Aktie setzt Erholung fort
Siemens Nasdaq-Tochter zweistellig im Plus: Energiespeicher-Boom bei Fluence
Die Aktie von Siemens Energiespeicher-Joint-Venture Fluence schießt nach den Zahlen mehr als 13 Prozent nach oben. Ein Befreiungsschlag für die Aktie? Die Analysten von Jefferies sehen Grund zur Zuversicht.
- Fluence-Aktie steigt über 13% nach Analystenbericht.
- Erholungssignale im US-Markt und bessere Margen.
- AESC-Abhängigkeit bleibt kritischer Unsicherheitsfaktor.
- Report: Renditeturbo 2026 - 5 Aktien mit Potenzial
Fluence Energy steht nach einem schwierigen Jahr vor einem möglichen Befreiungsschlag. Das zeigt ein aktueller Analystenreport von Jefferies, der die Aktie von Underperform auf Hold hochstuft. Ausschlaggebend: erste klare Erholungssignale im US-Markt, besser als erwartete Margen und ein wachsender Nachfrageboom aus Rechenzentren. Doch ein entscheidender Unsicherheitsfaktor bleibt.
Der Energiespeicher-Spezialist hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar einen Umsatzrückgang von rund 300 Millionen US-Dollar hinnehmen müssen, dafür aber überraschend solide Bruttomargen und ein positives bereinigtes EBITDA erzielt. Besonders wichtig: Die Prognose für 2026 liegt mit einer erwarteten Bruttomarge von 12 Prozent über den bisherigen Markterwartungen.
Fluence war 2017 als Joint Venture von Siemens und dem US-Konzern AES gegründet worden. Aktuell halten die Münchener direkt und über Pensionsfonds rund 38 Prozent der Anteile. Auch Katar ist mit rund 10 Prozent beteiligt.
Der eigentliche Turbo könnte jedoch aus einer Branche kommen, die derzeit überall nach zusätzlicher Netzkapazität ruft: Rechenzentren. Laut Report ist Batteriespeicherung zunehmend ein zentraler Bestandteil der Infrastrukturplanung – von Netzstabilität bis Backup-Funktion. Fluence sei einer der wenigen Anbieter, die in den USA regelkonforme, FEOC-konforme Systeme liefern könnten – ein Vorteil gegenüber vielen chinesischen Wettbewerbern.
Allerdings warnt Jefferies vor einem "Gating Issue": Die Abhängigkeit von den Batteriezellen des chinesisch-kontrollierten Konzerns AESC sorgt für Probleme mit den US-Behörden. Ohne Lösung verliert Fluence ab 2026 einen Großteil seines US-Vorteils. Das Management arbeite zwar an einer Lösung bis spätestens März, möglicherweise über einen Teil- oder Vollkauf des AESC-Anteils.
Die Lösung dieses Problems ist für Jefferies-Analyst Julien Dumoulin-Smith der entscheidende Knackpunkt der Investment-Story: "Wenn Fluence tatsächlich die AESC-Anforderungen erfüllen kann, die wir als die wichtigste zu lösende Aufgabe ansehen, erwarten wir ein zusätzliches Aufwärtspotenzial aufgrund der US-Nachfrage nach regelkonformen Produkten mit ausreichendem Anteil an inländischen Komponenten, die derzeit nur Fluence und Tesla liefern können. Zwar ist eine Margenausweitung zugegebenermaßen noch Zukunftsmusik, doch halten wir sie nach der Lösung der AESC-Problematik für nicht unmöglich."
Trotz dieser Unsicherheiten sieht Jefferies "echte Chancen" für eine US-Erholung und vergibt ein Kursziel von 16 US-Dollar. Fazit: Fluence steht vor einem Comeback – aber erst wenn der AESC-Knoten platzt.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
