Vonovia
Immobilien-Aktien: Hohe Dividenden und Nachzügler-Chancen
In einem Marktumfeld hoher Zinsen haben oft Immobilienunternehmen wenig zu lachen, da große Investitionen mit Fremdkapital bestritten werden. Das könnte sich jetzt ändern.
- Hohe Zinsen belasten Immobilienunternehmen stark.
- Vonovia investiert trotz Marktproblemen in Neubau.
- Analysten sehen Potenzial für Vonovia-Aktien.
- Report: Renditeturbo 2026 - 5 Aktien mit Potenzial
Hohe Zinsen bedeuten mehr Kosten auf vielen Ebenen. Konkretes Beispiel: Wenn die Zinsen hoch sind, dann sinkt der Barwert der zukünftigen Mieteinnahmen, der Marktwert der Immobilien fällt. Das kann zu Abschreibungen und Wertberichtigungen in den Bilanzen führen. So meldete Vonovia für 2024 Verluste. Auch Aroundtown musste 2023 erhebliche Buchverluste hinnehmen.
Da zumindest in Europa der Leitzins kontinuierlich auf 2 Prozent gesenkt wurde, und die Anteilssscheine der Immobilenbranche hinter den Bewertungen des Marktes deutlich zurückgeblieben sind, lohnt sich ein frischer Blick auf die Branche. Wenn aber das Zinsniveau mittelfristig wieder fällt und die Nachfrage stabil bleibt, könnten sie sich relativ rasch erholen, und die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen hoch. Die Mietpreise stiegen und steigen exponentiell, nicht überall und in allen Regionen, aber der Trend ist unübersehbar.
Während Aroundtown auf gewerbliche Immobilien spezialisiert ist, fokussiert sich Vonovia auf Bestandsimmobilien und Neubau im Wohnen. Dass 2026 auch kein Jahr des Wohnungsbau-Booms wird, lässt sich auch an den Äußerungen von LEG Immobilien ablesen, zweitgrößter deutscher Immobilienkonzern nach Vonovia: Man werde erstmal nicht in Neubau investieren.
Anders Vonovia: Trotz des schwierigen Marktumfeld setzt das Unternehmen auch auf Neubau. Vonovia hat nach eigenen Angaben zwischen Januar und September 2025 insgesamt 1.555 Wohnungen fertiggestellt.
Parallel dazu wurden Neubauprojekte für rund 1.600 Wohnungen neu gestartet, d.h. Baubeginn oder Projektauftrag für neue Wohnungen. In denselben 9 Monaten investierte Vonovia insgesamt 1,3 Milliarden Euro in Bestand und Neubau, davon flossen 200,9 Millionen Euro direkt in Neubauten. Zum Vergleich: 2022 wurden 3.749 Wohnungen fertiggestellt, 2023 sank die Zahl auf rund 2.400, 2024 stieg sie wieder auf 3.747 Einheiten.
Ein weiteres positives Signal lässt sich bei Vonovia aus der Bilanz ablesen, die das Unternehmen Anfang November veröffentlichte: Zwischen Januar und September 2025 konnte Vonovia trotz eines kleineren Wohnungsbestands und höherer Instandhaltungskosten das bereinigte EBITDA um 2,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro steigern, der operativen Free Cashflow stieg um 27,4 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Seit 2013 ist die EBITDA-Marge von 61 auf 80 Prozent gewachsen.
Auch die Analysten stehen den Papieren von Vonovia positiv gegenüber: Jefferies gibt seit Mittwoch erneut ein Kursziel von 36 Euro für die Vonovia-Aktien aus, mit dem Rating Overweight. Das entspricht einem Potenzial für die Aktie von rund 38 Prozent.
Bernstein hat sein Kursziel auf 41 Euro am Mittwoch belassen, mit einem Buy-Rating. Hier wird von einem Potenzial von rund 57 Prozent ausgegangen.
Die Papiere hatten ein schweres Umfeld und haben folgerichtig verloren. Ein großer Boom wie 2020 wird sich 2026 wahrscheinlich nicht einstellen. Eine Trendumkehr ist aber absehbar. Zudem zahlt Vonovia derzeit eine Dividendenrendite von über 4 Prozent. Wer ab 2026 mit einer Sektorrotation und einem gemäßigterem Umfeld für Immobilienunternehmen rechnet, hat jetzt bei Vonovia eine optimale Einstiegschance.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

