Aktie unter Druck
KI-Angst und enttäuschende Performance – Ist es zu spät für Adobe?
Es ist verdächtig still geworden um den Kreativ-Software-Anbieter Adobe. Und das obwohl die KI die Branche kräftig aufwirbelt. Am Mittwoch legt der Konzern seine Zahlen vor. Und Analysten sehen eine Comeback-Chance.
- Adobe kämpft mit 23% Kursverlust seit Jahresbeginn.
- Analysten sehen Comeback-Chance und moderates Wachstum.
- Günstige Bewertung könnte langfristige Anleger anziehen.
- Report: Vorsicht, geheim!
Keine leichte Zeit für Anleger des Softwarespezialisten Adobe: Die Aktie hat seit Jahresbeginn 23 Prozent verloren, während der Nasdaq und der S&P 500 deutlich zulegen konnten. Besonders die Sorgen um eine mögliche Disruption durch Künstliche Intelligenz (KI) belasten das Unternehmen und seine Marktstellung. Doch könnte sich für langfristig orientierte Anleger jetzt eine Einstiegsmöglichkeit ergeben?
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Adobe ein moderates Wachstum von rund 10 Prozent bei den Gesamtumsätzen (ARR), was im Vergleich zu den 11,3 Prozent im laufenden Geschäftsjahr eine leichte Verlangsamung darstellt. Der Konsens geht von einer Umsatzsteigerung von 9,3 Prozent aus, mit einer stabilen operativen Marge von 46,2 Prozent. Diese Prognosen scheinen angesichts der Marktbedingungen und der Investitionen in Firefly AI und andere Produktentwicklungen realistisch.
Im vierten Quartal dürfte Adobe die eigenen Erwartungen leicht übertreffen, ist Jefferies-Analyst Brent Thill überzeugt, da das Unternehmen vom stabilen Makroumfeld und den jüngsten Preiserhöhungen profitiere. Die Prognose für den Umsatz liegt zwischen 6,075 und 6,125 Milliarden US-Dollar – eine Zahl, die der Analyst als erreichbar einstuft. Auch der Gewinn je Aktie könnte die Schätzungen leicht übertreffen.
Die Aktie ist in der Gunst vieler Anleger weit abgeschlagen. Die Bewertung liegt mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von rund 14 für das Jahr 2026 nahe dem Fünfjahrestief und ist deutlich unter dem Durchschnitt der großen Softwarekonzerne. Für Investoren, die langfristig denken, könnte dies jedoch eine attraktive Einstiegschance darstellen, vorausgesetzt, Adobe kann die Ängste vor einer KI-bedingten Disruption überwinden und eine nachhaltige Wachstumsbeschleunigung zeigen.
"Das Risiko-Ertrags-Verhältnis ist günstig für Anleger mit längerfristigem Horizont, die auf unerwartete Impulse warten können", so Thill, der mit seinem Kursziel von 590 US-Dollar rund 70 Prozent Aufwärtspotenzial und eine echte Comeback-Chance sieht.
Adobe ein führender Anbieter von Softwarelösungen für kreative Profis und profitiert vom starken Wachstum von Online-Videos. Doch die Frage bleibt, ob das Unternehmen in der Lage ist, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, um aus seiner aktuellen Krise herauszukommen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Adobe Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,99 % und einem Kurs von 297,2EUR auf Tradegate (09. Dezember 2025, 16:56 Uhr) gehandelt.
