Pünktlich zur Heizperiode
Jetzt wird's teuer: OPEC-Meeting lässt Ölpreis kräftig steigen!
Die Rohölpreise befinden sich nach dem OPEC-Meeting am vergangenen Sonntag im Aufwind. Die Fördermenge soll nicht weiter ausgeweitet werden.
- Rohölpreise steigen nach OPEC-Meeting, keine Erhöhung.
- USA verschärfen Rhetorik gegen Venezuela, Spannungen steigen.
- Markt bleibt unsicher, geopolitische Risiken begrenzt.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Ölpreis: Schwungvoller Monatsauftakt nach bislang schwachem Jahr
Mit einer gezielten Ausweitung ihrer Fördermenge haben die OPEC-Staaten den Ölpreis in den vergangenen zweieinhalb Jahren stark unter Druck gesetzt. In Verbindung mit einer schwächeren Nachfrage aufgrund der weltweiten Industriekrise sank der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent von 95 auf zeitweise unter 60 US-Dollar.
Auch in diesem Jahr ist das schwarze Gold deutlich hinter der Preisentwicklung anderer Rohstoffe zurückgeblieben. Das Barrel Brent hat gegenüber dem Jahresauftakt 14,5 Prozent an Wert eingebüßt- Verglichen mit dem Stand vor einem Jahr steht ein Minus von knapp 12 Prozent zu Buche.
Spannungen zwischen USA und Venezuela verschärfen sich
In die neue Handelswoche startet Öl jedoch schwungvoll. Am frühen Montagmorgen wird Brent mit einem Aufschlag von rund 2 Prozent gehandelt, auch die Sorte WTI wird 2 Prozent höher taxiert. Hierfür gibt es vor allem zwei Gründe: Die angekündigte Flugverbotszone über Venezuela sowie das OPEC-Meeting am zurückliegenden Sonntag.
Am Wochenende hat US-Präsident Donald Trump seine Rhetorik gegenüber Venezuela noch einmal verschärft und den Luftraum des ölreichen Staates für geschlossen erklärt. Die Maßnahme soll den diktatorisch regierenden Präsidenten Nicolas Maduro zum Rücktritt zwingen. Bereits in den vergangenen Wochen haben die US-Streitkräfte eine Kampftruppe in der Karibik zusammengezogen – unter dem Vorwand, den Drogenhandel unterbinden zu wollen.
Die Spekulationen um einen möglichen Regime-Change reißen jedoch nicht ab, was die Spannungen auf dem Ölmarkt erhöht. Zwar ist Venezuela mit Ölexporten von rund einer Millionen Fass ein vergleichsweise kleiner Produzent, allerdings sitzt das Land auf den größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt.
OPEC will Fördermenge zunächst nicht mehr ausweiten
Auch das Treffen der OPEC+ Staaten am Sonntag sorgt für Preisauftrieb. Unter der Führung von Saudi-Arabien hat sich das Förderkartell auf eine dreimonatige Angebotspause geeinigt, in der die Förderung nicht weiter erhöht wird.
Als Begründung für ihre Entscheidung gibt die Gruppe ein schwaches Nachfrageumfeld an. Außerdem einigten sich die Mitglieder auf einen neuen Entscheidungsprozess, welcher die individuellen Produktionskapazitäten künftig stärker berücksichtigen soll. Auf dessen Grundlage sollen dann ab 2027 die Förderquoten der Gruppe festgesetzt werden.
Jorge Leon, Analyst beim Energieforschungsinstitut Rystad Energy, kommentierte das Vorgehen mit den Worten: "Die Botschaft der Gruppe ist klar: Stabilität schlägt Ambition in einem Umfeld, in welchem sich der Marktausblick rapide verschlechtert".
Erstes Kaufsignal rückt näher
Nachdem der Ölpreis im November den vierten Monat in Folge gefallen ist, startet er mit einem deutlichen Aufschlag in den Dezember. Sowohl Brent als auch WTI klettern am Montagmorgen in Richtung ihrer 50-Tage-Linie. Deren Überwinden würde für ein erstes prozyklisches Kaufsignal sorgen.
Angesichts der hohen Abwärtsdynamik in den vergangenen Monaten genügt das allerdings noch nicht für eine nachhaltige Trendwende. Soll eine solche erzwungen werden, dürfen die Käuferinnen und Käufer jetzt nicht nachlassen. Für Brent könnte sich die Lage im Bereich von 66,75 bis 67,50 US-Dollar entspannen, wo neben einer Abwärtstrendlinie auch die 200-Tage-Linie verläuft.
Fazit: Ausblick bleibt durchwachsen
Fundamental bleibt der Ausblick jedoch schwach. Auf der einen Seite lässt eine Wiederbelebung der globalen Industriekonjunktur weiter auf sich warten, auf der anderen Seite könnten die diplomatischen Bemühungen im Ukraine-Krieg Russland mittelfristig auf den Ölmarkt zurückkehren lassen, das seine Exporte gegenwärtig weit unter dem Marktwert verkaufen muss.
Zwar gibt es mit Venezuela neue geopolitische Spannungen, im Unterschied zum Nahen und Mittleren Osten nimmt der südamerikanische Staat auf dem globalen Markt aber nur eine vernachlässigbare Rolle ein. Das dürfte den Preisauftrieb selbst im Fall einer Eskalation begrenzen. Damit bleiben die Aussichten für Öl durchwachsen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

