Passives Einkommen
UHT: Dividendenaristokrat mit der höchsten Rendite und 39 Jahre Erhöhungen
Mit der höchsten Rendite unter den Dividendenaristokraten ist UHT ein außergewöhnlicher Kandidat für ein Portfolio, das auf sichere Einnahmen ausgerichtet ist. Hält das Unternehmen, was es verspricht?
Viele Dividendenaktien haben 2022 und 2023 etwas an Attraktivität für Anleger verloren, da die weltweiten Zinserhöhungen der Notenbanken die Investoren zu sicheren Optionen mit höheren Renditen trieben. Nachdem diese Renditen zuletzt jedoch allmählich wieder sanken, dürften wieder mehr Anleger zu hochverzinslichen Dividendenaktien zurückkehren. In diesem Fall könnten Immobilien-Investmentgesellschaften (REITs), die für ihre vorhersehbaren und hohen Renditen bekannt sind, deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Einer der attraktivsten Dividendenzahler im REIT-Sektor ist aber Universal Health Realty Income Trust (UHT), mit denen wir uns im heutigen Dividenden-Radar auseinandersetzen wollen. Das Unternehmen hat seine Ausschüttungen mittlerweile 39 Jahre in Folge kontinuierlich gesteigert und ist mit einer bemerkenswerten Rendite von mehr als 7 Prozent aktuell die Nummer Eins unter den Dividendenaristokraten, noch vor früheren Spitzenreitern wie Altria (hier im Radar) oder Rubis (hier im Radar).
Nachdem wir uns letzte Woche Aegon angesehen haben, einen der größten Versicherer Europas, der mit einer soliden Dividende und stabilem Geschäftsmodell punktet, wenden wir uns diesmal also UHT zu, die mit einem klaren Fokus auf Gesundheitsimmobilien aus dem REIT-Sektor hervorstechen. Das Geschäftsmodell von UHT basiert auf langfristigen Mietverhältnissen im Gesundheitssektor und könnte für passive Investoren auf der Suche nach verlässlichen Einkommensquellen interessant sein.
UHT ist als REIT verpflichtet, mindestens 90 Prozent seines steuerpflichtigen Einkommens als Dividende auszuschütten, was die hohe Dividendenrendite und regelmäßige Ausschüttungen erklärt. Das Unternehmen besitzt ein Portfolio von 76 Immobilien in 21 US-Bundesstaaten, die hauptsächlich an Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen vermietet sind – eine Branche, die relativ stabil ist und die Einkommenssicherheit des Unternehmens unterstützt.
Das Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell von UHT profitiert von langfristigen Mietverträgen und Triple-Net-Leasing-Modellen, bei denen der Mieter für die meisten Betriebskosten verantwortlich ist. Dies trägt zur Stabilität der Cashflows bei und macht das Unternehmen weniger anfällig für wirtschaftliche Schwankungen.
Bei der Vermietung seiner Immobilien hat UHT darauf geachtet, finanziell möglichst gut aufgestellte Unternehmen zu finden, die eine verlässliche Einnahmequelle gewährleisten und so die Dividendenzahlungen absichern. Im dritten Quartal konnte das Unternehmen Umsatz und Gewinn leicht steigern. Die Funds from Operations (FFO) stiegen auf 12,2 Millionen US-Dollar. Diese Kennzahl ist für REITs besonders wichtig, da sie die Fähigkeit eines Unternehmens widerspiegelt, stabile Dividenden zu zahlen. Die FFO-Auszahlungsquote liegt bei für ein REIT gesunden und nachhaltig finanzierbaren 85 Prozent.
UHT kündigt die Höhe der Ausschüttungen immer relativ kurzfristig an. Wenn es so weitergeht wie bisher, könnten sich die Ausschüttungen für 2026 auf insgesamt 3,00 US-Dollar belaufen und für 2027 dann auf 3,04 US-Dollar, was einer Rendite von 7,63 Prozent entspräche. Die Verlässlichkeit, mit der die Zahlungen über die vergangenen Jahrzehnte – trotz Finanzkrisen und Marktverwerfungen – erhöht wurden, macht es relativ unwahrscheinlich, dass sich das Unternehmen plötzlich von seiner bisherigen Politik verabschiedet.
