Weltweiter Tech-Showdown

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    Nobelpreisträger schlägt Alarm: USA verlieren Quanten-Vorsprung an China

    Nobelpreisträger John Martinis warnt: China schließt im Quanten-Rennen rasant auf. Die Folgen für Sicherheit, Industrie und Machtbalance könnten enorm sein.

    Für Sie zusammengefasst
    • China holt im Quanten-Rennen rasant auf, USA besorgt.
    • Quantencomputer könnten Sicherheit und Infrastruktur gefährden.
    • Martinis warnt vor Verlust der technologischen Vorherrschaft.
    • Report: Vorsicht, geheim!
    Weltweiter Tech-Showdown - Nobelpreisträger schlägt Alarm: USA verlieren Quanten-Vorsprung an China

    Der frisch gekürte Physik-Nobelpreisträger John Martinis warnt vor einem rasant enger werdenden Abstand zwischen China und den Vereinigten Staaten bei Quantencomputern. In Tel Aviv sagte er gegenüber Bloomberg News, China sei "definitiv sehr wettbewerbsfähig" und es gebe "ein echtes Rennen". Für die großen Volkswirtschaften gehe es um nicht weniger als die Vorherrschaft in einer Schlüsseltechnologie, deren praktische Anwendungen nach seiner Einschätzung in fünf bis zehn Jahren bereitstehen könnten.

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    Quantencomputer versprechen eine völlig neue Rechenleistung, weil ihre Qubits gleichzeitig 0 und 1 sein können. Die Technologie könnte Verschlüsselungen knacken, militärische Kommunikation aushebeln und kritische Infrastruktur gefährden. An dem Wettrennen arbeiten Regierungen weltweit ebenso wie Alphabet-Tochter Google, International Business Machines (IBM) und zahlreiche Startups. Noch befindet sich die Technologie überwiegend in der Forschungsphase.

    Bei Google leitete Martinis die Entwicklung von Quantenhardware, die 2019 die sogenannte Quantum-Supremacy demonstrierte. Damals sah der Westen China noch rund drei Jahre zurück. Doch dieser Vorsprung sei rasant geschrumpft. "Sie haben schnell aufgeholt. Jetzt fürchten wir, dass wir ihnen nur Nanosekunden voraus sind", sagte Martinis. Er betont, er lese chinesische Fachpublikationen genau und sehe, wie oft wenige Monate nach westlichen Durchbrüchen Arbeiten mit vergleichbarer Leistungsfähigkeit erschienen.

    Warnungen bis ins Weiße Haus

    Martinis, Professor an der University of California in Santa Barbara, hat seine Sorge mehrfach in Washington vorgetragen. Er sagte, die Trump-Regierung habe zunächst den Vorsprung in der Künstlichen Intelligenz priorisiert, "aber wenden sich jetzt der Quantenphysik zu". Die Dringlichkeit steigt: Google meldete erst im Oktober, sein Quantenchip "Willow" habe einen Algorithmus ausgeführt, der 13.000 mal schneller war als auf dem besten Supercomputer. Dieser Fortschritt sei reproduzierbar und bahne den Weg zu nutzbaren Quantenanwendungen innerhalb von fünf Jahren.

     

    Neue Projekte und globaler Zugriff

    Martinis besucht Tel Aviv, um ein von seinem Unternehmen Qolab entwickeltes supraleitendes Qubit-System zu installieren. Das Projekt entsteht gemeinsam mit dem Israeli Quantum Computing Center und dem Startup Quantum Machines und soll Forschern weltweit zur Verfügung stehen. In der kommenden Woche wird er in Stockholm den Nobelpreis entgegennehmen, den er gemeinsam mit John Clarke und Michel Devoret erhält. Die Auszeichnung würdigt Arbeiten, die Quantencomputer und Sensoren entscheidend vorangebracht haben.

    Quantencomputer in den USA und Europa

    Microsoft arbeitet über seine Azure-Quantenplattform an skalierbaren, fehlertoleranten Quantencomputern. Dabei setzt das Unternehmen auf eigene topologische Qubits und stellte im Februar den ersten Prototyp "Majorana 1" vor.

    Im Rennen um die nächste Generation von Quantencomputern misst sich IBM unmittelbar mit Microsoft und Google. Das Unternehmen ging mit Cisco eine neue Partnerschaft ein und plant ein internationales Netzwerk aus fehlertoleranten Quantencomputern. Der Schritt schafft eine Infrastruktur, die den technischen Sprung in den kommerziellen Einsatz deutlich beschleunigen dürfte.

    Die Roadmap von IonQ zielt klar auf eine Führungsrolle im globalen Quantenmarkt. Das Unternehmen plant den Ausbau seiner leitenden Ionen-Qubit-Architektur, den Aufbau photonic-vernetzter Systeme und eine internationale Expansion.

    Am vergangenen Dienstag kündigte D-Wave eine eigene Geschäftseinheit für Regierungsaufträge in den Vereinigten Staaten an. Der kommerzielle Quantenpionier reagierte damit auf die steigende Nachfrage staatlicher Stellen nach spezialisierten Quantenlösungen.

    Auch Nvidia ist ins Rennen eingestiegen: Seit Oktober arbeitet das Unternehmen mit Rigetti zusammen, deren Systeme in Nvidias neue NVQLink-Plattform eingebettet werden. Diese soll künftig eine Brücke zwischen Quantencomputern und KI-Supercomputern schlagen.

    Eine frische Welle optimistischer Optionswetten und neue geopolitische Signale haben eine Rallye bei den Quantum-Computing-Spezialisten IonQ, Rigetti und D-Wave ausgelöst.

    In Europa positioniert sich Infineon Technologies als treibende Kraft in der Entwicklung von Quantentechnologien. Das Unternehmen ist derzeit der einzige industrielle Anbieter von Trapped-Ion-Technologien, einer zentralen Quanteninnovation. Seit 2017 investiert der Konzern in dieses Verfahren und kooperiert dabei mit führenden Akteuren wie Quantinium und IonQ. Die Technologie gilt als vielversprechender Ansatz für skalierbare Quantenprozessoren. Die deutsche Gruppe baut ihre Rolle als strategischer Lieferant im Hochleistungssegment konsequent aus und stärkt damit die europäische Wettbewerbsfähigkeit.

    Unser Podcast "Börse, Baby!"

    Mehr zu Quantencomputing und dessen große Chancen an der Börse können Sie in dieser Folge von unserem Podcast "Börse, Baby!" hören.

    Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurSaskia Reh
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