Schwerpunkt Europa
Volkswagen kündigt 160 Milliarden Euro Investitionsprogramm an
Volkswagen kündigt eine milliardenschwere Investitionsoffensive an, um sich nach Krisenjahren in China und den USA mit neuem Fokus auf Europa aufzustellen.
- Volkswagen investiert 160 Milliarden Euro bis 2030.
- Fokus auf Europa nach Krisen in China und USA.
- Analysten sehen langfristiges Potenzial für Aktien.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Der Volkswagen-Konzern hat ein neues Investitionsprogramm in Höhe von 160 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 angekündigt. Wie CEO Oliver Blume in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen erklärte, richtet der Autohersteller seinen Fokus verstärkt auf Deutschland und Europa, nachdem die Märkte in China und den USA zunehmend unter Druck geraten sind.
Das neue Investitionsvolumen liegt damit leicht unter den 165 Milliarden Euro des Plans für die Jahre 2025 bis 2029. Zum Vergleich: Der Investitionshöhepunkt wurde 2024 mit 180 Milliarden Euro erreicht – seither zieht der Konzern spürbar die Ausgabenbremse.
Harte Zeiten in China und den USA – Porsche besonders betroffen
Volkswagen steht vor massiven Herausforderungen in seinen zwei wichtigsten Auslandsmärkten. In den USA belasten Importzölle und politische Spannungen die Geschäfte, während in China aggressive Preiskämpfe und die wachsende Dominanz einheimischer Elektroautohersteller die Margen drücken.
Vor allem die Tochtermarke Porsche, die etwa die Hälfte ihrer Fahrzeuge in diesen beiden Märkten verkauft, leidet unter dem schwächelnden Absatz. Das Unternehmen hat deshalb eine deutliche Rücknahme seiner Elektrostrategie angekündigt. Laut Blume werden die Sparprogramme bei Porsche bis 2026 fortgesetzt.
"Der Schwerpunkt unserer Investitionen liegt klar auf Deutschland und Europa – in Produkte, Technologie und Infrastruktur", betonte Blume.
Porsche-Wachstum in China gestoppt
Blume, der im Januar seine Doppelrolle als Porsche-Chef aufgibt, um sich voll auf die Leitung des Volkswagen-Konzerns zu konzentrieren, dämpfte die Erwartungen für den chinesischen Markt deutlich.
"Für Porsche ist in China kurzfristig kein Wachstum zu erwarten", sagte Blume.
Gleichzeitig stellte er jedoch lokalisierte Produktion innerhalb des Volkswagen-Konzerns in Aussicht. Eine maßgeschneiderte Porsche-Baureihe für China sei langfristig denkbar.
Auch für Audi stehen wichtige Weichenstellungen bevor. Eine Entscheidung über eine mögliche US-Produktion hängt laut Blume maßgeblich von staatlicher Unterstützung aus Washington ab.
BofA: Volkswagen bleibt ein Kauf
Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen sehen Analysten langfristiges Potenzial. Die Bank of America (BofA) bestätigte in einem Bericht die Kaufempfehlung (Buy) für die Volkswagen-Aktie und behielt das Kursziel von 115 Euro bei.
"Unsere Kaufempfehlung beruht auf dem erheblichen Selbsthilfepotenzial und der Unterbewertung des Konzerns", heißt es im Bericht.
BofA erwartet für das Geschäftsjahr 2026 eine deutliche Ergebniswende: Nach einem schwierigen Jahr 2025, das von rund 10 Milliarden Euro Belastungen durch Zölle und Restrukturierungen geprägt sein dürfte, soll der operative Gewinn von 9,6 auf 17,4 Milliarden Euro steigen.
Besonders Audi soll laut den Analysten den Erholungsschub 2026 tragen, während Kostensenkungen bei der VW-Kernmarke, bessere Elektrofahrzeuge und eine Ertragswende bei Porsche ab 2028 für nachhaltiges Wachstum sorgen sollen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die Volkswagen Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,19 % und einem Kurs von 107,9EUR auf Tradegate (08. Dezember 2025, 08:14 Uhr) gehandelt.

