Verkauf mit Tränen
SoftBanks Son gesteht: Nvidia-Verkauf war ein Opfer für OpenAI
SoftBank-Chef Masayoshi Son sagt, er brauchte Milliarden für neue KI-Investitionen und habe den Nvidia-Verkauf nur schweren Herzens vollzogen.
- SoftBank verkauft Nvidia-Anteile für KI-Investitionen.
- Masayoshi Son weinte bei der Entscheidung zum Verkauf.
- Son sieht keine KI-Blase, glaubt an langfristiges Wachstum.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
SoftBank-Gründer Masayoshi Son hat erstmals offen erklärt, unter welchen Umständen er die Beteiligung an Nvidia verkauft hat – und wie schwer ihm dieser Schritt fiel. Auf dem FII Priority Asia Forum in Tokio sagte Son, er hätte die Anteile niemals abgegeben, wenn SoftBank über genügend liquide Mittel für seine KI-Offensive verfügt hätte. "Ich möchte keine einzige Aktie verkaufen. Ich brauchte einfach mehr Geld, um in OpenAI und andere Projekte zu investieren", erklärte er. Son sagte laut Bloomberg sogar, er habe "geweint", als er die Entscheidung traf.
SoftBank hatte im Oktober seine gesamte Nvidia-Position von 32,1 Millionen Aktien für rund 5,83 Milliarden US-Dollar veräußert. Die Mittel fließen nun in eine Reihe großer KI-Investitionen, darunter ein gigantisches "Stargate"-Rechenzentrumsprojekt in den USA mit OpenAI und Hon Hai Precision, der Zukauf des Chipdesigners Ampere Computing sowie weitere geplante OpenAI-Investments. Trotz des Verkaufs bleibt SoftBank stark vom KI-Boom abhängig – nicht zuletzt, weil Projekte wie Stargate weiterhin auf Nvidia-Chips angewiesen sind. Zudem hält das Unternehmen Beteiligungen an Arm Holdings und TSMC, die ebenfalls von der globalen Nachfrage nach KI-Chips profitieren.
Gerüchte über eine drohende KI-Blase weist Son kategorisch zurück. Menschen, die über eine Überhitzung sprechen, seien "nicht klug genug", sagte der 68-Jährige. Wenn künstliche Intelligenz langfristig 10 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung generieren könne, würden selbst "kumulierte Ausgaben in Höhe von Billionen US-Dollar" mehr als ausgeglichen. "Wo ist die Blase?", fragte er.
Sons Auftritt fand auf einer Nebenveranstaltung eines der bedeutendsten saudi-arabischen Investmentgipfel statt. Die Verbindung zwischen SoftBank und Saudi-Arabien ist eng: Der Public Investment Fund (PIF) finanzierte 45 Milliarden US-Dollar des ersten Vision Fund und hat nach eigenen Angaben bisher rund 11,5 Milliarden US-Dollar in Japan investiert – bis 2030 sollen es 27 Milliarden sein.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

