Jahrelange Schwäche vorbei?
Diese Luxusaktien gehören 2026 ins Depot
Nach massiven Gewinnrückgängen hellt sich der Blick auf den Luxussektor auf. Die UBS sieht erste Signale einer Erholung, neue Top-Picks und klare Risiken. Warum 2026 zum Wendepunkt werden könnte.
- UBS sieht erste Anzeichen der Erholung im Luxussektor.
- Umsatzwachstum von 5% und Gewinnwachstum von 12% bis 2026.
- Risiken durch Modetrends und Marktunsicherheiten bleiben.
- Report: Vorsicht, geheim!
Nach einer seit Ende 2023 bewusst zurückhaltenden Positionierung gegenüber dem Luxussektor sehen die Analysten der UBS erste Anzeichen einer Stabilisierung. In den vergangenen Quartalen waren die Gewinne in der Branche etwa um ein Fünftel gefallen. Nun geht die UBS davon aus, dass das Schlimmste überstanden sein könnte.
Für den gesamten von der Bank abgedeckten Sektor erwartet die UBS im Jahr 2026 ein organisches Umsatzwachstum von fünf Prozent. Gleichzeitig prognostizieren die Analysten ein Gewinnwachstum je Aktie von zwölf Prozent. Die Erholung befinde sich zwar noch in einem frühen Stadium, doch es gebe nachvollziehbare Gründe für wachsende Zuversicht. Dazu zählt die sich verbessernde Nachfrage in China sowie eine zunehmende Kreativität innerhalb der Branche, die Verbraucher wieder in die Geschäfte locken könnte.
Nach einer jüngsten Hochstufung von LVMH auf "Kaufen" haben die UBS-Analysten ihre Einschätzung zu Prada angepasst. Die Aktie wurde von "Kaufen" auf "Neutral" abgestuft. Als Begründung nennt die Bank Risiken durch sich wandelnde Modetrends sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Integration von Versace.
Gleichzeitig stuft die UBS EssilorLuxottica von "Neutral" auf "Kaufen" hoch. Die Ergebnisse des dritten Quartals hätten überzeugt, dass das Unternehmen zu einem der am schnellsten wachsenden Werte im beobachteten Universum werden könne, ohne seine defensiven Eigenschaften zu verlieren. Bei Kering bleibt die UBS vorerst neutral, bis der Vorstandsvorsitzende mehr Klarheit über die künftige Strategie schafft.
Regional kalkuliert die UBS mit einem Umsatzwachstum von sechs Prozent in China, sieben Prozent in den Vereinigten Staaten und ebenfalls sechs Prozent in Europa. Diese Regionen machen zusammen rund siebzig Prozent des Branchenumsatzes aus. Wesentliche Änderungen an den Schätzungen für 2026 nimmt die Bank aktuell nicht vor. Erstmals seit mehr als zwei Jahren sieht sie jedoch wieder Risiken mit Aufwärtspotenzial. Als möglichen ersten Katalysator nennt die UBS ein verbessertes organisches Wachstum im vierten Quartal über die gesamte Branche hinweg.
Hinzu kommen Wechselkurseffekte, da der Sektor stark vom Euro abhängig ist und rund 100 Prozent der Herstellungskosten in dieser Währung anfallen. Auch die Nachfrage in den Vereinigten Staaten bleibt ein Schlüsselfaktor. Nach der starken Entwicklung im Jahr 2025 sieht die UBS hier allerdings das Risiko einer Korrektur an den Aktienmärkten. Zudem könnte eine steigende Kreativität und Produktinnovation die sogenannte aspirationale Nachfrage im unteren Marktsegment neu beleben.
| Unternehmensname | 12-Monats-Rating |
|---|---|
| Brunello Cucinelli S.p.A. | Kaufen |
| Burberry | Kaufen |
| Compagnie Financière Richemont SA | Kaufen |
| Ermenegildo Zegna NV | Neutral |
| EssilorLuxottica | Kaufen |
| Ferrari NV | Kaufen |
| Hermès International SCA | Neutral |
| Hugo Boss AG | Neutral |
| Kering | Neutral |
| LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SA | Kaufen |
| Moncler SpA | Neutral |
| Pandora A/S | Verkaufen |
| Prada SpA | Neutral |
| Salvatore Ferragamo S.p.A. | Neutral |
| Swatch Group AG | Verkaufen |
| The Watches of Switzerland Group | Neutral |
Quelle: UBS Global Research; LSEG Eikon.
Bei den Einzelwerten setzt die UBS weiterhin auf Richemont und LVMH. Beide Unternehmen profitierten von anhaltenden Marktanteilsgewinnen im Schmuckbereich und klar positionierten Markenstrategien. Ebenfalls positiv bewertet die Investmentbank Burberry als aktuell wichtigste Turnaround-Story. Breitling und Ferrari gelten aus Sicht der Analysten nach deutlichen Kursrückgängen zu Jahresbeginn als widerstandsfähige Titel im hochpreisigen Luxussegment.
Auch EssilorLuxottica bleibt aufgrund des langfristigen Potenzials im Bereich Wearables auf der Kaufliste. Skeptisch zeigt sich die UBS weiterhin gegenüber Swatch Group wegen einer strukturellen Underperformance sowie gegenüber Pandora, wo die Bank eine nachlassende Markendynamik und eine hohe Abhängigkeit vom anfälligeren unteren Konsumsegment sieht.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

