Stärker als bei Gold & Silber?
Defizit-Ängste könnten Kupferpreis explodieren lassen. Kupfer bald bei 7 USD?
Die Kupferpreisentwicklung zeichnete sich in den letzten Monaten durch ein munteres Auf und Ab aus. Imposante Rallyephasen mündeten dabei abrupt in veritablen Korrekturen und umgekehrt. Welche Chancen hat Kupfer in 2026?
- Kupferpreis zeigt volatile Entwicklung, Chancen 2026.
- Defizit am Kupfermarkt treibt Preise, Nachfrage steigt.
- M&A-Aktivitäten deuten auf steigenden Kupferpreis hin.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Im Schatten von Gold und Silber springt Kupfer an
Im Schatten der eindrucksvollen Goldpreisrallye und des explodierenden Silberpreises setzte sich zuletzt auch Kupfer (COMEX) in Bewegung. Mit dem knackigen Preisanstieg reagierte der Kupferpreis auf die Veränderungen der fundamentalen Rahmenbedingungen. Das derzeit vorherrschende Umfeld ist überaus preistreibend. Die Aufwärtsbewegung des Industriemetalls könnte zudem erst ganz am Anfang stehen. Der Grundstein für ein starkes Börsenjahr 2026 scheint gelegt.
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Die Aussicht auf ein Defizit treibt den Kupferpreis an
Die Aussicht auf ein Defizit am Kupfermarkt und die Erwartung, dass sich dieses Defizit erst einmal festsetzen wird, treiben den Kupferpreis derzeit an.
Kupfer kommt bekanntlich in einer Vielzahl von Anwendungen, vor allem in zahlreichen Zukunftstechnologien, zum Einsatz. So spielt das Industriemetall beim Thema KI eine zentrale Rolle. Kupfer wird in rauen Mengen zum Bau von Rechenzentren gebraucht. Sollten sich die enormen Summen, die die Tech-Riesen (unter anderem Microsoft, Amazon, Meta, Deutsche Telekom), für den Bau von Rechenzentren bereithalten, Bahn brechen, könnte das der ohnehin bereits deutlich anziehenden Nachfrage nach Kupfer einen weiteren Schub geben. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein weiterer potenzieller Nachfrage- bzw. Preistreiber für Kupfer. Jedweder Anstieg der Kupfernachfrage trifft auf eine angespannte Angebotsseite. Wie fragil die Angebotsseite ist, verdeutlichte nicht zuletzt die Reaktion des Marktes auf die Produktionsbeeinträchtigungen auf der Grasberg-Mine von Freeport-McMoRan.
Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass über kurz oder lang vor allem ob der mit Risiken behafteten Angebotsseite mit Engpässen und mögliche Versorgungskrisen zu rechnen ist. Das schafft wiederum die Rahmenbedingungen für gewaltige Preissteigerungen.
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ICSG-Bulletin stützt die Erwartung eines weiter anziehenden Kupferpreises
Das Ende November veröffentlichte Bulletin der International Copper Study Group (ICSG) beinhaltet einige überaus interessante Aspekte. Zwar weist die ICSG für den Betrachtungszeitraum Januar bis September 2025 noch immer einen Überschuss von 94.000 Tonnen aus, doch dieser ist im Jahresvergleich stark rückläufig. Den Angaben der ICSG zufolge belief sich der Überschuss im Zeitraum Januar bis September 2024 noch auf satte 310.000 Tonnen. Der September 2025 schlägt isoliert betrachtet mit einem Defizit von -51.000 Tonnen zu Buche. Zudem stellte die ISCG für die ersten neun Monate des Jahres einen moderaten Anstieg der globalen Produktion von raffiniertem Kupfer in Höhe von 4,3 Prozent fest. Dagegen legte der globale Verbrauch nach raffiniertem Kupfer den Angaben zufolge um über 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.
M&A-Aktivitäten der Unternehmen als Indiz für steigenden Kupferpreis
Den aktuellen M&A-Aktivitäten der Unternehmen könnte nicht zuletzt die Erwartung hinsichtlich eines deutlichen Preisanstiegs bei Kupfer zugrunde liegen. Neben dem geplanten Zusammenschluss von Anglo American mit der kanadischen Teck Res. ist auch das kurzzeitig wieder aufgeflammte (mittlerweile jedoch erneut erloschene) Interesse von BHP an Anglo American hier anzuführen.
Zusammengefasst – Kupfer ist ein ganz heißes Eisen für 2026
Das volatile Auf und Ab der letzten Monate täuscht ein wenig darüber hinweg, dass der Kupferpreis aktuell deutlich über dem Niveau vom Jahresbeginn notiert. Ob der aktuellen Gemengelage ist durchaus mit einem Test des Juli-Hochs bei 5,9 US-Dollar zu rechnen. Nicht zuletzt hängt ein solcher Test auch von der US-Notenbank ab, die am 10. Dezember über die Leitzinsen entscheiden wird. Die aktuelle Schwäche des US-Dollars ist dem Kupferpreis zuträglich. Sollte sich die Fed zu einer Zinssenkung durchringen, könnte das den Greenback weiter in Bedrängnis bringen.
Es sollte nicht überraschen, wenn Kupfer zum „Geheimfavoriten 2026“ avanciert. Der Fokus der Investoren und Anleger dürfte wohl weiter auf Gold und Silber liegen, doch im Schatten der beiden Metalle könnte der Kupferpreis durchstarten und im Verlauf der nächsten Monate durchaus auch die 7 US-Dollar ins Visier nehmen. Nicht ganz so rosig sieht es im Übrigen bei Brent Öl aus. Die negativen Tendenzen der letzten Monate dürften sich bei Brent Öl bis auf Weiteres fortsetzen. Ähnliches gilt für WTI Öl.
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Preissteigerungen bieten die Aktien der großen Kupferproduzenten bzw. die Aktien der großen Gold-Kupferproduzenten eine interessante Alternative. Die Liste der potenziellen Kandidaten ist lang – BHP, Barrick, Newmont, Freeport McMoRan gehören hierbei sicherlich genauso dazu, wie Hudbay Minerals oder Southern Copper; um nur einige zu nennen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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