Gewinner der Börsengeschichte
DAX-Aufsteiger und Aktienurgestein: 54.024% Plus! Aus 2.000 DM wurden 554.208 €!
Während Nvidia seit dem Börsengang um fast 500.000 Prozent zulegte, erzielte ein DAX-Aufsteiger in 50 Jahren ein Plus von 54.024 Prozent – ein Unternehmen aus der Old Economy. Um diese DAX-Perle geht es.
1975 lag das Jahrestief der Rheinmetall-Aktie bei umgerechnet 3,71 Euro (rund 7,26 Deutsche Mark). Im September 2025 hat die Rheinmetall-Aktie ein Allzeithoch von 2.008 Euro erreicht. Wer damals
zum Jahrestief kaufte und 2025 zum Jahreshoch verkaufte, hätte damit theoretisch eine Performance von unglaublichen +54.024 erzielt!
Zur Verdeutlichung: Wer 1975 für 2.000 Deutsche Mark (1.022,58 Euro) Rheinmetall-Aktien zu einem Kurs von 7,26 Deutsche Mark (3,71 Euro) gekauft hätte, hätte damit rund 276 Rheinmetall-Aktien
erhalten. Wer die Aktien bis heute hielt und zum Jahreshöchst 2025 von 2.008 Euro je Aktie verkaufte, hätte 554.208 Euro erhalten. Aus rund 1000 Euro wären also mehr als eine halbe Million Euro
geworden – Dividenzahlungen sind dabei nicht berücksichtigt.
Die historische Performance von Rheinmetall ist zwar beeindruckend, stellt jedoch keinen Garant für zukünftige Erfolge dar. Märkte und geopolitische Bedingungen ändern sich ständig und selbst erfolgreiche Unternehmen müssen sich neuen Herausforderungen stellen. Investoren sollten daher nicht nur auf vergangene Kursentwicklungen schauen, sondern auch die aktuellen Aussichten und Risiken des Unternehmens berücksichtigen.
Die Aktiengeschichte der Rheinmetall AG
Die Geschichte der Rheinmetall AG reicht bis zur Gründung im Jahr 1889 zurück. Die erste Börsennotierung der Stammaktie folgte 1894, wodurch das Unternehmen zu einer der ältesten heute noch notierten Aktie im DAX wurde. In den frühen Jahrzehnten wandelte sich die Eigentümerstruktur stark: Zunächst stieg Krupp 1909 als Großaktionär ein, dann übernahm 1925 das Deutsche Reich die Aktienmehrheit. Diese staatliche Kontrolle bestand über die Umfirmierung in Rheinmetall-Borsig AG (1936) bis in die Kriegsjahre fort. In dieser Zeit wurden weder Geschäftsberichte veröffentlicht noch reguläre Hauptversammlungen abgehalten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Währungsreform erfolgte in den 1950er Jahren der Neustart an den Börsen. 1956 übernahm die Familie Röchling die Aktienmehrheit vom Staat. In den folgenden Jahrzehnten festigte das Unternehmen seine Position am Kapitalmarkt, zahlte ab 1960 wieder Dividenden und wurde 1996 unter dem neuen Namen Rheinmetall AG Gründungsmitglied des MDAX. Nach der Umstellung auf den Euro kündigte die Familie Röchling im Jahr 2004 schließlich an, sich von ihrem Aktienbesitz zu trennen. Dies leitete eine neue Ära für die Aktionärsstruktur ein.
Die jüngste Entwicklung ist durch die Zusammenlegung von Stamm- und Vorzugsaktien im Jahr 2005 sowie durch signifikante Kurssteigerungen geprägt. Während die Aktie im Jahr 2017 erstmals die 100-Euro-Marke durchbrach, sorgte der geopolitische Wandel infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 für einen massiven Kursanstieg auf über 200 Euro. Dieser Bedeutungszuwachs gipfelte im März 2023 im Aufstieg der Rheinmetall AG vom MDAX in den deutschen Leitindex DAX.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
