Börse, Baby
Unternehmensanleihen: SAP ist sicherer als Deutschland
Staatsanleihen galten jahrzehntelang als der sichere Hafen schlechthin – doch stimmt das heute noch?
- Staatsanleihen gelten als sicher, aber Schulden steigen.
- Deutschland bei 72% Schuldenquote, USA über 120%.
- Unternehmensanleihen von Tech-Giganten als sicherer?
- Report: Renditeturbo 2026 - 5 Aktien mit Potenzial
Staatsanleihen gelten gerade in Krisenzeiten als sichere Häfen und als klassisches Investment zur Absicherung. Es gilt die Faustregel: 100 minus das eigene Alter, um die Gewichtung im eigenen Portfolio zu steuern. Oft wird 40 Prozent empfohlen. Aber: Die Staaten stecken über beiden Ohren in Schulden.
Deutschland beispielsweise hat eine eine Verschuldungsquote von rund 62 Prozent, gemessen an den Ausgaben und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Nimmt man aber das sogenannte Sondervermögen noch hinzu, so ergibt sich eine Schuldenquote von rund 72 Prozent. Das ist noch relativ moderat im Vergleich zu Frankreich und den USA, wo die Schuldenquote die Marke von 120 Prozent bereits überschritten hat.
Ingo Kolf (links) hat sich mit Krischan Orth Unternehmensanleihen mal genauer angesehen
Die Anleihen sind sicher, aber die Schuldenquote steigt, die US-Regierung gibt immer mehr Bonds aus, und selbst Triple-A-Emittenten wie Deutschland oder Frankreich wirken auf den ersten Blick riskanter als Tech-Giganten wie Microsoft oder Apple.
Gleichzeitig drängen Unternehmen auf den Anleihemarkt, nehmen Milliarden auf, obwohl sie praktisch schuldenfrei sind. Denn auch bei Unternehmen kann man die Schuldenquote messen, die Debt-to-Equity‑Ratio.
Bei Microsoft liegt die Verschuldungsquote bei rund 17 Prozent, SAP hat Schulden in Höhe von rund 21 Prozent des Eigenkapitals. Auch diese Unternehmen geben Anleihen aus.
In dieser Episode von Börse, Baby werfen wir einen Blick auf den neuen Trend am Anleihemarkt: Was ist wirklich sicher? Staatsanleihen oder Unternehmens-Bonds?
Ingo Kolf und Krischan Orth gehen der provokanten Frage nach, ob Unternehmensanleihen von Giganten wie Microsoft, SAP oder L’Oréal inzwischen sicherer sind als die Papiere mancher Staaten.
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Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