Für das dritte Quartal wurden Ende September 0,74 US-Dollar pro Aktie ausgeschüttet. Die Ankündigung für das vierte Quartal dürfte in den nächsten Tagen erfolgen. Wenn es so weitergeht wie bisher, könnte es eine Mini-Erhöhung auf 0,745 US-Dollar geben, die dann Ende Dezember ausgezahlt werden. Damit würden sich die Ausschüttungen für 2025 auf 2,96 US-Dollar summieren, was einer aktuellen Rendite von 7,43 Prozent entspricht.
Nicht allzu viele Impulse können potenzielle Anleger vom Aktienkurs des REIT erwarten. Zwar haben die Titel seit Anfang des Jahres mehr als 9 Prozent zugelegt, auf Sicht von 12 Monaten allerdings 0,9 Prozent verloren.
Passives Einkommen von 12.000 Euro mit UHT
Um jährlich 12.000 Euro an Dividenden von UHT zu erzielen, benötigen wir bei einer jährlichen Dividende von 2,96 US-Dollar (2,54 Euro) pro Aktie rund 4.700 Anteilsscheine des Unternehmens. Bei einem aktuellen Kurs von 39,84 US-Dollar, müssten Investoren also rund 187.000 US-Dollar auf den Tisch legen, das entspricht etwa 160.000 Euro.
Zum Vergleich: Bei dem niederländischen Versicherer Aegon waren es im Radar der vergangenen Woche 220.000 Euro und bei dem REIT Two Harbors (hier im Radar), das mit einer Traum-Rendite von 17 Prozent glänzt, aber auch viel Risiko mit sich bringt, lediglich 76.000 Euro.
Fazit
Universal Health Realty Income Trust bleibt trotz einer schwachen Kursentwicklung eine sehr verlässliche Dividendenaktie im REIT-Sektor. Die kontinuierliche Steigerung der Auszahlungen über 39 Jahre spricht für ein konservatives und gut geführtes Unternehmen. Mit einer Dividendenrendite von 7,43 Prozent und einem robusten Geschäftsmodell im Gesundheitsimmobilienbereich kann UHT eine attraktive Wahl für einkommensorientierte Anleger sein. Wer auf langfristige Stabilität und die Verlässlichkeit eines Dividendenaristokraten bei den Ausschüttungen setzt, kann in UHT eine solide Ergänzung für das Portfolio finden.
Steuerliche Behandlung
Für deutsche Anleger unterliegt die Dividende von Universal Health Realty Income Trust (UHT) der US-Quellensteuer, die standardmäßig bei 30 Prozent liegt. Allerdings kann diese durch das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA auf 15 Prozent reduziert werden.
Da die US-Quellensteuer von 15 Prozent bereits einbehalten wird, kann diese auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet werden. Das bedeutet, dass der deutsche Anleger nur den Unterschied zwischen der Abgeltungsteuer (26,375 Prozent, inkl. Solidaritätszuschlag) und der angerechneten US-Quellensteuer (15 Prozent) bezahlen muss.
