Beängstigend parabolisch
Silber: 75 US-Dollar möglich – aber dieses Crash-Level sollte jeder kennen
Silber hat sich 2025 verdoppelt und neue Rekorde erreicht. Doch Analysten warnen: Der Markt wirke überhitzt, die Rallye "parabolisch". Jetzt entscheidet sich, ob der Preis weiter steigt – oder schmerzhaft korrigiert.
- Silberpreis 2025 verdoppelt, Rekord bei 58,98 USD.
- Analysten warnen vor überhitztem Markt, parabolisch.
- Korrektur möglich: Silber könnte auf 40 oder 75 USD.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Der Silbermarkt hat 2025 eine historische Rallye erlebt: Der Preis des Metalls hat sich in diesem Jahr verdoppelt und erreichte am Mittwoch zunächst ein neues Rekordhoch von 58,98 US-Dollar. Getrieben wurde der Anstieg von Versorgungsengpässen, einem schwächeren US-Dollar und zunehmenden Konjunktursorgen. Zusätzlichen Rückenwind gab ein überraschender Rückgang der Beschäftigung im US-Privatsektor, der Zinssenkungserwartungen verstärkte und Edelmetalle noch attraktiver machte.
Doch Experten warnen zunehmend vor einer Überdehnung. "Silber ist parabolisch gestiegen", sagte Jonathan Krinsky, Chef-Markttechniker bei BTIG. Er verweist darauf, dass der iShares Silver Trust (SLV) an drei aufeinanderfolgenden Tagen um jeweils mindestens 2,5 Prozent zugelegt hat – ein Muster, das seit 2006 erst fünfmal vorkam. "Vier der fünf Fälle traten entweder bei oder kurz vor einem wichtigen Höchststand des SLV auf", sagte Krinsky. Mit einem Plus von über 100 Prozent hat SLV 2025 sogar die Gold-Performance deutlich übertroffen; der Gold-ETF GLD ist rund 60 Prozent gestiegen.
Auch Bloomberg-Stratege Mike McGlone mahnt zur Vorsicht. Die Verdopplung des Silberpreises sei "ein wenig beängstigend". Aufgrund der historisch hohen Volatilität sieht er die Möglichkeit für extreme Ausschläge: Silber könnte "auf 75 US-Dollar steigen oder auf 40 US-Dollar fallen". Der Markt sei 83 Prozent über seinem Fünfjahresdurchschnitt – ein Niveau, nach dem frühere Rallyes häufig heftig korrigierten. McGlone erinnert an die Serie großer Ausschläge: den Höchststand bei rund 49,50 US-Dollar im Jahr 1980, das 93-prozentige Tief von 1993 und die Rallye von 2011, gefolgt von dem Absturz auf 11,64 US-Dollar im Jahr 2020.
Gleichzeitig bleiben einige Investoren positiv gestimmt. Peter Boockvar von One Point BFG Wealth Partners bleibt für Silber, Gold und Platin bullish. Hybridfahrzeuge, die mehr Platin benötigen als Verbrenner, stützten die Nachfrage; zudem könnten Zinssenkungen der US-Notenbank 2026 Edelmetallen weiter Auftrieb geben.
Am Mittwoch gab Silber trotz des jüngsten Rekordes leicht nach, während Gold zulegte. Der schwache ADP-Arbeitsmarktbericht verstärkte die Wetten auf eine weitere Zinssenkung der Fed im Dezember; die CME-Daten zeigen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von 89 Prozent.
Trotz der weiterhin starken fundamentalen Nachfrage ist die Botschaft der Experten eindeutig: Die Rallye hat ein Tempo erreicht, das statistisch häufig Wendepunkte markiert. Anleger sollten aufmerksam bleiben, wenn Preisgrafiken "beginnen, wie Hockeyschläger auszusehen", wie Boockvar formulierte.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

