Prämie kollabiert
Strategy: Aktie handelt unter Bitcoin-Wert – Saylor reagiert mit Mega-Kauf
Strategy handelt unter dem Wert seiner eigenen Bitcoin-Bestände. Während Analysten warnen, kauft Michael Saylor für fast eine Milliarde nach. Doch die Frage nach der Tragfähigkeit des Modells wird lauter.
- Strategy kauft 10.624 Bitcoin für 962,7 Millionen USD.
- Analysten warnen vor Risiken, Saylor bleibt optimistisch.
- Aktie unter Wert, Kauf zeigt Marktinteresse trotz Rückgang.
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Die Aktie von Strategy ist am Montag um 2,6 Prozent gestiegen, nachdem das Unternehmen bekanntgab, zwischen dem 1. und 7. Dezember 10.624 Bitcoin im Wert von 962,7 Millionen US-Dollar gekauft zu haben. Es ist der größte Einzelkauf seit Juli und erhöht den Gesamtbestand auf 660.624 Bitcoin, rund 3,3 Prozent des gesamten verfügbaren Angebots. Der Durchschnittspreis lag laut Unternehmensangaben bei 90.615 US-Dollar pro Bitcoin.
Finanziert wurde der Kauf über den Verkauf von Stammaktien im Wert von 928 Millionen US-Dollar sowie ewigen Vorzugsaktien über 34,9 Millionen US-Dollar. Strategy hatte erst vergangene Woche eine Dollar-Reserve von 1,4 Milliarden US-Dollar geschaffen, um künftige Dividenden- und Zinszahlungen zu decken. Hintergrund: Die jährlichen Dividendenverpflichtungen für die unbefristeten Vorzugsaktien liegen bei rund 800 Millionen US-Dollar, zusätzliche Zinslasten kommen hinzu.
Der massive Zukauf sorgt für neue Diskussionen über das Geschäftsmodell, das seit 2020 vollständig auf die Anhäufung von Bitcoin ausgerichtet ist. Einige Analysten sehen in dem Schritt ein Zeichen dafür, dass Saylor seine Strategie trotz fallender Kurse unverändert fortsetzen kann. Andere warnen vor strukturellen Risiken.
Louis LaValle, Mitbegründer des Krypto-Investmentunternehmens Frontier, sieht den Kauf weniger als reinen Vertrauensbeweis, sondern als systemische Notwendigkeit:
"Michael Saylor hat nicht einfach nur Vertrauen in Bitcoin und kauft es deshalb. Er muss [Geld für den Kauf von Bitcoin beschaffen], um den Motor am Laufen zu halten."
LaValle nutzt dafür ein drastisches Bild: "Man kann sich das fast wie einen Hai vorstellen: Wenn er aufhört zu schwimmen, stirbt er."
Problematisch bleibt die schrumpfende Bewertung: Strategy wird inzwischen unter dem Wert seiner gehaltenen Bitcoins gehandelt. Während das Unternehmen 2020 noch mit einem Aufschlag von bis zu 700 Prozent gegenüber seinem Bitcoin-Bestand bewertet wurde, liegt die Aktie heute bei einem Abschlag von rund 12 Prozent. Analysten bei Cantor Fitzgerald und Bernstein haben ihre Kursziele zuletzt deutlich gesenkt und verweisen auf den Rückgang des Bitcoin-Preises um mehr als 25 Prozent seit Oktober.
Dennoch bewerten einige Beobachter den jüngsten Kauf positiv. Mark Palmer von der Benchmark Company sagte, die erneute Kapitalbeschaffung zeige, "dass es einen Markt für seine Wertpapiere gibt". Zudem sei ein Kauf dieser Größenordnung in einem schwachen Marktumfeld "ein bullishes Signal".
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
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