Aktie klettert
Paukenschlag: Siemens’ Rolle bei Rheinmetall ist viel größer als bisher bekannt
Rheinmetall profitiert zu Wochenbeginn gleich doppelt: neuer Munitionsauftrag und Hightech-Unterstützung von Siemens. Die wachsende Verzahnung zwischen Industrie und Rüstung sorgt für frischen Rückenwind.
- Rheinmetall erhält neuen Munitionsauftrag von Bundeswehr.
- Siemens unterstützt Automatisierung in Rheinmetall-Werken.
- Kooperation mit Healthineers stärkt technologische Reichweite.
- Report: Vorsicht, geheim!
Rheinmetall stärkt seine industrielle Basis weiter – und arbeitet dabei enger mit Siemens zusammen. Wie der Konzern gegenüber der Welt am Sonntag bestätigte, hat Siemens in den Werken Weeze und Neuss "zur Automatisierung verschiedener Fertigungsanlagen beigetragen". In Weeze fertigt Rheinmetall Rumpfteile für den F-35-Kampfjet. Siemens selbst wollte sich zu der Zusammenarbeit nicht äußern, teilte der Zeitung jedoch mit, ein "langfristiger Technologie-Partner der Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie" zu sein und Geschäftsbeziehungen zu den "zehn größten westlichen Verteidigungsunternehmen", darunter Boeing, Lockheed Martin, BAE Systems und Airbus, zu pflegen. Gleichzeitig betont der Konzern, selbst keine Rüstungsgüter herzustellen.
Auch Siemens Healthineers arbeitet mit Rheinmetall zusammen. Laut Welt am Sonntag erklärte Rheinmetall, dass "unter anderem verschiedene Container" mobiler Feldlazarette mit CT- und Röntgengeräten von Siemens Healthineers ausgestattet sind. Details nannten beide Unternehmen nicht, doch die Recherchen zeigen, dass sich zivile Hochtechnologie und Verteidigungsindustrie stärker verzahnen als bislang öffentlich bekannt.
Unabhängig davon hat die Bundeswehr erneut 120-mm-Gefechts- und Übungsmunition bestellt. Die Order im dreistelligen Millionenbereich erfolgt aus dem 2023 auf vier Milliarden Euro ausgeweiteten Rahmenvertrag, der Lieferungen bis 2030 vorsieht. Die Patronen werden unter anderem im Leopard-2-Kampfpanzer eingesetzt und dienen dazu, entstandene Lücken in den Munitionsbeständen zu schließen und Vorräte angesichts der sicherheitspolitischen Lage auszubauen. Rheinmetall bleibt damit der zentrale Munitionslieferant im 120-mm-Segment für Deutschland und zahlreiche Nutzerstaaten des Leopard-Panzers.
Zusammen zeigen beide Entwicklungen – der neue Munitionsabruf und die Siemens-Kooperation –, dass Rheinmetall nicht nur vom politischen Auftragsumfeld profitiert, sondern sich parallel industriell weiter aufstellt. Während die Bestellungen der Bundeswehr das Kerngeschäft stabilisieren, signalisiert die Einbindung von Siemens und Healthineers eine strukturelle Erweiterung von Rheinmetalls technologischer Reichweite. Der Konzern rückt damit weiter in die Mitte der europäischen Sicherheitsindustrie vor – unterstützt von Partnern, die bislang eher im zivilen Hightech-Bereich sichtbar waren.
Die Rheinmetall-Aktie startet entsprechend mit Rückenwind in die neue Handelswoche. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf mehr als 155 Prozent.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

