Abseits von Gold und Silber
Platinpreis sendet massive Warnzeichen. Droht Platin ein gewaltiges Preisbeben?
Bahnt sich abseits von Gold und Silber ein Preisbeben bei Platin an? Das Edelmetall sendet bereits Warnsignale. Zudem scheint sich das fundamentale Umfeld einzutrüben. Das exponierte Preisniveau könnte bald wanken.
- Platinpreis zeigt Warnsignale, Markt könnte wanken.
- Defizit 2025 kleiner als erwartet, 2026 ausgeglichen?
- Goldpreisrallye könnte Platin weiter ankurbeln.
- Report: Vorsicht, geheim!
Platinpreis – Warnzeichen mehren sich
Silber treibt die imposante Preisrallye konsequent voran und kratzte zuletzt an der Marke von 60 US-Dollar. Gold konsolidiert in diesen Tagen überaus vielversprechend im Bereich von 4.200 US-Dollar. Der Goldpreis hat alle Chancen, die Bewegung in Richtung 5.000 US-Dollar auszudehnen. Unter den Industriemetallen macht Kupfer einen exzellenten Eindruck. Der Kupferpreis (COMEX) löste sich zuletzt eindrucksvoll von den 5 US-Dollar / lb. Weitere Preissteigerungen sollten hier nicht überraschen.
Während Gold, Silber und Kupfer auch kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial versprechen, haben sich über Platin dunkle Wolken zusammengezogen.
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Platin – Defizit 2025 kleiner als erwartet. 2026 ausgeglichener Markt?
Das World Platinum Investment Council (WPIC) gibt im Bericht zum 3. Quartal 2025 das erwartete Defizit für 2025 mit 692.000 Unzen an. Im Bericht zum 2. Quartal 2025 wurde noch ein Defizit in Höhe von 850.000 Unzen erwartet. Damit dürfte Platin nach 2023 und 2024 zum dritten Mal in Folge ein Defizit aufweisen. Die Lücke wird nunmehr aufgrund eines doch etwas robusteren Angebots kleiner erwartet. Für 2026 rechnet das WPIC mit einem geringen Überschuss in Höhe von 20.000 Unzen. Die Angebotslücke dürfte demnach im kommenden Jahr zunächst geschlossen werden.
Die Prognose ist natürlich mit allerlei Unsicherheiten behaftet. Kommt es tatsächlich zu einem derart ausgeprägten Rückgang der Investitionsnachfrage? Gerade vor dem Hintergrund der vorherrschenden Gemengelage wurde Platin – ähnlich wie Silber – zunehmend als Alternative zu Gold gesehen, wenn es für Anleger und Investoren darum ging, sichere Häfen anzusteuern und sich vor drohenden Verwerfungen in Dax, S&P 500, Nasdaq 100 & Co. abzusichern. Die große Unbekannte ist zudem die Industrienachfrage, die zuletzt deutlich anzog. Sollte sich das Wachstum weiter beschleunigen, würde das die Nachfrage zusätzlich anheizen.
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Goldpreisrallye und Greenback als Zugpferde für Platin
Die ausgeprägte Schwäche des US-Dollars wirkt sich auch positiv auf den Platinpreis aus. Die US-Notenbank hat am morgigen Mittwoch (10. Dezember) die Gelegenheit, die Greenbackschwäche weiter anzuheizen.
Nicht minder spannend ist der Blick auf die Gold-Platin-Ratio. Gold notiert aktuell bei 4.190 US-Dollar, Platin bei 1.660 US-Dollar. Damit beträgt die Gold-Platin-Ratio 2,52. Im Vergleich zur letzten Platin-Kommentierung an dieser Stelle ist damit nur eine marginale Veränderung der Ratio festzustellen. Lange Zeit bewegte sich die Ratio in einer Spanne von 0,5 bis 1. Danach entwickelten sich die beiden Edelmetalle höchst unterschiedlich. Während Gold zum Höhenflug ansetzte, begann für Platin eine Leidenszeit. So betrug im Frühjahr dieses Jahres die Ratio 3,5. Kurzum. Anhand der Ratio lässt sich ein gewisses Nachholpotenzial für Platin ableiten.
Zusammengefasst - Droht Platin ein gewaltiges Preisbeben?
Die Warnzeichen sind nicht außer Acht zu lassen. Dennoch ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht von größeren Verwerfungen bei Platin auszugehen. Mit der gewaltigen Goldpreisrallye als Zugpferd dürfte es auch für den Platinpreis weiter bergauf gehen. Und phasenweise – das zeigte sich bereits in den letzten Monaten – könnte sich der Platinpreis auch besser entwickeln und eine temporär stärkere Dynamik aufweisen als der Goldpreis.
Aus charttechnischer Sicht muss der Platinpreis über die 1.700 US-Dollar / 1.770 US-Dollar, um die Tür in Richtung 2.000 US-Dollar aufzustoßen. Unter die 1.500 US-Dollar sollte es indes nicht gehen, anderenfalls würde eine Neubewertung notwendig.
Generell gilt unverändert, dass die Aktien der großen Gold- und Silberproduzenten, wie Barrick, Newmont, Pan American Silver oder Hecla Mining unverändert exzellente Alternativen zu den hochbewerteten Tech-Aktien wie Nvidia und Palantir etc. darstellen. Darüber hinaus könnte sich auch ein Blick auf die Aktien der großen Platinproduzenten wie Impala Platinum, Northam Platinum und Sibanye Stillwater lohnen. Diese kamen zuletzt immer besser in Schwung.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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