Neue Studie vorgelegt
Hensoldt, Renk und Co: Dieses Update mischt die Rüstungsbranche auf!
Die Bank of America hat eine neue Studie zu den beiden deutschen Rüstungswerten Renk und Hensoldt vorgelegt. Das sorgt am Freitag für kräftige Bewegungen.
- Bank of America bewertet Renk und Hensoldt neu.
- Renk erhält Kaufempfehlung, Hensoldt wird skeptisch.
- Hohe Bewertungen belasten deutsche Rüstungswerte.
- Report: Vorsicht, geheim!
Anleger warten auf neue Impulse – und bekommen sie geliefert
Bei deutschen Verteidigungswerten zeichnen sich nach einer wochenlangen Korrektur Bodenbildungen sowie erste Gegenbewegungen ab. Insbesondere Branchenprimus Rheinmetall profitierte hierfür auch von einer Insidertransaktion: CEO Armin Papperger hatte am Montag erneut zugeschlagen und weiter eigene Anteile gekauft.
Für neue Impulse bei Hensoldt und Renk sorgt dagegen am Freitag eine Analystenstudie. Benjamin Heelan, Experte der US-Großbank Bank of America, hat die beiden Unternehmen einer erneuten Einschätzung unterzogen – mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Bank of America bewertet deutsche Rüstungswerte neu
Panzergetriebehersteller Renk empfiehlt Heelan, der laut dem Vergleichsportal für Wall-Street-Expertinnen und -Experten TipRanks als durchschnittlich zuverlässiger Analyst gilt, mit einem Kursziel von 60,50 Euro zum Kauf. Bislang war er der Aktie gegenüber skeptisch eingestellt, sieht in dem Rückgang der vergangenen Wochen aber eine Chance zum Einstieg.
Seine zuvor äußerst optimistische Prognose für Luftverteidigungsspezialist Hensoldt strich er hingegen von 117 auf 77 Euro zusammen. Gleichzeitig kappte er seine Kaufempfehlung von Anfang Juni. Unverändert beließ er seine Einschätzung zu Rheinmetall, jedoch reduzierte er sein Kursziel um 10 Euro auf 2.215 Euro.
Insgesamt bleibt er für die langfristigen Aussichten der Branche zuversichtlich und sieht in den jüngsten diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges keinen Game Changer.
Renk profitiert, Zurückhaltung bei Hensoldt und Rheinmetall
Die veränderten Einschätzungen des BofA-Strategen verfehlen vor dem Wochenende ihre Wirkung nicht. Während Renk sehr stark eröffnete und am Vormittag ein Plus von rund 3,5 Prozent verzeichnete, geriet Hensoldt unter Verkaufsdruck und büßte zeitweise 2,5 Prozent an Wert ein. Die Aktie konnte einen Teil ihrer Verluste inzwischen jedoch wettmachen.
Rheinmetall wiederum lag über ein Prozent im Minus. Nichtsdestotrotz zeichnet sich im Wochenchart der Aktie ein sogenanntes Bullish Engulfment und damit ein Fortsetzungssignal der Erholungsgewinne aus der Vorwoche ab. Für alle drei Werte ist es jedoch noch zu früh, um bereits von einer Trendwende sprechen zu können – die hohen Unternehmensbewertungen könnten im Umfeld der Ukraine-Verhandlungen ein Belastungsfaktor bleiben.
Fazit: US-Werte bleiben für den Moment attraktiver
Anlegerinnen und Anleger deutscher Verteidigungswerte haben nach dem Abverkauf der letzten Wochen auf neue Impulse gewartet – und diese in Form eines Branchenupdates durch BofA-Spezialisten Benjamin Heelan erhalten, der vor allem Hensoldt und Renk einer Neubewertung unterzogen hat.
Mit Blick auf die Charts zeichnet sich eine Bodenbildung und die Chance auf eine Gegenbewegung ab. Die hohen Bewertungen insbesondere im Vergleich zur US-amerikanischen Konkurrenz könnten aber ein dauerhaftes Problem bleiben. Wer in Rüstung investieren will, sollte zumindest aktuell aus fundamentaler Perspektive Lockheed Martin und Northrop Grumman den Vorzug geben.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

