Der 60-Dollar-Moment
Silber ist explodiert – wer jetzt zögert, könnte den nächsten Mega-Run verpassen
Silber hat erstmals 60 US-Dollar überschritten und jagt von Rekord zu Rekord. Spekulanten drücken nach, die Knappheit verschärft sich – und einige Experten halten jetzt sogar 100 US-Dollar für möglich.
- Silberpreis über 60 USD, Rekordjagd geht weiter.
- Knappheit und Spekulation treiben Nachfrage stark an.
- Experten sehen 100 USD bei weiterem Angebotsengpass.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Der Silberpreis hat seine historische Rallye fortgesetzt und erstmals die Marke von 60 US-Dollar pro Unze überschritten. Am Mittwoch kletterte das Metall auf ein neues Rekordhoch von 61,48 US-Dollar. Getrieben wird der Anstieg von einer knappen Versorgungslage, spekulativen Zuflüssen und der Erwartung, dass die US-Notenbank ihre Zinsen senken könnte. Niedrigere Finanzierungskosten gelten traditionell als Unterstützung für Edelmetalle.
David Wilson, Rohstoffstratege bei BNP Paribas, verweist auf die Dynamik des Marktes: "Silber hat eine große Basis bei Privatanlegern und Spekulanten. Sobald sich eine Aufwärtsdynamik entwickelt, zieht dies in der Regel mehr Geld an." Auch die Aussicht, dass der von Donald Trump favorisierte potenzielle Fed-Chef Kevin Hassett deutliche Zinssenkungen für möglich hält, befeuert die Erwartungen.
Silber hat sich 2025 bereits mehr als verdoppelt und damit Gold deutlich hinter sich gelassen. Engpässe bleiben trotz steigender Bestände der London Bullion Market Association bestehen: Die Leihsätze verharren auf erhöhtem Niveau, chinesische Lager liegen auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Gleichzeitig erleben börsengehandelte Silber-ETFs massive Zuflüsse, das Handelsvolumen erreichte Niveaus wie während früherer Short-Squeeze-Phasen.
Die Marke von 60 US-Dollar gilt unter Strategen als entscheidende technische Schwelle. David Morrison von Trade Nation betont, sie könne als Unterstützung dienen – oder kurzfristig als Widerstand, da Silber sich erneut "sehr überkauften Bedingungen" nähert. Insgesamt erreichte das Metall allein in den vergangenen zwei Monaten elf neue Intraday-Rekorde.
Fundamental wird die Rallye durch ein strukturelles Angebotsdefizit gestützt. Laut Silver Institute überstieg die Nachfrage 2025 zum fünften Mal in Folge das Angebot. Umweltstandards, Minenerschöpfung und steigender Verbrauch in Solar- und Elektrofahrzeugproduktion verschärfen die Lage. "Die Entwicklung bei Silber ist weniger ein einmaliger Anstieg als vielmehr eine längst überfällige Neubewertung eines Vermögenswerts, der mehr als ein Jahrzehnt lang gedrückt wurde", sagte Max Baecker von American Hartford Gold.
Gleichzeitig wächst die Anlegernachfrage deutlich – angetrieben durch einen schwächeren US-Dollar und die Hoffnung auf eine Lockerung der Fed-Politik. Morrison sieht die "Angst, etwas zu verpassen" als starken Treiber, mahnt jedoch zur Vorsicht: Silber sei "extrem volatil" und nichts für Anleger mit hoher Verschuldung.
Zwar halten einige Experten kurzfristige Rücksetzer für möglich, doch der übergeordnete Trend bleibt intakt. Einige Marktteilnehmer halten sogar ein Ansteuern von 100 US-Dollar je Unze für denkbar, wenn sich die Angebotslage weiter zuspitzt und die Investmentnachfrage anhält.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

