Hedgefonds fordert Abspaltung
Wertfalle Gamesa: Siemens-Energy-Aktie könnte 40 % höher stehen
Ananym Capital will die Wind-Sparte von Siemens Energy lösen oder verkaufen. Laut dem Hedgefonds könnte der Aktienkurs dadurch um 40 Prozent steigen. Wie reagiert der Konzern?
- Ananym Capital fordert Abspaltung von Wind-Sparte.
- Aktienkurs könnte um 40 Prozent steigen, so Insider.
- Siemens Energy plant Turnaround bis 2026, bleibt unter Druck.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Der aktivistische US-Hedgefonds Ananym Capital erhöht den Druck auf Siemens Energy. Laut einem Bericht der Financial Times fordert der Investor, gegründet von Charlie Penner und Alex Silver, eine Abspaltung oder einen Verkauf des Windgeschäfts. Die Windsparte, die bis 2023 als Siemens Gamesa selbst börsennotiert war, hat Milliardenverluste angehäuft – vor allem wegen technischer Probleme und Managementfehlern.
In einem Brief an den Vorstand argumentiert Ananym, dass Siemens Gamesa die starke Entwicklung der übrigen Sparten – Gas, Stromnetze, Energieinfrastruktur – ausbremse. Die Zeitung zitiert aus dem Schreiben: "Wind hat immer noch einen ganz anderen und herausfordernderen Weg vor sich." Der wahre Wert von Siemens Energy werde "wahrscheinlich verborgen bleiben, solange diese Geschäfte zusammenbleiben". Ein Insider sagte Reuters, eine Abspaltung könnte den Aktienkurs um rund 40 Prozent steigen lassen.
Ananym sieht für das Windgeschäft als eigenständige Firma deutlich bessere Perspektiven. Laut Financial Times geht der Fonds davon aus, dass Siemens Gamesa innerhalb von zwei Jahren einen Wert von rund 10 Milliarden Euro erreichen könnte, wenn es nicht länger mit den anderen Einheiten um Investitionsmittel konkurrieren müsste. Wie groß die Beteiligung von Ananym ist, bleibt unklar, ein Informant spricht jedoch von einer "großen Position".
Siemens Energy reagierte diplomatisch. Der Konzern erklärte, man schätze "konstruktive Beiträge, um nachhaltig Wert für Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden und Partner zu schaffen". Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf seinen Capital Markets Day: Die Turnaround-Pläne im Windgeschäft laufen, für 2026 stellt Siemens Energy eine Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht. Grundlage dafür seien Fortschritte bei Qualität, Kostenstruktur und Produktstrategie.
Trotz dieser Ziele bleibt der Druck hoch. Siemens Gamesa erzielte 2024/25 einen operativen Verlust von 1,36 Milliarden Euro, während die anderen Sparten stark wachsen – nicht zuletzt wegen des globalen Ausbaus von Stromnetzen und Gaskapazitäten für KI-Rechenzentren. Die Siemens-Energy-Aktie hat sich seit dem Frühjahr nahezu verdreifacht, bleibt aber von der schwächelnden Wind-Tochter belastet.
Ananym-Mitgründer Charlie Penner gilt als erfahrener Aktivist. Berühmt wurde er 2021, als er mit einer kleinen Beteiligung beim Ölkonzern Exxon drei eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat brachte. Jetzt nimmt er sich Siemens Energy vor – und die Debatte um eine mögliche Abspaltung von Siemens Gamesa gewinnt an Schärfe.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

