Kursziel verdoppelt!
Ist die Salzgitter-Aktie der beste Hebel auf steigende Stahlpreise?
Der Stahlkonzern Salzgitter rückt wieder ins Visier der Analysten. Die UBS hat die Aktie von Neutral auf Kaufen hochgestuft und das Kursziel auf 50 Euro angehoben. Die Aktie zieht kräftig an
- Salzgitter-Aktie: Hochstufung auf Kaufen, Kursziel 50 Euro.
- EU-Importquoten könnten Stahlpreise um 100 Euro steigern.
- Potenzial durch Aurubis-Anteil und KHS-Verkauf.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Paukenschlag zum Wochenstart für Salzgitter-Anleger: Die UBS stuft die Aktie auf Kaufen hoch und treibt den Kurs am Montag um fast 6 Prozent nach oben. Trotz einer Kursverdopplung seit Jahresbeginn sehen die Analysten weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial – vor allem wegen der besonderen Hebelwirkung auf steigende Stahlpreise in der Europäischen Union.
Im Zentrum der Neubewertung steht die erwartete Verschärfung der EU-Importquoten. Sollte die geplante Kürzung um 47 Prozent kommen, könnten laut Berenberg mehr als 10 Millionen Tonnen Importstahl vom Markt verschwinden. Das würde die Auslastung europäischer Stahlwerke deutlich erhöhen und die Preise für Warmbandstahl (HRC) um rund 100 Euro je Tonne steigen lassen.
Salzgitter gilt dabei als Aktienwert mit dem höchsten Beta im europäischen Stahlsektor. Jeder Preisanstieg um 10 Euro je Tonne könnte das operative Ergebnis im Stahlbereich um rund 50 Millionen Euro erhöhen. Aufgrund der starken Fokussierung auf den EU-Markt und der vergleichsweise hohen Verschuldung reagiert Salzgitter deutlich sensibler auf steigende Margen als Wettbewerber wie ArcelorMittal, Voestalpine oder SSAB.
Zusätzliche Fantasie liefert die Konzernstruktur. Salzgitter hält rund 30 Prozent an Aurubis, deren Bewertung die UBS zuletzt deutlich angehoben hatte. Zudem steht ein möglicher Verkauf der Anlagenbau-Tochter KHS im Raum. Medienberichten zufolge könnte der Erlös zwischen 740 und 890 Millionen Euro liegen. Ein solcher Schritt würde die Nettoverschuldung massiv senken und die Kapitalstory vereinfachen. Bewertet werde die Aktie derzeit mit einem Abschlag von fast 50 Prozent gegenüber einer Sum-of-the-Parts-Rechnung.
Auch auf der Investitionsseite hat sich der Blick der Analysten aufgehellt. Das Management geht bei den nächsten Stufen des grünen Stahlprojekts SALCOS vorsichtiger vor und verschiebt größere Investitionen. Das senkt Risiken, verbessert den freien Cashflow und verschafft strategische Flexibilität.
Unterm Strich sehen die UBS-Analysten Salzgitter als klaren Profiteur einer neuen EU-Stahlpolitik – mit überdurchschnittlichem Gewinnhebel, zusätzlicher Strukturfantasie und einer Bewertung, die nach Ansicht der Analysten noch längst nicht ausgereizt ist.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Salzgitter Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +5,67 % und einem Kurs von 39,86EUR auf Tradegate (08. Dezember 2025, 12:20 Uhr) gehandelt.
