Frankfurt gegen Rom
EZB stoppt Italiens Gold-Pläne! Wem gehört der 2452-Tonnen-Goldschatz?
Die EZB legt sich erneut mit Italien an: Ein umstrittener Plan rund um die Goldreserven sorgt für Unruhe in Frankfurt. Kritiker warnen vor politischem Zugriff auf milliardenschwere Bestände. Die Hintergründe.
- EZB fordert Italien zur Überprüfung von Goldplänen auf.
- Politische Eingriffe in Goldreserven könnten drohen.
- Italien hat drittgrößte Goldreserven weltweit.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht den Druck auf Rom: Zum wiederholten Mal fordert sie die italienische Regierung auf, ihre Pläne zum Umgang mit den nationalen Goldreserven zu überdenken. Konkret geht es um eine Initiative aus dem Umfeld der rechtsgerichteten Regierungskoalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Diese will das Gold formal als Eigentum des italienischen Volkes festschreiben.
In einer aktuellen rechtlichen Stellungnahme vom Montag macht der EZB-Rat klar, dass auch die überarbeitete Fassung des Vorhabens viele Fragen offenlässt. Die Zentralbank war nach einer Anfrage des italienischen Finanzministeriums gebeten worden, die Anpassungen zu prüfen. Das Ergebnis: Die EZB sieht weiterhin keine eindeutig definierte Zielsetzung des Plans.
Aus Sicht der Währungshüter besteht die Gefahr, dass eine solche Neudefinition der Eigentumsverhältnisse politische Eingriffe erleichtern könnte. Insbesondere wird befürchtet, dass damit langfristig der Weg für einen Verkauf von Teilen der Goldbestände geebnet wird. Die EZB mahnt daher zur Vorsicht und verweist auf die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit der Banca d’Italia und ihre Aufgaben im Europäischen System der Zentralbanken zu schützen.
Mit rund 2.452 Tonnen Gold verfügt Italien über eine der größten staatlichen Goldreserven weltweit – nur die USA und Deutschland besitzen mehr. Angesichts des starken Preisanstiegs bei Gold hat das Edelmetall zuletzt verstärkt politische Aufmerksamkeit erregt. In den Haushaltsverhandlungen brachten Vertreter aus Melonis Mitte-rechts-Lager einen Zusatz ein, der einerseits bestätigt, dass die Goldreserven von der Notenbank verwaltet werden, ihnen andererseits aber das italienische Volk zuschreibt.
Für die EZB ist das ein sensibles Thema. Sie befürchtet Grauzonen zwischen politischem Anspruch und geldpolitischer Realität und pocht deshalb auf eine klare Trennung von Staatsinteressen und Zentralbankhoheit. Ob Rom dem erneuten Appell aus Frankfurt folgt, bleibt vorerst offen.
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Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
Gold wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,10 % und einem Kurs von 4.182USD auf Lang & Schwarz (09. Dezember 2025, 08:16 Uhr) gehandelt.

