent zu, seit Jahresbeginn rund 68 Prozent – eine bemerkenswerte Rallye. Das Unternehmen überholte zuletzt sogar Microsoft und ist mit einem Marktwert von knapp 3,9 Billionen US-Dollar nun die Nummer drei im weltweiten Aktienmarkt, hinter Nvidia und Apple.
Doch bei aller Bewunderung für Buffets Timing drängt sich die Frage auf: War er es überhaupt?
Die Spurensuche ist schwierig, denn Buffett veröffentlicht seit 2021 nicht mehr die exakten Einstandswerte seiner größten Positionen. Fest steht nur, dass Berkshire Alphabet im dritten Quartal kaufte – aber nicht, wer die Order platzierte.
Da sich Buffett bei Investments in Tech-Aktien in der Vergangenheit eher zurückhaltend gezeigt hat, war es unter Umständen nicht er selbst, der die Entscheidung getroffen hat, sondern einer seiner Investmentmanager – Todd Combs oder Ted Weschler.
Beide verwalten jeweils rund 10 Prozent des Berkshire-Portfolios und tätigen typischerweise Käufe im Bereich unter 4 Milliarden US-Dollar. Buffett selbst setzt eher auf Positionen jenseits der 8-Milliarden-Marke. Zudem sind Combs und Weschler seit Jahren tief in der Tech-Branche verankert.
Hinzu kommt, dass Buffett zum Jahresende als CEO von Berkshire zurücktritt. Ein großer Kauf kurz vor seinem Abgang wirkt untypisch, gerade weil er Alphabet schon 2017 öffentlich lobte, dann aber jahrelang zögerte. Damals sagte er über Google-Anzeigen bei Geico: "Wenn du jemandem 10 US-Dollar pro Klick zahlst und er hat praktisch keine Kosten, ist das ein fantastisches Geschäft."
Umso ironischer wirkt es, dass Berkshire nun gerade mit Alphabet einen der schnellsten Gewinne seiner jüngeren Geschichte verbucht. Ob Buffett oder seine Manager – die Entscheidung war brillant. Doch sollte Alphabet tatsächlich ein Combs- oder Weschler-Deal sein, wäre das vielleicht die eigentliche Botschaft:
Berkshire hat längst gelernt, wie man erfolgreich Investments tätigt, auch ohne Großmeister Buffett. Und der Erfolg bei Alphabet zeigt, dass die nächste Generation bereit ist, die Erfolgsserie des legendären Investors weiterzuführen – auf ihre eigene Weise.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


