Streaming-Monopol?
Trump: Netflix-Warner-Deal steht vor Regierungsprüfung
Trump kündigt an, den Netflix-Warner-Deal genau prüfen zu lassen, und warnt, der wachsende Streaming-Gigant könne zu mächtig werden.
- Trump prüft Netflix-Warner-Deal auf Wettbewerbsrisiken.
- Netflix könnte Streaming-Marktanteil erheblich steigern.
- Deal könnte bis zu 18 Monate intensiv geprüft werden.
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US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag bekräftigt, dass die geplante 83-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. durch den Streaming-Giganten Netflix einer umfassenden Regierungsprüfung unterzogen wird.
"Netflix hat einen sehr großen Marktanteil", sagte Trump. "Wenn sie Warner Bros. hinzunehmen, steigt dieser Anteil erheblich. Das könnte ein Problem sein."
Die Aussagen des Präsidenten kommen nur zwei Tage nach Bekanntgabe des Mega-Deals, in dessen Rahmen Netflix große Teile des Warner-Bros.-Discovery-Konzerns übernehmen will – einschließlich der traditionsreichen Filmstudios und der Streaming-Plattform HBO Max.
Netflix auf dem Weg zum Streaming-Monopol?
Sollte die Transaktion genehmigt werden, würde Netflix schlagartig zur dominierenden Kraft im globalen Streaming-Markt aufsteigen. Branchenanalysten schätzen, dass ein vereinigtes Netflix-Warner-Konglomerat bis zu ein Drittel des weltweiten On-Demand-Konsums in westlichen Märkten kontrollieren könnte.
Schon heute ist Netflix der dominierende Anbieter im US-Streamingmarkt. Nach Daten des Analyseunternehmens Antenna verfügte Netflix im Oktober über rund 69 Millionen zahlende Abonnenten in den USA – fast dreimal so viele wie HBO Max. Zusammen mit Amazon Prime Video bildet Netflix das Schwergewicht im Abonnement-Streaming.
Trump: "Ich werde in die Entscheidung involviert sein"
Trump bestätigte außerdem, dass er sich persönlich an der Prüfung des Deals beteiligen wolle. "Das ist etwas, worüber auch die Ökonomen entscheiden werden – aber ich werde involviert sein", sagte der Präsident.
Er fügte hinzu, dass er kürzlich Netflix-Co-CEO Ted Sarandos im Oval Office empfangen habe. "Ich habe Ted getroffen. Ich halte ihn für fantastisch. In der Geschichte Hollywoods gibt es fast niemanden, der erreicht hat, was er erreicht hat", lobte Trump, verglich Sarandos sogar mit MGM-Mitgründer Louis B. Mayer. Trotz des Lobes warnte der Präsident vor einer möglichen Wettbewerbsverzerrung.
Regulierungsrisiken und Milliardenstrafe bei Scheitern
Sowohl das Justizministerium (DOJ) als auch die Federal Trade Commission (FTC) sollen bereits in Gespräche mit den beteiligten Unternehmen eingebunden sein.
In den eingereichten Unterlagen verpflichtete sich Netflix, eine Vertragsstrafe von 5,8 Milliarden US-Dollar zu zahlen, falls die Transaktion an kartellrechtlichen oder rechtlichen Hürden scheitern sollte. Branchenbeobachter rechnen mit einer intensiven Prüfung, die bis zu 18 Monate dauern könnte.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

