Wohl nur eine Frage der Zeit

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    Gewaltige Katastrophe bei Brent Öl im Anmarsch. Droht Ölpreis die Halbierung?

    Auf den ersten Blick handelt Brent Öl ruhig und unaufgeregt oberhalb von 60 USD. Damit setzt der Ölpreis die Seitwärtsbewegung fort. Doch diese Ruhe ist mittlerweile ohrenbetäubend laut. 

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    Wohl nur eine Frage der Zeit - Gewaltige Katastrophe bei Brent Öl im Anmarsch. Droht Ölpreis die Halbierung?

    Wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Ölpreis einbricht

    Bereits in zurückliegenden Kommentaren zu Brent Öl an dieser Stelle wurde immer wieder ein potenzielles Überangebot am Ölmarkt thematisiert. Einer überaus vitalen Angebotsseite steht eine schwerfällige Nachfrageseite gegenüber. Die Sorge vor einem Überangebot belastet den Ölpreis. Das Unvermögen, die 70 US-Dollar zu überspringen, ist Ausdruck dessen. Auf der Unterseite versteht es Brent Öl bislang jedoch, Rücksetzer im Zaum zu halten. Die wichtige Unterstützungszone 60 US-Dollar / 58 US-Dollar hielt bislang. Die Frage ist nur, wie lange noch…

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    Dreht die OPEC+ abermals am Ölhahn?

    Für große Anspannung unter den Marktakteuren sorgt das anstehende Treffen im OPEC+ Format. Die führenden OPEC+ Staaten werden am 30. November zusammenkommen. Auf ihrem Treffen am 02. November beschlossen die OPEC+ Staaten zwar eine weitere Fördermengenerhöhung ab Dezember 2025 um 137.000 bpd, stellten aber gleichzeitig eine Pause der Fördermengenerhöhungen von Januar bis März 2026 in Aussicht. Das am Wochenende stattfindende Treffen dürfte ganz unter dem Motto stehen: Wie geht es im 2. Quartal 2026 weiter? Welche Förderpolitik verfolgt die OPEC+? Im Gegensatz zur IEA sieht die OPEC+ einen überaus robusten Ölmarkt. So wurden in den letzten Monaten die diversen Beschlüsse der OPEC+ zur Ausweitung der Fördermenge immer wieder mit einem prosperierenden Ölmarkt begründet. Die Pause im 1. Quartal 2026 wurde lediglich mit saisonalen Aspekten begründet. Womöglich sieht die OPEC+ aber doch ein erhöhtes Risiko für ein Überangebot, ohne es dem Markt klar zu kommunizieren. Die IEA (International Energy Agency) wies hingegen zuletzt verstärkt auf die Risiken eines drohenden Überangebots hin. Das Thema Überangebot wird immer wieder von Analysten aufgegriffen; so zuletzt von JPMorgan.

    Wenden wir uns einem möglichen Treiber für ein Überangebot zu - die Produktionsausweitung der Nicht-OPEC-Staaten und hier allen voran die der USA.

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    US-Daten im Blick

    Die US-Daten versetzen den Ölmarkt regelmäßig in Aufruhr. Vor allem die nur so vor Kraft strotzende US-Ölförderindustrie verstärkte die Sorgen hinsichtlich eines globalen Überangebots. Schauen wir uns die aktuellen US-Daten für die Woche zum 21. November einmal genauer an. Die EIA (U.S. Energy Information Administration) vermeldete für die Woche zum 21. November einen Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 2,9 Mio. Barrel auf 426,9 Mio. Barrel. Die US-Ölproduktion verzeichnete in der Woche zum 07. November mit 13,862 Mio. bpd ihr bisheriges Rekordhoch. In der Woche zum 21. November blieb man mit einer US-Ölproduktion in Höhe von 13,814 nur wenig unter der Rekordmarke. 

    Gewaltige Katastrophe bei Brent Öl im Anmarsch. Droht Ölpreis die Halbierung?

    Die Sorgen vor einem Überangebot, einer Ölschwemme, haben derzeit auch vor dem Hintergrund der laufenden Friedensgespräche zum Ukraine-Krieg Hochkonjunktur. Es scheint nur noch einer Initialzündung zu bedürfen, um ein Preisbeben auszulösen. Ein Rücksetzer unter den Preisbereich 60 US-Dollar / 58 US-Dollar könnte einer dieser Auslöser sein. Während insbesondere der Goldsektor und auch Silber und mit Abstrichen auch Kupfer langfristige Chancen offerieren, ist bei Brent Öl und WTI Öl Vorsicht geboten. Die aktuelle Gemengelage limitiert zudem die Aktien von großen Ölproduzenten, wie BP, Shell, Exxon Mobil oder Chevron. 

    Ein Rücksetzer unter die 58 US-Dollar scheint vor dem Hintergrund der aktuellen Lage nur eine Frage der Zeit zu sein. Und dann wird es für Brent Öl spannend. Aus charttechnischer Sicht lassen sich in diesem Fall Bewegungsziele bei 52 US-Dollar und 46,5 US-Dollar ableiten. Der obere Langfrist-Chart auf Monatsbasis verdeutlicht die Konstellation und erinnert zugleich an zurückliegende Preisbeben bei Brent Öl. In der Vergangenheit legten Bewegungen mitunter eine überraschende Dynamik an den Tag, sodass es für Brent Öl auch tief in den 30er Preisbereich gehen kann. Ein solches Worst-Case-Szenario ist zwar nicht zu favorisieren, ist aber explizit auch nicht auszuschließen. Hingegen würde ein beherzter Ausbruch des Ölpreises über die 70 US-Dollar die Lage stabilisieren und das Chartbild aufhellen. Kurzum. Die Konstellation bei Brent Öl ist fragiler, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Mit Überraschungen jedweder Couleur muss jederzeit gerechnet werden. 

    Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte

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    Verfasst vonRedakteurMarcel Torney
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