Übersicht zur Dividende von Universal Health Realty Income Trust (UHT)*
Marktkapitalisierung: 552,2 Millionen US-Dollar (474 Millionen Euro)
Dividende erhöht: 39 Jahre in Folge
Dividende nicht gesenkt: 39 Jahre in Folge
Dividende kontinuierlich ausgeschüttet: 40 Jahre in Folge (seit der Gründung 1986)
Zeitplan
10.09.2025: Dividendenankündigung
22.09.2025: Ex-Dividende / Record Day
30.09.2025: Dividendenzahlung
* Quelle: UHT, wallstreetONLINE.
| Kalenderjahr* |
Dividendenrendite in %** |
Dividende in US-Dollar*** |
|---|---|---|
| 2028 | 7,73e | 3,08e |
| 2027 | 7,63e | 3,04e |
| 2026 | 7,53e | 3,00e |
| 2025 | 7,43e | 2,96e |
| 2024 | 7,85 | 2,92 |
| 2023 | 6,66 | 2,88 |
| 2022 | 5,95 | 2,84 |
| 2021 | 4,71 | 2,80 |
| 2020 | 4,29 | 2,76 |
| 2019 | 2,32 | 2,72 |
| 2018 | 4,37 | 2,68 |
* Quellen: UHT, wallstreetONLINE.
** Zur Errechnung der Dividendenrendite wurde der Schlusskurs des jeweiligen Geschäftsjahres genommen, beziehungsweise für 2025 und die Prognosen der aktuelle Kurs.
*** Die Prognosen für die Dividendenaussüttungen 2026-2028 sind selbst erstellt.
Die optimale Dividendenstrategie
Eine optimale langfristige Dividendenstrategie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem individuellen Risikoprofil, den Anlagezielen und der finanziellen Situation. Hier sind jedoch einige allgemeine Prinzipien, die empfohlen werden können:
Diversifikation: Investieren Sie in eine breite Palette von Unternehmen und Sektoren, um das Risiko zu streuen. Diversifikation kann helfen, das Portfoliorisiko zu mindern, da nicht alle Sektoren gleichzeitig von Marktschwankungen betroffen sind.
Qualitätsaktien wählen: Achten Sie auf Unternehmen mit einer starken Bilanz, stabilen Cashflows und einer Geschichte von zuverlässigen und wachsenden Ausschüttungen. Solche Unternehmen sind oft besser positioniert, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Dividenden zu zahlen.
Reinvestition von Dividenden: Das Reinvestieren von Dividenden kann das Wachstum des Portfolios beschleunigen. Durch den Zinseszinseffekt können reinvestierte Dividenden über die Zeit einen signifikanten Beitrag zum Gesamtertrag des Portfolios leisten.
Langfristige Perspektive: Dividendenstrategien sind oft langfristig ausgerichtet. Marktschwankungen sollten daher nicht zu überstürzten Entscheidungen führen. Geduld und Beständigkeit sind Schlüssel zum Erfolg.
Steuereffizienz berücksichtigen: Die steuerliche Behandlung von Dividenden kann je nach Land und individueller Situation variieren. Es ist wichtig, Steuereffekte in die Strategie einzubeziehen.
Überwachung und Anpassung des Portfolios: Portfolios sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin den eigenen Anlagezielen entspricht und gut diversifiziert bleibt.
Bewertung: Achten Sie auf die Bewertung der Aktien. Hohe Dividendenrenditen sind nicht immer ein gutes Zeichen; sie können auch ein Hinweis auf Probleme im Unternehmen sein.
Verwendung von Dividendenfonds, -ETFs: Für Anleger, die nicht direkt einzelne Aktien auswählen möchten, können Dividendenfonds eine praktikable Alternative sein, da sie eine gute Möglichkeit zur Diversifikation bieten.
Fazit:
Dividendeninvestitionen können eine großartige Möglichkeit sein, ein passives Einkommen aufzubauen. Indem Sie sich auf Unternehmen mit stabiler Dividendenhistorie konzentrieren, können Sie Ihr Portfolio schrittweise ausbauen. Dabei ist natürlich immer zu beachten, dass Investitionen in Dividendenaktien – wie alle Investitionen – mit Risiken verbunden sind.
Weitere interessante Dividenden-Aktien befinden sich übrigens auch in der Dividenden-Watchlist unseres Börsenexperten Markus Weingran, dessen Börsenlounge sich täglich mit aktuellen Marktentwicklungen, Investitionstipps und Finanzthemen befasst.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
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