Zinssenkung eingepreist
JPMorgan warnt: Kommt der große Rückschlag für die Aktienmärkte?
Der jüngste Höhenflug an den Aktienmärkten könnte nach der erwarteten Zinssenkung der US-Notenbank ins Stocken geraten, da Anleger geneigt sein könnten, Gewinne mitzunehmen. Das schreiben die Strategen von JPMorgan.
- Zinssenkung der Fed könnte Aktienmärkte belasten.
- Anleger neigen dazu, Gewinne zum Jahresende mitzunehmen.
- Mittelfristig bleibt JPMorgan optimistisch für Aktien.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Die Märkte preisen derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 Prozent ein, dass die US-Notenbank am Mittwoch die Zinsen senken wird. Die Wetten haben sich in den vergangenen Wochen dank positiver Kommentare von Notenbankern stetig erhöht, was den Aktien zusätzlichen Rückenwind verlieh.
"Anleger könnten versucht sein, ihre Gewinne zum Jahresende mitzunehmen, anstatt weiteres Marktrisiko aufzubauen", schreibt das Team um Mislav Matejka in einer aktuellen Notiz. "Die Zinssenkung ist vollständig eingepreist, und die Aktienmärkte stehen wieder nahe ihrer Höchststände."
Die Strategen von JPMorgan bleiben mittelfristig jedoch optimistisch und betonen, dass eine lockere Geldpolitik der Fed die Aktienmärkte unterstützen dürfte. Gleichzeitig würden gedämpfte Ölpreise, nachlassendes Lohnwachstum und abnehmender US-Zolldruck der Fed ermöglichen, den Leitzins weiter zu senken, ohne die Inflation erneut anzuheizen, so Matejka.
Die globalen Aktienmärkte haben sich in den vergangenen Wochen erholt und nähern sich einem im Oktober erreichten Rekordhoch. Dennoch bleibt die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der Fed im Jahr 2026 bestehen, auch wegen widersprüchlicher Signale zur Lage des US-Arbeitsmarktes.
Weitere Faktoren, die die Märkte 2026 stützen könnten, sind laut den JPMorgan-Strategen eine geringere Handelsunsicherheit, eine verbesserte Konjunkturperspektive für China, höhere fiskalische Ausgaben in der Eurozone (also mehr Geld der Staaten in die Wirtschaft), sowie die rasche Einführung künstlicher Intelligenz in den USA.
Matejka hatte bereits nach der Zinssenkung der Fed im September gewarnt, dass die US-Aktienrallye ins Stocken geraten könne. Seitdem verlief die Entwicklung tatsächlich volatil, bevor die Kurse in den vergangenen Wochen angesichts neuer Hoffnungen auf eine weitere Senkung im Dezember wieder anzogen.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

