Prognose lässt Aktie fallen

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    Thyssenkrupp stellt sich auf neues Verlustjahr ein

    Thyssenkrupp meldet trotz Krise operative Fortschritte und stabile Dividende, warnt jedoch vor Verlusten und hohem Geldabfluss im neuen Jahr durch Restrukturierungen.

    Für Sie zusammengefasst
    • Thyssenkrupp meldet Fortschritte, aber pessimistischer Ausblick.
    • Dividende von 0,15 Euro je Aktie bleibt stabil.
    • Hohe Verluste und Geldabfluss für 2025/2026 erwartet.
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    Prognose lässt Aktie fallen - Thyssenkrupp stellt sich auf neues Verlustjahr ein

    Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat im Geschäftsjahr 2024/2025 in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld operativ überzeugt, gleichzeitig aber mit einem pessimistischen Ausblick für das laufende Jahr den Markt aufgeschreckt. Während Auftragseingang, operatives Ergebnis und Free Cashflow deutlich zulegten, erwartet der Konzern für 2025/2026 wieder hohe Mittelabflüsse, einen Verlust und massive Belastungen durch Restrukturierungen.

    Die Aktie reagiert am Dienstagmorgen mit Verlusten von 4,6 Prozent und notiert damit bei 9,1 Euro.

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    Starke Auftragseingänge – Marinegeschäft als Zugpferd

    Der Auftragseingang stieg um 15 Prozent auf 37,7 Milliarden Euro nach 32,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Treiber war erneut das Marinegeschäft: Großaufträge aus dem deutsch-norwegischen U-Boot-Programm 212CD sowie Zusatzaufträge aus Singapur sorgten bei Marine Systems für ein erhebliches Plus.

    In anderen Segmenten blieb die Lage dagegen angespannt. Automotive Technology litt weiter unter der schwachen Nachfrage der europäischen Autohersteller, während Steel Europe, Materials Services und Decarbon Technologies ebenfalls Rückgänge verzeichneten.

    Der Konzernumsatz fiel um 6 Prozent auf 32,8 Milliarden Euro. Niedrigere Preisniveaus und eine gedämpfte Nachfrage, insbesondere im Stahlhandel und im Stahlbereich, belasteten die Entwicklung.

    Trotz des Umsatzrückgangs verbesserte Thyssenkrupp das bereinigte operative Ergebnis deutlich. Das bereinigte EBIT stieg um 13 Prozent auf 640 Millionen Euro nach 567 Millionen Euro im Vorjahr. Maßgeblich unterstützt wurde der Anstieg durch positive Effekte im Segment Decarbon Technologies sowie durch das konzernweite Effizienzprogramm APEX.

    Free Cashflow deutlich positiv

    Besonders positiv fiel die Entwicklung des Free Cashflows vor M&A aus. Mit 363 Millionen Euro lag er deutlich über dem Vorjahreswert von 110 Millionen Euro und war bereits das dritte Jahr in Folge positiv. Zu dieser Verbesserung trugen eine höhere Mittelfreisetzung im Umlaufvermögen sowie hohe Anzahlungen bei Marine Systems im Zusammenhang mit Neubauaufträgen bei.

    Sprung in die Gewinnzone – aber Sonderfaktoren dominieren

    Unter dem Strich erzielte Thyssenkrupp einen Jahresüberschuss von 532 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,45 Milliarden Euro angefallen war. Hauptgrund für den Gewinnsprung waren eine Zuschreibung auf die verbliebene Beteiligung an TK Elevator in Höhe von 902 Millionen Euro sowie der Verkauf von Thyssenkrupp Electrical Steel India mit einem Beitrag von rund 320 Millionen Euro.

    Dem standen Wertminderungen von rund 790 Millionen Euro, Restrukturierungsaufwendungen von etwa 220 Millionen Euro sowie ein steuerlicher Effekt im Zusammenhang mit der Abspaltung des Marinegeschäfts in Höhe von 135 Millionen Euro gegenüber.

    Dividende: 0,15 Euro je Aktie geplant

    Thyssenkrupp hält an seiner Dividendenpolitik fest. Für das abgelaufene Geschäftsjahr schlägt der Vorstand der Hauptversammlung am 30. Januar 2026 erneut eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie vor. Damit wahrt der Konzern die Dividendenkontinuität der vergangenen Jahre.

    Finanzvorstand Axel Hamann betonte, dass die im dritten Quartal angepassten Zielwerte erreicht worden seien. Besonders beim Free Cashflow habe der Konzern die Zielsetzung sogar leicht übertroffen. Zugleich warnte er jedoch vor anhaltend schwierigen Marktbedingungen im neuen Geschäftsjahr.

    Strategische Wende: Thyssenkrupp wird zur Finanzholding

    Parallel zur operativen Stabilisierung treibt der Konzern seine tiefgreifende Transformation voran. Mit dem neuen Zukunftsmodell "ACES 2030" soll Thyssenkrupp zu einer Finanzholding mit Mehrheitsbeteiligungen an eigenständigen Unternehmen umgebaut werden. Ein Meilenstein dieser Strategie war der erfolgreiche Börsengang der Marine-Tochter TKMS. Zudem wurde mit der IG Metall ein Sanierungstarifvertrag für Steel Europe abgeschlossen, der die Grundlage für den Umbau des Stahlgeschäfts legt.

    Rückkehr zu hohen Mittelabflüssen und Verlusten droht

    Trotz der starken Zahlen für 2024/2025 blickt der Markt nun vor allem auf den ernüchternden Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026. Thyssenkrupp rechnet beim Umsatz lediglich mit einer Entwicklung zwischen minus 2 und plus 1 Prozent.

    Beim bereinigten EBIT prognostiziert der Konzern einen Korridor von 500 bis 900 Millionen Euro. Gleichzeitig soll der Free Cashflow vor M&A wieder deutlich negativ ausfallen und zwischen minus 600 und minus 300 Millionen Euro liegen. Allein rund 350 Millionen Euro sind für Restrukturierungen vorgesehen, vor allem in den Segmenten Automotive Technology und Steel Europe.

    Noch schwerer wiegt die Prognose für den Jahresüberschuss: Thyssenkrupp rechnet mit einem Verlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro. Hauptursache sind neue Restrukturierungsrückstellungen im Stahlgeschäft.

    Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

    Die ThyssenKrupp Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -4,23 % und einem Kurs von 9,102EUR auf Tradegate (09. Dezember 2025, 08:23 Uhr) gehandelt.



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    Verfasst vonRedakteurPascal Grunow
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