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Neues Mehrjahrestief: Dieser Dividendenaristokrat ist gerade im freien Fall!
Mit einem Minus von 3,6 Prozent landete Procter & Gamble am Montag am Ende des Dow-Jones-Index. Ein Kurs von unter 140 US-Dollar bedeutet neue Mehrjahrestiefs.
- Procter & Gamble fällt um 3,6% auf Mehrjahrestief.
- US-Verbraucher greifen verstärkt zu Eigenmarken.
- Umsatzprognose bleibt, aber Verkaufsdruck steigt.
- Report: Vorsicht, geheim!
Dividendenaristokrat Procter & Gamble fällt immer weiter zurück
Mit einem Plus von aktuell 16,4 Prozent steuert der US-Gesamtmarktindex S&P 500 dem Abschluss eines weiteren erfolgreichen Börsenjahres entgegen. Etwas gemächlicher, aber ebenfalls gewinnträchtig lief es 2025 auch für im Dow Jones notierte Aktien. Der vielbeachtete Leitindex konnte sich bislang um 12,2 Prozent steigern.
Davon nicht profitieren konnte das Index-Urgestein und Dividendenaristokrat Procter & Gamble. Das Papier blickt seit dem Jahreswechsel auf ein Minus von 17,5 Prozent zurück. Allein am Montag büßten die Anteile 3,6 Prozent ein und landeten damit nicht nur auf dem letzten Platz, sondern fielen auch auf neue Mehrjahrestiefs – aus technischer Perspektive ein klares Verkaufssignal.
Finanzvorstand lässt Aktie auf Mehrjahrestiefs abstürzen
Schon seit Monaten geht es für die Aktie des Konsumgütergiganten bergab. Für Verkäufe sorgte einerseits ein Doppel-Top im Bereich von 180 US-Dollar, andererseits ist die Stimmung unter US-Verbraucherinnen und -Verbrauchern zunehmend schlecht, was sie immer häufiger zu günstigeren Eigenmarken greifen lässt – ein bislang vor allem aus Europa bekannter Trend.
Zum Wochenauftakt unter zusätzlichen Verkaufsdruck geriet Procter & Gamble nach Aussagen von Finanzchef Andre Schulden auf einer von der US-Investmentbank Morgan Stanley ausgerichteten Konferenz für weltweite Konsum- und Verbrauchertrends.
Auch wegen Shutdown: Rückläufige Erlöse im zweiten Quartal
Schulten räumte ein, dass die US-Verkäufe sowohl im Oktober als auch im November rückläufig waren und machte dafür nicht zuletzt den Regierungsstillstand verantwortlich: Zeitweise waren Zahlungen aus dem US-Lebensmittelhilfeprogramm SNAP für bedürftige Haushalte und Verbraucherinnen und Verbraucher aus unteren Einkommensgruppen eingestellt worden.
"Wir wussten, dass die Verbraucher nervöser und vorsichtiger geworden sind, wir wussten auch, dass das Wettbewerbsumfeld umkämpfter ist, aber das US-Umfeld ist deutlich volatiler [als wir erwartet hatten], wahrscheinlich eines der volatilsten, dass wir seit einer langen Zeit gesehen haben", resümierte Schulten weiter.
Jahresprognose bekräftigt, neue Wachstumsinitiativen geplant
Von seinen Jahreszielen will das Unternehmen aber nicht abrücken. Für den Umsatz wird mit einem Anstieg von 0 bis 4 Prozent gerechnet, während der Gewinn pro Aktie zwischen 6,83 und 7,09 US-Dollar landen soll. Das liegt im Rahmen der Analystenerwartungen von 6,97 US-Dollar je Anteil.
Hierfür sollen auch Effizienzverbesserungen und Kosteneinsparungen ihren Beitrag leisten, welche vorrangig in neues Wachstum investiert werden sollen. Schulten hat verdeutlicht, dass Procter & Gamble Umsatzwachstum gegenüber Gewinnwachstum vorerst priorisieren wird.
Nach -3,6 Prozent: Abwärtstrend spitzt sich zu
Die Umsatzwarnung für das laufende Quartal, angesichts von Thanksgiving und dem bevorstehenden Weihnachtsfest traditionell eines der stärksten des Jahres, kam unter Anlegerinnen und Anlegern trotz bestätigter Jahresziele überhaupt nicht gut an. Mit einem Minus von 3,6 Prozent landete Procter & Gamble innerhalb des Dow-Jones-Indexes auf dem letzten Platz.
Außerdem rutschte die Aktie unter 140 US-Dollar, nachdem sie erst vor wenigen Tagen mit 150 US-Dollar unter eine weitere "runde" und damit psychologisch wichtige Marke gefallen war. Ein Schlusskurs von 138,34 US-Dollar bedeutete außerdem den tiefsten Stand seit März 2023 – technisch ein klares Verkaufssignal, wenngleich die Dividendenrendite von knapp 3 Prozent damit so hoch wie lange nicht ist.
Fazit: Es könnte erstmal schwierig bleiben
Die Aktie von Dividendenaristokrat Procter & Gamble ist nach einem bislang schwierigen Jahresverlauf in den freien Fall übergegangen, nachdem der Finanzvorstand am Montag vor einem schwachen Quartal gewarnt hatte. Angesichts der anhaltenden Underperformance könnte der Verkaufsdruck im Rahmen des sogenannten "Tax-Loss-Harvesting" noch einmal zunehmen. Hierbei verkaufen Anlegerinnen und Anleger ihre Verlustpositionen steuermindernd, während sie an Gewinnern festhalten.
Gegenüber ihren historischen Mittelwerten ist die Aktie inzwischen um etwa 15 Prozent unterbewertet, während die Dividendenrendite mit 2,95 Prozent sogar um 20 Prozent über dem 5-Jahres-Mittel liegt. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich hierbei im Umfeld von veränderten Verbrauchertrends um eine nachhaltige Neubewertung handelt. Wer hier einsteigen will, sollte daher entweder noch tiefere Kurse oder eine klar erkennbare Bodenbildung abwarten.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

