Gold als letzter Schutz
Jetzt beginnt die gefährlichste Zeit für Anleger seit Jahrzehnten, warnt Dalio
Laut Ray Dalio steuert Amerika auf einen Schulden-Schock zu. Der Milliardär erklärt, warum klassische Anlagen leiden, der US-Dollar wankt – und Gold für ihn jetzt der zentrale Schutz ist.
- Amerika droht Schulden-Schock, Dalio warnt eindringlich.
- Gold als Schutz, 15% Allokation empfohlen für Anleger.
- Politische Blockade erschwert Lösungen, Krise droht.
- Report: Vorsicht, geheim!
Ray Dalio warnt erneut vor einer US-Schuldenkrise, die nach seiner Einschätzung längst absehbar ist. Der Gründer von Bridgewater Associates betonte in einem Gespräch mit der Oxford Union, dass die Staatsverschuldung von inzwischen rund 38 Billionen US-Dollar ein Risiko darstellt, das einem wirtschaftlichen "Herzinfarkt" gleiche. Die reine Höhe der Schulden sei dabei weniger entscheidend als die Relation zum Bruttoinlandsprodukt und der Anteil der Zinskosten. Die USA liegen inzwischen bei einer Schuldenquote von etwa 120 Prozent, und allein die wöchentlichen Zinszahlungen belaufen sich auf mehr als 10 Milliarden US-Dollar.
Dalio sieht zwar Wege, eine Krise zu verhindern – höhere Steuern, geringere Ausgaben, bessere Priorisierung –, hält sie aber politisch für unrealistisch. "Es kommt wirklich auf ein bisschen von allem an", zitiert ihn Fortune. Notwendig wäre eine starke politische Mitte, die schwierige Entscheidungen trägt. Doch: "Ich glaube nicht, dass diese Dinge geschehen werden." Ohne parteiübergreifende Kommission drohten die Fronten weiter zu verhärten.
Er warnte zudem vor der geopolitischen Dimension der Schulden. "Die Schulden des einen sind das Vermögen des anderen", sagte Dalio und verwies auf China als großen US-Gläubiger. In einer Welt wachsender Konflikte könnten Investoren zweifeln, ob amerikanische Anleihen ihren Wert behalten – oder in künftigen politischen Auseinandersetzungen als Druckmittel eingesetzt werden.
Viele Ökonomen erwarten, dass die Federal Reserve eingreifen würde, bevor eine akute Krise entsteht. Die Notenbank könnte durch quantitative Lockerung – also das massenhafte Kaufen von Anleihen, um Zinsen künstlich zu drücken – die langfristigen Finanzierungskosten senken, auch wenn das politisch umstritten wäre.
Zusätzlich sehen Ökonomen langfristige Chancen durch den "Great Wealth Transfer", bei dem in den nächsten 20 Jahren laut UBS rund 80 Billionen US-Dollar an Vermögen übergehen. Staaten könnten dieses Kapital über steuerliche Anreize oder regulatorische Vorgaben stärker in Staatsanleihen lenken. UBS-Chefökonom Paul Donovan hält "finanzielle Repression" – also Regeln, die Anleger indirekt in Staatsanleihen drängen – für wahrscheinlicher als schnelle Vermögenssteuern.
Parallel zur politischen Blockade verschärfen die Marktmechanismen die Lage. Dalio beschreibt eine beginnende "Schulden-Todesspirale", in der immer größere Kreditaufnahmen notwendig werden, um die steigenden Zinsen auf vorhandene Schulden zu bedienen. Er warnte, dass ein geschwächter Einfluss der Federal Reserve – etwa durch politische Eingriffe – das Vertrauen in Anleihen und US-Dollar weiter untergraben würde. Tatsächlich hat der Dollar-Index in der ersten Hälfte 2025 seine schwächste Entwicklung seit 1973 verzeichnet, während die Inflation die Kaufkraft weiter erodiert.
Als Absicherung empfiehlt Dalio verstärkt Gold. "Gold ist ein sehr ausgezeichneter Diversifikator im Portfolio", sagte er. Eine Allokation von etwa 15 Prozent sei sinnvoll, da Gold historisch dann steigt, wenn klassische Vermögenswerte unter Druck geraten. Auch andere Investoren wie Jeffrey Gundlach sehen Gold als zentrale Versicherung in einer Phase erhöhter Schulden, geopolitischer Unsicherheit und eines potenziell dauerhaft geschwächten US-Dollars.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

