Milliardenmarkt
Magnum geht an die Börse: Analysten sehen Wachstum – doch Risiken bleiben
Magnum geht als Unilever-Abspaltung an die Börse. Der Fokus auf Eis soll Wachstum bringen, doch Zuckertrends, Rohstoffpreise und Abhängigkeit vom Kerngeschäft bergen Risiken.
- Magnum geht als Unilever-Abspaltung an die Börse.
- Fokus auf Eiscreme birgt Chancen und Risiken.
- Zuckertrends und Rohstoffpreise könnten Umsatz drücken.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Die Magnum Ice Cream Company wird am Montag ihre lang erwartete Abspaltung von Unilever mit einem Börsengang in Amsterdam abschließen. Wie das mittlerweile weltweit größte eigenständige Eiscremeunternehmen und Heimat von Marken wie Wall's, Ben & Jerry's und Cornetto, bekanntgab, hat es die Zulassung zur Notierung an der Euronext in Amsterdam, der Londoner und New Yorker Börse erhalten.
Unilever trennt sich von einer Geschäftseinheit, deren Kühlkette nur wenige Synergien mit anderen Lebensmittelmarken im Portfolio wie Dove-Seife und Axe-Deodorant bietet. Magnum setzt dahingegen 100 Prozent auf Eiscreme, um schlummernde Produktivitätsvorteile freizusetzen. Wie Unilever am Montag bekanntgab, hat das Unternehmen die Abspaltung am 06. Dezember abgeschlossen. Es will die Aktienzusammenlegungsquote im Laufe des Tages bekanntgeben.
Der CEO von Magnum, Peter ter Kulve, sagte dazu am Montag, dass das Unternehmen einen "stolzen Meilenstein" erreicht habe und als unabhängiges börsennotiertes Unternehmen "agiler, fokussierter und ehrgeiziger denn je" sein werde. Magnum beherrscht mehr als ein Fünftel des 87 Milliarden US-Dollar schweren globalen Eiscrememarktes.
Die Börsennotierung wird die Bereitschaft der Investoren für ein zuckerreiches Produkt testen, und zwar zu einer Zeit, in der GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion die Verbrauchertrends aufgerüttelt haben und US-Präsident Donald Trump eine Kampagne mit dem Titel "Make America Healthy Again" vorantreibt. Vergangenen Dienstag erklärte Magnum, dass die Ben & Jerry's Foundation, eine von der Marke finanzierte, in den USA ansässige Wohltätigkeitsorganisation, Mängel in der Finanzkontrolle und der Unternehmensführung beheben müsse, um weiterhin vollständig finanziert zu werden. Dieses Problem betrifft Magnum besonders stark. Der Jahresumsatz von Ben & Jerry's in Höhe von 1,1 Milliarden Euro (1,28 Milliarden US-Dollar) macht fast 14 Prozent des weltweiten Umsatzes von Magnum aus, verglichen mit nur 1,8 Prozent bei Unilever.
Sowohl Magnum als auch Ben & Jerry’s haben sich in den Köpfen vieler Menschen etabliert als Marken, bei denen man sich bedient, wenn man sich etwas gönnen möchte – ein Luxusprodukt sozusagen. Durch diese Vermarktung kann ein höherer Preis aufgerufen werden. Die Analysten der Privatbank Berenberg gehen davon aus, dass Magnum seinen Umsatz weiter steigern kann. Gleichwohl bleibt das Geschäftsfeld nicht ohne Risiken, die Aktionäre kennen sollten. So hängt das Wohl der Firma von einem einzigen Produkt ab, eben dem Eis. Rohstoffbedingte Kostensteigerungen können sich also besonders stark auswirken, etwa wenn extreme Wetterereignisse die Ernte beeinflussen und die Ressourcen knapp werden. In den vergangenen Jahren hat sich Kakao stark verteuert. Magnum muss dies auch an die Kunden weitergeben und die Preise entsprechend anheben. Die Folge könnte ein Rückgang der Nachfrage sein. Davor warnen auch die Analysten von Berenberg.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -4,60 % und einem Kurs von 49,00 auf Tradegate (08. Dezember 2025, 10:28 Uhr) gehandelt.

